Konzert in Osnabrück Trompeter Ludwig Güttler mit Barockmusik in St. Katharinen

Von Jan Kampmeier

Als Trompeter ist er eine Legende: Ludwig Güttler spielte am Mittwoch in St. Katharinen. Foto: Swaantje HehmannAls Trompeter ist er eine Legende: Ludwig Güttler spielte am Mittwoch in St. Katharinen. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Osnabrück. Ludwig Güttler gab sich am Mittwoch in St. Katharinen in Osnabrück die Ehre. Gemeinsam mit seinen Kollegen Friedrich Kircheis und Johann Clemens spielte er ein Programm mit festlicher Barockmusik.

Ohne seinen unermüdlichen Einsatz stünde die Dresdner Frauenkirche heute womöglich noch nicht wieder, und als Trompeter ist er eine Legende: Ludwig Güttler spielte am Mittwoch in St. Katharinen. Sein Ton entfaltet sich strahlend und klar, füllt die Kirche mühelos mit Klang. Doch natürlich ist Güttler mit seinen 75 Jahren nicht mehr der Jüngste, und so hat er, neben dem Organisten Friedrich Kircheis, seinem musikalischen Partner seit 40 Jahren, den jungen Kollegen Johann Clemens mitgebracht, der ebenfalls Trompete und Corno da caccia spielt.

Güttler spielt nur wenige Stücke allein

Natürlich ist das Publikum wegen Güttler gekommen und nicht wegen Johann Clemens, doch der überflügelt ihn mit seinem Spiel ziemlich deutlich. Güttler spielt ohnehin nur wenige Werke allein, nämlich eine Sonate von Loeillet sowie den Choral „Wie schön leucht uns der Morgenstern“ von Homilius. Dazu kommen einige Duette mit Johann Clemens, dem er dabei die höhere Stimme überlasst. Der wiederum zeigt in seinen Solostücken, vor allem einer Suite Händels, den sanfteren, leichteren und beweglicheren Ton. Außerdem interpretiert er den berühmten Bach-Choral „Jesu bleibet meine Freude“ und teilt sich mit Güttler den nicht minder berühmten „Wachet auf ruft uns die Stimme“. Klanglich besonders auffällig ist ein Konzert Johann David Heinichens, dass Ludwig Güttler und Johann Clemens auf zwei Corni da caccia spielen, die einen ganz eigenen, ungewöhnlichen und wesentlich wärmeren Klang haben als die Trompete.

Nahezu skurrile Klänge

Auch Organist Friedrich Kircheis übernimmt gleich mehrere Solowerke und scheut sich dabei nicht, immer wieder die mehr als auffälligen Posaunen und Trompeten der Orgel in St. Katharinen zu verwenden, auch wenn dass mitunter fast skurril klingt, etwa in Bachs Präludium a-moll BWV 543 im Pedal. Kircheis spielt neben Bach weitere Werke von Walther und Bruhns und offenbart dabei einen wuchtigen, zupackenden Ansatz. Im Zusammenspiel läuft zwischen den Musikern alles reibungslos, zwei kurze Zugaben zu dritt beenden ein klanglich eindrucksvolles Konzert.


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