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Von Solarblumen bis zum Elektroflitzer 10000 Besucher informieren sich bei Energiemesse in Osnabrück

Von Marie-Luise Braun


Osnabrück. Heizen mit Holz, Fahren mit Strom, Wasser erhitzen mit der Sonne: Vielfältig waren die Themen, denen sich die Energiemesse am Wochenende widmete. Und sie zeigte auch im achten Jahr: Die Umwelt kann auf vielen Wegen geschützt werden. Das sieht nur nicht gut aus, es ist auch interessant und spart dauerhaft Geld.

Rund 10000 Gäste besuchten die Messe mit ihren 70 Ausstellern im Zentrum für Umweltkommunikation laut Veranstalter, der Public Entertainment AG. Direkt am Eingang zog ein kleiner Flitzer die Aufmerksamkeit auf sich. Ein schwarzer Zweisitzer mit Flügeltüren. „Ein echter Hingucker“, wie Daniel Busati vom Autohaus Hasepark meint. Und das, obwohl der Sound des Renault Twizy beim Starten nicht ansatzweise an einen Ferrari erinnert. Eher im Gegenteil: Elektroautos sind leise. Sie werden über einen Akku angetrieben, der rund 100 Kilometer weit reicht. 80 Sachen macht der Twizy maximal.

„Er fasziniert durch seine Optik“, sagt Busati. Beim Überführen des Fahrzeugs vom Verkaufsgelände zur Energiemesse hätten deshalb auch zwei Polizeistreifen Interesse signalisiert und den Fahrer kurzerhand um Information gebeten. Die Nachfrage nach Elektroautos sei sehr gut, befindet Daniel Busati. „Dreieinhalb Stunden dauert es, bis der leere Akku wieder komplett geladen ist“, erläutert er. Das geht ganz einfach an der Steckdose in der Garage – oder an einer der kostenlosen Stromtankstellen, die die Stadtwerke in Osnabrück aufgebaut haben.

Davon profitieren auch Besitzer von Solarrollern, wie sie Michael Schrempel von OS Solar auf der Messe ausstellt. Zusammen mit seinem Kollegen Michael Bergmeyer von Solar-Service berät er Messebesucher und Kunden auch zum Einbau von Solar- und Fotovoltaikanlagen.

Mit Geldanlagen im weiteren Sinne befasst sich Otto Wetzig. Er ist Vorstandsvorsitzender der Bürgerenergiegenossenschaft NWerk. „Wir betreiben Fotovoltaikanlagen, mit denen wir so viel Strom erzeugen, wie 120 Haushalte durchschnittlich verbrauchen“, erläutert er. 500 Euro kosten die Genossenschaftsanteile, die Mitglieder erworben haben – und weiterhin kaufen können. „Im kommenden Jahr können wir wahrscheinlich die erste Rendite auszahlen“, sagt Wetzig und ergänzt: „Wenn die Sonne weiterhin so schön scheint, sieht es ganz gut aus.“

Künftig will sich NWerk weiteren Feldern der erneuerbaren Energien öffnen. „Wir widmen uns jetzt der Windenergie, außerdem wollen wir Nahwärmekonzepte bauen und betreiben“, sagt Wetzig. Um hierfür die entsprechenden Rohstoffe liefern zu können, hat das NWerk im vergangenen Jahr mit dem Teutoburger Energienetzwerk die Brennwerk GmbH ausgegründet.

Um das Dämmen und damit das Einsparen von Energie geht es am Stand der Dachdecker-Innung. „Da sind 20 bis 50 Prozent Energieeinsparung im Vergleich zum bisherigen Verbrauch drin“, ist sich Dachdecker-Meister Günter Weber sicher. Mit einem Modell zeigt er, wie anhand einer Aufsparrendämmung die bisherige Dämmung eines Dachs integriert werden kann – und so auch Baukosten eingespart werden. „Wir sind ja mittlerweile alle Umwelttechniker“, sagt er über seine Dachdecker-Kollegen, die sich immer auf dem Laufenden halten.