Theaterspielzeit Frauenliebe und -leben: Liederabend mit Katharina Morfa

Jan Kampmeier

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Mit ihrem Liederabend empfiehlt sie sich nachdrücklich: Katarina Morfa neben An-Hoon Song (Klavier) im Theater am Domhof. Foto: Jörn MartensMit ihrem Liederabend empfiehlt sie sich nachdrücklich: Katarina Morfa neben An-Hoon Song (Klavier) im Theater am Domhof. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Katharina Morfa sowie am Flügel An-Hoon Song und Eline Brys präsentierten im oberen Foyer des Theaters Lieder von Schumann, Schubert und Wolf.

Eine Stimme, die jung und angenehm klingt – schon mal keine Schlechte Voraussetzung für den ersten Liederabend der Theaterspielzeit. Mezzosopranistin Katharina Morfa, seit zwei Jahren im Osnabrücker Ensemble, ist vermutlich vielen Opernfreunden noch nicht ganz so präsent wie einige ihrer Kollegen, die schon länger am Theater sind, und aktuell singt sie auch keine große Partie. Mit ihrem Liederabend allerdings empfiehlt sie sich nachdrücklich.

Ihr Thema ist „Frauenliebe und -leben“, und natürlich steht der gleichnamige Zyklus Schumanns im Mittelpunkt. Technisch gesehen liefert Katharina Morfa eine saubere Leistung, artikuliert klar und deutet die Stimmungen deutlich und intensiv aus, lässt sie nicht nur zwischen den Liedern, sondern immer wieder auch innerhalb ein und derselben Nummer umschlagen. Das alles erfreulicherweise ohne Übertreibung, die Natürlichkeit bleibt gewahrt. So macht sie auch dort eine gute Figur, wo es einfach und schlicht zugehen darf und soll, zum Beispiel „Du Ring an meinem Finger“. Das Drama bleibt in diesem Liederzyklus bis ganz zum Schluss ausgespart, doch leider schaltet sich ausgerechnet beim traurigen, im absoluten Pianissimo vorgetragenen Schlusslied die Lüftung vernehmlich rauschend ein.

Staunen kann man über den kleinen Exkurs von Christoph Lang, der einige Bildpostkarten aus der Sammlung Sabine Giesbrecht präsentiert: In den 1920er Jahren gab es tatsächlich zu jedem der Lieder Schumanns eine entsprechend gestaltete Postkarte – man stelle sich das einmal heute vor.

Katharina Morfas Partner an den Tasten ist bei Schumann Kapellmeister An-Hoon Song, der absolut souverän beweist, dass er auch mit dem Flügel prima umgehen kann. Später übernimmt Solorepetitorin Eline Brys seinen Platz und spielt mit teilweise fabelhaft sensiblem Anschlag Lieder von Wolf und Schubert. Zusammen mit Katharina Morfa vermag sie die Aufmerksamkeit auch dort zu fesseln, wo es mit den Texten Eduard Mörikes etwas komplexer wird. Einen starken Kontrast nach dem reichlich ernsten Abend bringen die beiden mit der Zugabe, dem feurigen Canto negro des Spaniers Xavier Montsalvatge.


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