Zweiter Titel für Viviane Widjaja Die deutsche Meisterin im Tischfußball-Doppel kommt aus Osnabrück

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Viviane Widjaja wurde vor einer Woche Deutsche Meisterin im Tischfußball. Foto: Thomas WübkerViviane Widjaja wurde vor einer Woche Deutsche Meisterin im Tischfußball. Foto: Thomas Wübker 

Osnabrück. 16 nationale und internationale Titel – würde Viviane Widjaja Fußball spielen, wäre sie mit dieser Bilanz weltberühmt. Aber die 36-jährige Osnabrückerin spielt „nur“ Tischfußball. Vor einigen Tagen ist sie zum zweiten Mal Deutsche Meisterin im Doppel geworden.

Gemeinsam mit der 29-jährigen Bochumerin Nina Schütz schlug Viviane Widjaja im Finale der Deutschen Tischfußball-Meisterschaften die amtierenden Champions Maura Porrmann und Sandra Ranff aus Hamburg. Es war ein spannendes Match. Im letzten und entscheidenden Satz wurden die Hanseatinnen mit 5:3 bezwungen. Im Tischfußball wird wie im Tennis gezählt: Gewonnen hat, wer drei Sätze für sich verbuchen kann.

2010 hatte Widjaja zum ersten Mal die Deutsche Meisterschaft im Damen-Doppel gewonnen. Nun hat sie es zum zweiten Mal geschafft. „Deswegen ist der Titel etwas Besonderes für mich“, sagt sie. Welche Titel sie schon gewonnen hat, daran kann sie sich gar nicht mehr so genau erinnern. Sie zählt auf, dass sie zwei Mal Weltmeisterin mit der National-Mannschaft wurde, mit ihrem Team, den Bears Berlin, hat sie von 2012 bis 2016 und 2018 die Damen-Bundesliga gewonnen und dazu in den Jahren 2013 sowie von 2015 bis 2017 die European Champions League. So eine Erfolgsbilanz können nicht einmal Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi vorweisen. Nur im Einzel hat Viviane Widjaja noch keinen Titel gewonnen. Sie spielt ausschließlich im Doppel und sieht sich als Teamplayer.

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Trotz ihrer Trophäensammlung verdient Widjaja ungleich weniger als die besagten Weltkicker – oder auch nur ein Durchschnittsspieler in einer unteren Profi-Liga. Die Anreise zu Turnieren und die Übernachtungen bezahlt die Büro-Kauffrau aus eigener Tasche. Durch den Sieg bei der Deutschen Meisterschaft hat sie sich mit ihrer Partnerin für die Weltmeisterschaft Anfang Juli im spanischen Murcia qualifiziert. Auch da bezahlen kein Sponsor und kein Verband keinen Cent dazu. Auf ihren Sport will sie aber auf keinen Fall verzichten. „Ohne das Kickern würden mir die Freundschaften fehlen“, sagt sie. Mit strahlenden Augen und ansteckendem Lachen erzählt sie von der großen, herzlichen Kicker-Familie. „Am Tisch sind wir Gegnerinnen, nach dem Spiel sind wir Freundinnen.“

In Osnabrück spielt Viviane Widjaja in ihrer Freizeit gerne mal im Grand Hotel oder sie trainiert bei den OSC Mavericks im Haus der Jugend am Montag oder Donnerstag ab 20 Uhr. Das Team hat kürzlich etwas geschafft, was die Fußballer vom VfL noch erreichen wollen: Sie sind in die zweite Bundesliga aufgestiegen.



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