Kunst via Computer und Smartphone Osnabrücker Kunst-Projekt ähnelt "Escape Room"-Spiel

"360° Art" nennt sich das neuartige Kunstvermittlungs-Projekt, das hase 29 initiiert hat.  Foto: Gert Westdörp"360° Art" nennt sich das neuartige Kunstvermittlungs-Projekt, das hase 29 initiiert hat. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Hase 29, die Osnabrücker Gesellschaft für zeitgenössische Kunst, geht innovative Wege, um Kunst gerade für junge Leute virtuell erfahrbar zu machen.

„Escape-Room“ nennt sich ein Spiel, bei dem in einem Raum Rätsel gelöst werden müssen, um den Ausgang finden zu können. Seit Kurzem kann man im Internet an einem ähnlichen Spiel teilnehmen, um einer Kunstausstellung auf die Spur zu kommen. "360° Art" nennt sich das neuartige Kunstvermittlungs-Projekt nicht nur für junge Leute, das die Osnabrücker Gesellschaft für zeitgenössische Kunst initiiert hat. Zunächst kann man einen Ausstellungsraum besuchen, der in einer 360°-Panorama-Sicht erfahrbar ist. Wer bestimmte Aufgaben erfüllt, erhält einen Lösungscode, der den Zugang zu einem Video auf YouTube gewährleistet.

„Das Verstecken der gelben Zettel im Raum hat am meisten Spaß gemacht“, sagt der zwölfjährige Jake Pettke. Er ist einer von fünf Jugendlichen, die, angeleitet vom Medienbeauftragten Stefan Hestermeyer, an der Realisierung der virtuellen Kunst-Schnitzeljagd beteiligt waren. Auf den Zetteln ist eine Buchstaben/Zahlen-Kombination zu entdecken, die zu dem Lösungscode führt.

„Die 360°-Software haben wir für die Kunst zweckentfremdet. Eigentlich wird sie im Immobilien-Geschäft genutzt, um Objekte, die zum Verkauf stehen, virtuell erkunden zu können“, sagt Arne Albers von der Firma Motion Media. Er wurde von der Kunstgesellschaft engagiert, auf dass er die spezielle Technik nutzbar macht. Er ermöglichte es auch, dass man den Trip durch den virtuellen Raum durch Kippen und Neigen des Smartphone-Displays steuern kann. „Gyroskop“ wird der Trick genannt, mit dem man eigentlich die Ausrichtung eines Smartphones sowie dessen Position bestimmen kann.

41 Teilnehmergruppen mit zirka 500 Jugendlichen hatten an den Workshops teilgenommen, die Birgit Kannengießer, Leiterin der Kunstvermittlung im Kunstraum Hase 29, geleitet hat. Die jungen Menschen aus Kitas, Schulen oder Einrichtungen wie der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück hatten in Anlehnung an die Kunstwerke, die in der Ausstellung „so urban! Kunst und Stadtverortungen“ zu sehen waren, selbst kreativ gearbeitet. Die Resultate sind jetzt in den Panorama-Ansichten zu entdecken, zusammen mit kurzen Texten und Videos, die die Teilnehmer selbst herstellten.

„360° Art“, gefördert von der Felicitas und Werner Egerland Stiftung, soll zu einer dauerhaften Einrichtung werden, mit der junge Leute Lust auf Kunst bekommen, indem sie sie mit den Medien entdecken, mit denen sie vertraut sind.


Infos unter www.hase29.de

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