Comedian, Synchronsprecher, Schauspieler Jan van Weyde nimmt im Rosenhof die Medienwelt aufs Korn

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Comedian Jan van Weyde ist auch Schauspieler und Synchronsprecher. Auf diesen Erfahrungen basierte die zweite Hälfte seines Programms, in der er sich über deutsches Fernsehen amüsierte. Foto: André HavergoComedian Jan van Weyde ist auch Schauspieler und Synchronsprecher. Auf diesen Erfahrungen basierte die zweite Hälfte seines Programms, in der er sich über deutsches Fernsehen amüsierte. Foto: André Havergo

Osnabrück. Im kleinen Kreis trat der Kölner Comedian Jan van Weyde am Mittwochabend im Foyer des Rosenhofs auf. Vor allem sein spöttischer Blick auf den TV-Betrieb überzeugte.

"Ihr lacht. Das ist schön." Jan van Weyde hat eine sehr unaufgeregte und bodenständige Art, ein Comedy-Programm zu bestreiten. Etwa 50 Gäste sind ins Foyer des Rosenhofs gekommen, um dem ehemaligen "Sturm der Liebe"-Darsteller als Stand Up-Comedian zu lauschen und er nimmt den kleinen Raum sofort für sich ein. Van Weyde erzählt - zunächst - von seinem Alltag als Vater und Ehemann und den Veränderungen im (Ehe-)Leben, die damit einhergehen. Mit dem Gespür für gute Pointen berichtet er vom gemeinsamen Versteckspiel mit der vierjährigen Tocher ("Ich zähle immer. Weil... ich es kann."), vergleicht sein weinendes Kind mit dem besessenen Mädchen aus "Der Exorzist" oder erzählt, wie er ausversehen mit ihr mal eine Folge "The Walking Dead" geschaut hat.

Das macht er gut und witzig. Noch besser war van Weyde aber in der zweiten Hälfte des Programms. Der Schauspieler und Synchronsprecher nahm nach der Pause den TV-Betrieb aufs Korn. So berichtete er pointiert von Castings für deutsche Fernsehsendungen und überlegte laut, wie wohl nach Darstellern für den Serienkiller in "Scream" oder Lord Voldemort in den "Harry Potter"-Filmen gesucht wurde. "Suchten die jemanden ohne Nase und mit echt miesem Charakter?" Richtig brillierte er, als er sich deutsche Synchronsprecher vorknüpfte. Aus eigenen Erfahrungen sprach er von jugendfreien Übersetzungen in alten MTV-Sendungen, dem klassischen US-Polizeifilm-Satz: "Chief, das sollten Sie sich mal ansehen" und deutschen Synchronisierungen im Allgemeinen, die oft unnatürlich klingen. "So redet doch keiner in echt", resümierte er - und imitiert diese Stimmen und Klischees dabei großartig.  

Bodenständig und unaufgeregt nahm Jan van Weyde das Publikum für sich ein. Foto: André Havergo


Eigentlich könnte van Weyde auch 90 Minuten lang einfach nur seine Stimme verstellen und Geräusche von fließendem Wasser oder abrollendem Tesafilm nachmachen. Darin ist er klasse. Er setzt all dies urkomisch um - und weicht damit auch erfrischend von bekannten Comedy-Themen ab. 


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