Bauen in die Höhe „oberste Priorität“ SPD Osnabrück: Tiny Houses eine „gute Ergänzung des Wohnangebotes“

Von Jörg Sanders und PM

Tiny Houses liegen im Trend. Foto: dpa/Patrick PleulTiny Houses liegen im Trend. Foto: dpa/Patrick Pleul

Osnabrück. Die Grünen wollen sie, die Verwaltung ist nicht abgeneigt, und auch aus Sicht der SPD stellen sie eine „gute Ergänzung des Wohnangebotes“ dar: Tiny Houses. Die winzigen Häuser liegen im Trend. Die SPD unterstützt die Idee einer Mustersiedlung.

„An Stellen, wo eine klassische Wohnbebauung nicht oder nur schwer möglich ist, sollte die Bauverwaltung über eine ‚Mustersiedlung‘ nachdenken und im zuständigen Stadtentwicklungsausschuss denkbare Szenarien vorstellen“, werden Frank Henning, Chef der Rats-SPD, und Heiko Panzer, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, in einer Pressemitteilung zitiert.

Die Verwaltung ist der Idee der Grünen, Flächen für Minihäuser zur Verfügung zu stellen, nicht abgeneigt. Sie präferiert aber das Bauen in die Höhe, um mehr Wohnraum zu schaffen, den Osnabrück braucht, hatte Stadtplaner Franz Schürings unserer Redaktion gesagt.

Tiny Houses – Wohnen im Schuhkarton

Tiny Houses sind sehr kleine Wohngebäude mit zumeist nur zwischen 15 und 40 Quadratmetern, in der Regel auf Anhängern. Sie beschränken sich auf einen kleinen Wohnbereich, eine kleine Kochecke sowie einen Sanitärbereich. Sie sind in der Regel auf eine Person ausgelegt. Sie kosten zumeist zwischen 25.000 und 80.000 Euro – je nach Größe und Ausstattung.
Der Trend aus den USA wird auch in Deutschland immer beliebter. Im Fichtelgebirge existiert bereits eine Siedlung, die Stadt Basel sprach sich kürzlich dafür aus, ein Areal für eine solche Siedlung zu suchen.
Diese Minihäuser unterliegen dem Baurecht. So können sie nicht einfach auf einer Wiese gestellt und bewohnt werden. Selbst auf Rädern gelten sie nicht als Wohnwagen, sondern nach der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO) als Gebäude. Daher können sie nur auf erschlossenen Grundstücken platziert werden. Diese müssen ans öffentliche Straßen-, Wasser-, Abwasser-, Wärme- und Stromnetz angeschlossen sein, obgleich es sich in vielen Tiny Houses autark leben lässt: Sie verfügen über Wassertanks und eine Solaranlage. Das Baurecht gelte auch für Gebäude auf Rädern, sagte Schürings. „Das macht planungsrechtlich keinen Unterschied.“ Ob Anhänger oder nicht: „Das sind dauerhafte, feststehende Gebäude“, erklärte er. yjs

Dem schließt sich die SPD in Anbetracht der angespannten Wohnungssituation an. „Wir müssen Bauflächen ausweisen, vor allem die, die im städtischen Eigentum sind, und diese optimal nutzen, damit vor allen Dingen bezahlbarer Wohnraum für zum Beispiel Familien und Alleinerziehende entsteht“ so Henning weiter. Es fehle vor allem günstiger Wohnraum. „Wenn darüber hinaus Flächen für Tiny Houses in einer Gesamtbetrachtung der Entwicklungsflächen sinnvoll erscheinen, sind wir selbstverständlich dabei“, so Henning und Panzer abschließend.

Ein Tiny House in den USA. Foto: imago/ZUMA Press


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