Schnupperstunde in Osnabrück Musikerin Akampita Steiner erklärt den Obertongesang

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Akampita Steiner erläuterte in der Stadtbibliothek den Obertongesang. Foto: Swaantje HehmannAkampita Steiner erläuterte in der Stadtbibliothek den Obertongesang. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Lauschrausch“ stellte die Musikerin und Schauspielerin Akampita Steiner in der Stadtbibliothek die Technik des Obertongesangs vor.

Akampita Steiner nimmt kein Blatt vor den Mund: „Obertongesang macht nicht schön“, versichert sie ihren Zuhörern in der Stadtbibliothek. Aber bei dieser speziellen Gesangstechnik gehe es nicht um Äußerlichkeiten, sondern um den entspannenden Effekt, der durch die Schwingungen erzielt wird, die der Obertongesang im Kopf, im Hals und im gesamten Brustbereich erzeugt.

„Lauschrausch“ nennt sich die Schnupperstunde, an der rund 20 Personen in der Stadtbibliothek teilnehmen. Einmal im Monat wird im Rahmen der Veranstaltungsreihe ein bestimmtes Instrument vorgestellt. Den Klängen von Marimba und Ukulele durften die Teilnehmer im vergangenen Jahr bereits lauschen.

 Jetzt hat Beatrice le Coutre-Bick vom Musikbereich der Bibliothek eine Musikerin eingeladen, die sich eigentlich dem Liedersingen zur Gitarre verschreiben hat. In den späten 1990ern sei Akampita Steiner dann von ihrer älteren Schwester zu einem Obertonkonzert mitgenommen worden – und schon war es um sie geschehen. Intensiv setzte sie sich fortan mit den verschiedenen Formen dieser Gesangstechnik auseinander. „Jeder Kontinent hat seine eigene Obertontradition“, sagt sie. Ob gregorianisch oder orientalisch-byzantinisch, ob der Kehlgesang in der Mongolei oder die faszinierenden Töne der Xhosafrauen in Südafrika, die Stile sind vielfältig.

Um zu veranschaulichen, was Obertöne sind, hält Steiner im Lesecafé der Bibliothek jedem Zuhörern eine Klangschale ans Ohr, schlägt sie an: Tatsächlich hört man neben dem Grundton verschiedene Teiltöne, die die Klangfarbe beeinflussen. Und so funktioniert auch der Obertongesang. Steiner nimmt eine Shruti-Box zu Hand, eine Art Handorgel, mit der sie einen Bordunklang erzeugt, einen anhaltenden Dauerton. Dann versetzt sie ihre Stimmbänder in Schwingungen, sie wölbt ihren Mund nach vorn und schon bald hört es sich an, als legten sich pfeifende Klänge über den gesungenen Ton.

„Wenn sie ihre Sensibilität für Schwingungen steigern, wird es ihnen so wie mir gehen. Ich höre aus den Geräuschen eines laufenden Schiffsmotors oder Staubsaugers Melodien heraus“, sagt die in Ostwestfalen geborene Musikerin und Schauspielerin. 2014 zog sie nach Osnabrück, weil sie unbedingt in einer Stadt leben wollte. Als freischaffende Künstlerin singt sie Chansons, sie vertont Gedichte und singt sozialkritische Lieder. Zu einer musikalischen Lesung zu Ehren von Else Lasker-Schüler war Akampita Steiner schon einmal zu Gast in der Stadtbibliothek. „Dabei habe ich erfahren, dass Frau Steiner den Obertongesang beherrscht“, erklärt Beatrice le Coutre-Bick. Als mit „Lauschrausch“ als neue Veranstaltungsreihe initiiert wurde, stand die Oberton-Schnupperstunde schon bald auf dem Programm. In den nächsten Monaten wird zunächst die Querflöte, danach unter anderem das Banjo und das Bandoneon vorgestellt.


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