Theater sucht Mitspieler Osnabrücker Festival will ein Stück entwickeln

Sie stellen erstmals das neue Projekt vor: Marie Senf (von links), Dietz-Ulrich von Czettritz und Schauspieldirektor Dominique Schnizer.  Foto: David EbenerSie stellen erstmals das neue Projekt vor: Marie Senf (von links), Dietz-Ulrich von Czettritz und Schauspieldirektor Dominique Schnizer. Foto: David Ebener
David Ebener

Osnabrück. Das Osnabrücker Theater sucht Bürgerinnen und Bürger, die Lust haben in einer Produktion zur Zukunft des Menschen im Rahmen des Festivals "Spieltriebe" mitzuspielen.

Etwas Neues will das Osnabrücker Theater für sein Festival „Spieltriebe“ gleich nach der Sommerpause wagen: Osnabrücker Bürgerinnen und Bürger sollen gemeinsam mit Schauspielern auf der Bühne agieren, und zwar gleich mal ganz groß: Das gemeinsam entwickelte Stück wird die Rahmenproduktion aller Routen des Festivals im Theater am Domhof sein.

 Das vorläufige Motto der diesjährigen „Spieltriebe“ lautet „Der neue Mensch“ und fragt nach der Zukunft, erläutert Festivaldramaturgin Marie Senf. Wer also Fragen an die Zukunft hat oder sich über sie Sorgen macht, wer Utopien oder ihr Gegenteil, Dystopien einbringen will, kann sich beim Theater melden. Was nicht heißt, dass sich diese Gedanken am Ende eins zu eins im Stück wiederfinden. Es handele sich um einen gemeinsamen kreativen Prozess.

Rund 20 Bürgerinnen und Bürger können im Alter von 18-70 Jahren mitwirken. In neun Workshops werden die Ideen und Themen zusammengetragen und gemeinsam mit dem Regisseur Jakob Fedler zum Stück entwickelt. Fedler hat mit Laienspielern schon im März 2018 erfolgreich „Der Hauptmann von O“ mit Geflüchteten auf die Bühne gebracht.

 Ab 18. Mai wird dieses Stück dann gemeinsam mit den Schauspielern geprobt, unterbrochen natürlich von der Spielzeitpause vom 8. Juli bis 16. August. Doch nicht Jeder, der ein Anliegen zum Thema hat, muss auch mitspielen und nicht Jeder, der gern mitspielen will, muss auch ein Thema mitbringen, betont Dietz-Ulrich von Czettritz, der Leitende Theaterpädagoge. Auch seien keine Theatervorerfahrungen nötig. Besonders gern könnten sogar Bürger mitmachen, die noch nie im Theater gewesen seien. Sie könnten dann das Haus und seine Arbeitsweise kennen lernen, sagt Schauspieldirektor Dominique Schnizer. Und umgekehrt will sich das Theater neuen Zuschauern und in diesem Fall Mitspielern öffnen.

Natürlich sei es möglich, sich die Sache beim ersten Workshop anzuschauen und dann zu entscheiden, betont Dietz-Ulrich von Czettritz. Ab dann heißt es mitmachen: Nach den Workshops folgen bis zu vier Proben wöchentlich, und bis zu sechs Proben in der Endprobenzeit vom 26.8. bis 4.9., ab 18 Uhr jeweils.

Jakob Fedler habe große Erfahrung im Umgang mit Laienspielern, betont Marie Senf. Er arbeitet seit 2009 als freier Regisseur.


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