Bilanz und Ausblick Zoo Osnabrück lockt 2019 mit neuer Afrika-Tierwelt und Open-Air-Kino

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Affenstark: Im Zoo Osnabrück wird auch 2019 viel gebaut und veranstaltet, um die Tierhaltung zu verbessern und hohe Besuchereinnahmen zu erzielen. Foto: Gert WestdörpAffenstark: Im Zoo Osnabrück wird auch 2019 viel gebaut und veranstaltet, um die Tierhaltung zu verbessern und hohe Besuchereinnahmen zu erzielen. Foto: Gert Westdörp 

Osnabrück. Der Zoo Osnabrück hat 2018 im fünften Jahr nacheinander die Eine-Million-Besucher-Grenze geknackt. Damit spielt er ab sofort in der Liga der europäischen Großzoos. Umfangreiche Umbauten der Afrika-Tierwelt und jede Menge Veranstaltungen – darunter einige neue – sollen helfen, das hohe Niveau zu halten.

Ausgerechnet der vergangene Hitzesommer hätte dem Zoo Osnabrück um ein Haar die Bilanz verhagelt. Aber dank eines bärenstarken Schlussspurts wurden die wesentlichen Geschäftsziele für 2018 am Schölerberg doch noch erreicht. Als da wären: Einnahmen, die – wenn auch knapp – höher sind als die Ausgaben. Besucherzahlen erneut jenseits der Millionengrenze. Und steigende Werte bei der Kundenzufriedenheit.

Besucher zu jeder Jahreszeit

"Hinter uns liegt das erfolgreichste vierte Quartal unserer Geschichte", sagte der kaufmännische Chef Andreas Busemann bei der Vorstellung der Kennzahlen am Freitag im Zoo. Zurückzuführen sei das vor allem auf ein ausgefeiltes Veranstaltungsprogramm im Herbst und Winter. Von der zum Dauerbrenner avancierenden Lichterausstellung "Zoo Lights", die den Rahmen bot für publikumswirksame Wochenend-Events wie Mittelalter-Markt und Halloween-Festival, bis hin zum sogenannten "Winterzauber" mit Kunsteisbahn, Kletterwald und Reifenrutsche: "Unser Angebot bringt die Menschen dazu, in einer untypischen Jahreszeit den Zoo zu besuchen", stellte Busemann fest. Erstmals seien dadurch Eintrittserlöse von mehr als 6,1 Millionen Euro erzielt worden – was drei Viertel des Budgets ausmacht. 

Ausgaben steigen unaufhörlich

Allerdings würden trotz vieler Sparmaßnahmen auch die Ausgaben des Zoos weiter steigen, erklärte der Geschäftsführer. Ohne Abschreibungen beliefen sie sich 2018 auf knapp über 8 Millionen Euro. Das meiste davon ging fürs Personal drauf. (Weiterlesen: Alles muss raus – Was macht der Zoo Osnabrück mit seinem Mist?)



Stadt muss Zuschuss erhöhen

Weil aber zugleich dringend notwendige Gehege-Umbauten anstehen, ist es laut Busemann "nicht möglich, den Zoo aus eigener Kraft zukunftssicher aufzustellen". Das gelinge nur, wenn die Stadt Osnabrück auf Dauer einen zusätzlichen Zuschuss von mindestens einer halben Million Euro jährlich gewährt. Mit Rat und Verwaltung würden bereits Verhandlungen geführt. Eine Entscheidung soll in den kommenden Monaten fallen. Zoopräsident Reinhard Sliwka zeigte sich optimistisch: 

"Der Zoo Osnabrück gilt als beliebteste Freizeiteinrichtung der Region, zieht zahlreiche Besucher an und generiert in Stadt und Landkreis eine hohe Wertschöpfung. Wir freuen uns, dass die Politiker in ersten Gesprächen ebenfalls eine hohe Wertschätzung für den Zoo und sein Anliegen zeigten."
Blicken zurück auf ein "hartes, aber erfolgreiches" Jahr 2018 für den Zoo Osnabrück: (von links) Geschäftsführer Andreas Busemann, Präsident Reinhard Sliwka und Prokuristin Lisa Josef. Foto: Jörn Martens


Hohe Bereitschaft zur Weiterempfehlung

Immerhin wähnt der Zoo sich auf dem richtigen Weg, was seine Entwicklung angeht. Die jährlichen Besucherzahlen haben sich im siebenstelligen Bereich eingependelt. Darüber hinaus zeigen Ergebnisse einer repräsentativen Kundenbefragung, die das Osnabrücker Unternehmen Muuuh! Consulting im Auftrag des Zoos durchführt, dass unter den Gästen hohe Bereitschaft zur Weiterempfehlung besteht. Demnach ist im Vergleich zum Vorjahr der Net Promoter Score (NPS) genannte Wert sogar noch gestiegen: von 63,5 auf 74,3. "Beides sind sehr gute Werte", erklärte Busemann. 2017 hätten jedoch große Baustellen, etwa am Menschenaffenhaus und im Bereich der neuen Nordamerika-Tierwelt, den NPS geschmälert. Seit der Eröffnung von "Orang-Utan-Dschungeltempel" und "Manitoba" gehe es bei der Kundenzufriedenheit wieder bergauf. 



