Qualifizierungsprojekt "Stark im Beruf" Geflüchtete Mütter werden in Osnabrück aufs Berufsleben vorbereitet

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Gergana Georgieva (links) und Eugenie Becker wollen geflüchteten Müttern beim Berufseinstieg helfen. Foto: DornGergana Georgieva (links) und Eugenie Becker wollen geflüchteten Müttern beim Berufseinstieg helfen. Foto: Dorn

Osnabrück. In Osnabrück leben fast 700 Frauen mit Fluchterfahrung von Sozialleistungen; die meisten von ihnen haben keinen Berufsabschluss. An geflüchtete und zugewanderte Mütter richtet sich jetzt ein neues Qualifizierungsangebot.

105 Mütter sollen in den kommenden dreieinhalb Jahren aufs Berufsleben vorbereitet werden: Das ist die Zielvorgabe, die sich der Flüchtlingshilfeverein Exil und die Gesellschaft für Berufsförderung und Ausbildung (Geba) gesetzt haben. Sie bieten die von Bund und EU geförderte Qualifizierung gemeinsam an. "Für uns ist es schon ein Erfolg, die Mütter überhaupt in eine Qualifizierung zu bekommen", sagt Geba-Regionalleiter Ulrich Lueg. 

Vor allem dabei soll der Exilverein helfen, der anders als Jobcenter und Arbeitsagentur keine Behörde ist, sondern einen großen Vertrauensvorschuss unter Geflüchteten genießt. Exil bietet beispielsweise eine internationale Frauengruppe an, in der sich geflüchtete Frauen in lockerer Atmosphäre austauschen können. 

Hemmschwelle senken

"Wir versprechen uns, dass so die Hemmschwelle sinkt", sagt Andrea Kreft von der Osnabrücker Agentur für Arbeit. Und das Osnabrücker Jobcenter erhofft sich von dem Projekt, auch Frauen aus Rumänien oder Bulgarien zu erreichen, wie Jobcenter-Teamleiterin Markt und Integration Ilse Huser betont. Viele der Mütter mit Flucht- oder sonstigem Migrationshintergrund seien zu Hause gehalten, sich um die Kinder zu kümmern. "Wir müssen erst einmal dafür sorgen, dass sie überhaupt die deutsche Sprache lernen", so Huser. Und manchen sei noch nicht einmal bewusst, dass sie auch offen Probleme ansprechen können – das geht von Schwierigkeiten mit der Busverbindung über die Forderung des Ehemannes, dass sie sich um Haushalt und Kinder kümmern müssen, bis hin zu traumatischen Fluchterlebnissen. 

Vom deutschen Arbeitsmarkt hätten viele geflüchteten Frauen gar keine Vorstellung, berichtet Ulrich Lueg. Eine Mitarbeiterin von Exil und eine Mitarbeiterin der Gesellschaft für Berufsförderung und Ausbildung werden die Teilnehmerinnen in Einzel- und Gruppengesprächen betreuen. Es geht um die Vermittlung beruflicher Perspektiven, das Erstellen von Bewerbungsunterlagen und letztlich auch die Frage der Kinderbetreuung. 30 Frauen können jährlich teilnehmen.

Infotreffen

Am Freitag, 8. Februar, bieten die beiden Mitarbeiterinnen von 10 bis 12 Uhr ein unverbindliches Infotreffen an, und zwar im Gemeindezentrum der evangelisch-reformierten Gemeinde in der Bergstraße 16. Einen zweiten Termin gibt es dort am Freitag, 8. März, von 14 bis 16 Uhr. Exil stellt bei der Gelegenheit noch ein zweites Angebot vor, bei dem es um die Vermittlung von EDV-Kenntnissen für den Beruf geht. Fragen beantworten sie per E-Mail an eugenie.becker@exilverein.de oder georgieva@geba-osnabrueck.de oder telefonisch: 0541/350271-23.




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