Zehn Hektar an der A30 In Voxtrup soll das nächste große Baugebiet entstehen

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10 Hektar groß ist das Areal an der Steiniger Heide, das zu einem Wohngebiet werden soll. Foto: Gert Westdörp10 Hektar groß ist das Areal an der Steiniger Heide, das zu einem Wohngebiet werden soll. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Direkt an der Autobahn 30 plant die Stadt in Voxtrup ein weiteres Baugebiet – und das wird groß: Rund zehn Hektar umfasst der Acker zwischen Autobahn, Friedhof, Heinrich-Riepe-Straße und Steiniger Heide, auf dem Wohnhäuser entstehen sollen.

Zur Einordnung: Das Mega-Neubaugebiet Landwehrviertel, das derzeit entsteht, hat eine Fläche von 37 Hektar. Viele freie Flächen für neue Baugebiete hat die Stadt nicht mehr – und gleichzeitig gilt die Zielvorgabe, bis 2020 Planungsrecht für 3000 neue Wohneinheiten zu schaffen. Eine Wohnbedarfsprognose ergab 2015 einen Mehrbedarf an 8000 neuen Wohneinheiten bis 2030. Das größte Potenzial steckt in ungenutzten Baulücken – doch an die kommt die Stadt nicht ran, weil die Grundstücke (oft große Gärten) den Hauseigentümern gehören. 

Dem Areal in Voxtrup kommt daher erhebliche Bedeutung zu; es wird eines der größten derzeitigen Baugebiete, die Osnabrück zu bieten hat.

Zwei Herausforderungen müssen die Planer meistern: Erstens den Lärm durch die angrenzende Autobahn, zweitens die Bedeutung des Ackers für das Stadtklima, denn die Fläche versorgt die nördlich gelegenen Siedlungsgebiete im Sommer mit kühler Luft. „Diese stadtklimatischen Funktionen sind bei der städtebaulichen Konzeption zu berücksichtigen“, sagt die Verwaltung.

Foto: Gert Westdörp

Wie wichtig die klimatischen Aspekte der Grünflächen bei der Planung von Baugebieten sind, zeigte sich im Herbst 2018: Da wollte der Osnabrücker Rat eigentlich schon den Startschuss für das Planverfahren für ein Baugebiet östlich des Schinkeler Friedhofs geben. Im Frühjahr hatte die Stadt dort rund 16 Hektar Land erworben – es wäre das zweitgrößte Baugebiet nach dem Landwehrviertel. Doch wegen erheblicher Sorgen um die Frischluftzufuhr für die Stadt wurde die Beschlussfassung vertagt. Wieviel der Fläche tatsächlich nutzbar sein wird, ist noch offen.

Areal schon seit 2001 im Blick

Doch zurück zum Gebiet Steiniger Heide in Voxtrup. Schon 2001 hatten die Stadtplaner die Fläche als potenzielles Baugebiet im Visier und nahmen es als Wohnbaufläche in den immer noch gültigen Flächennutzungsplan auf. Jetzt ist ein Investor gefunden, der seit 2016 an dem Projekt arbeitet, wie aus der Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der SPD-Fraktion hervorgeht.

Forderungen nach der konkreten Ausgestaltung werden jetzt schon laut: 80 Prozent der Fläche müssten mit mehrgeschössigen Wohngebäuden bebaut werden, forderte Grünen-Ratsherr Michael Kopatz in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses – zum einen wegen der herrschenden Wohnungsnot in Osnabrück, zum anderen, weil die Grünen der Meinung sind: Wenn schon wertvolle Grünflächen bebaut werden, dann soll sich das auch lohnen.

Auch die FDP ziehe Geschosswohnungsbau vor, sagte Oliver Hasskamp. „Ob sich das mit der Autobahn in Einklang bringen lässt, wird sich zeigen.“ Und Wulf Siegmar Mierke (UWG) warnte davor, nicht nur den Wünschen der Investoren Rechnung zu tragen.

Geplant ist derzeit eine Mischung aus mehrstöckigen Wohnhäusern, Reihen- und Doppelhäusern – sowohl zur Miete als auch zum Kauf. Der Stadtentwicklungsausschuss sprach sich bereits dafür aus, den Aufstellungsbeschluss für das Baugebiet zu fassen. Stimmt am 29. Januar auch der Rat zu, geht es an die Detailplanung.


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