Erst die Nashörner, dann die Löwen

"Letzte Schwachstellen bei der Tierpräsentation" sollen schnellstmöglich beseitigt werden, kündigte Busemann an. Aktuell wird bereits die Nashornanlage umgebaut – als erster Teil der neuen Afrika-Tierwelt "Mapungubwe". Bis zum Sommer soll das Gehege der grauen Riesen vergrößert und mit einem jener Besucher-Höhenpfade ausgestattet sein, wie sie für den hügeligen Osnabrücker Waldzoo immer typischer werden. (Weiterlesen: Tote Hose im Tal der grauen Riesen – Wie der Zoo Osnabrück die Nashornzucht ankurbeln will)

Anschließend beginnt am Schölerberg der Umbau der Löwenanlage. Der 2016 gegründete Fundraising-Verein "Löwen für Löwen" hat dafür bereits 350.000 Euro eingesammelt – ein Vielfaches der ursprünglich angepeilten Summe. Neues Spendenziel sind jetzt 500.000 Euro. Die Gesamtkosten von "Mapungubwe" belaufen sich nach Angaben des Zoos auf ungefähr 4 Millionen Euro. Ein Viertel davon sind Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Den Rest stemmt der Zoo über kommunal verbürgte Kredite.


Baumaßnahmen im Zoo Osnabrück seit 2009

2009 Unterirdischer Zoo: 1,2 Millionen Euro
2010 Eröffnung der afrikanischen Tierwelt Takamanda: 11 Millionen Euro
2011 Eröffnung der nordischen Tierwelt Kajanaland: 3,5 Millionen Euro
2012 Umbau des Affentempels in der asiatischen Tierwelt Angkor Wat: 550.000 Euro
2014 Eröffnung des Tiger-Tempelgartens in Angkor Wat: 1,3 Millionen Euro; Umbau des Südamerika-Areals: Förderung durch die Karmann-Stiftung: 55.000 Euro
2015 Erweiterung der Klammeraffen-Anlage: Förderung durch die Zoogesellschaft: 11.000 Euro
2017 Orang-Utan-Dschungeltempel in Angkor Wat: 1,5 Millionen Euro; Eröffnung der Fledermausgrotte im Unterirdischen Zoo mit Förderung der VR-Stiftung: 10.000 Euro
2018 Eröffnung der umgebauten Mönchsgeier-Voliere: Förderung der Haarmann-Stiftung 50.000 Euro, Förderverein 20.000 Euro; Eröffnung der nordamerikanischen Tierwelt Manitoba: 3,5 Millionen Euro
In Arbeit: Umbau und Vergrößerung der Löwen- und Nashornanlage mit Höhenpfaden (Projekt Mapungubwe, bis 2020): 4 Millionen Euro
In Planung: Umbau Elefantenpark in den nächsten fünf Jahren, Schätzkosten 6 Millionen Euro 


Höhepunkte im Veranstaltungskalender 2019

Neben symbolträchtigen Spatenstichen sieht der Jahreskalender 2019 im Zoo aber noch weitere Höhepunkte vor, die Besucher in Scharen anlocken und für einen warmen Geldregen sorgen sollen. Am 8. Juni ist zum Beispiel ein Golfturnier zugunsten der Löwen auf Gut Arenshorst (Bohmte) geplant. Am 12. Juni steht das "Rudelsingen" am Affentempel auf dem Programm. Vom 1. bis 31. August wird erstmals ein Open-Air-Kino im Zoo aufgebaut .

Die "Löwenmahlzeit" findet am 13. September statt, die Zoo-Gala am 23. November. Vom 14. September bis 10. November sind am Schölerberg wieder die "Zoo Lights" zu sehen – diesmal selbst produziert. Gespickt wird die Lichterausstellung mit beliebten Sonderveranstaltungen wie Mittelalter-Markt, Halloween-Festival, Comedy-Nights und Kinder-Laternenwoche. (Weiterlesen: Inventur im Zoo Osnabrück – Das sind die größten, schwersten und ältesten Tiere)




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