7500 Euro für Osnabrücker Kindertafel Nach Hin und Her um Sonntagsflohmärkte: Anbieter spendet Gewinn

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Spendenübergabe mit (von links) DHD-Flohmarktbetreiber Hans-Eckhard Nahrwold, Birgitta Marquardt-Meer (Kindertafel), Katrin Meier (IKEA Marketing), Lisa Srivastav (DHD-Praktikantin) und Hermann Große-Marke (Osnabrücker Tafel). Foto: Swaantje HehmannSpendenübergabe mit (von links) DHD-Flohmarktbetreiber Hans-Eckhard Nahrwold, Birgitta Marquardt-Meer (Kindertafel), Katrin Meier (IKEA Marketing), Lisa Srivastav (DHD-Praktikantin) und Hermann Große-Marke (Osnabrücker Tafel). Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. 7500 Euro hat Flohmarktbetreiber Hans-Eckhard Nahrwold jetzt an die Osnabrücker Kindertafel übergeben. Während es in Niedersachsen Diskussionen um die Sonn- und Feiertagsflohmärkte gab, gründete der Unternehmer im vergangenen Jahr eine gemeinnützige Gesellschaft und spendete jetzt die Gewinne aus den Veranstaltungen.

„Den Ikea-Flohmarkt nicht sterben zu lassen“, berichtet Hans-Eckhard Nahrwold, Geschäftsführer der DHD-Märkte, das sei das primäre Ziel gewesen. Als das Oberverwaltungsgericht Lüneburg im Jahr 2017 urteilte, dass Flohmärkte, bei denen wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen, in Niedersachsen an Sonn- und Feiertagen grundsätzlich unzulässig seien, gründete der studierte Ingenieur eine gemeinnützige Unternehmensgesellschaft. Unter dem Motto „DHD hilft Kindern“ verpflichtete er sich, erwirtschaftete Überschüsse zu spenden und versuchte so, den kulturellen und gesellschaftlichen Charakter des beliebten Flohmarktes zu erhalten.

Die Übergabe des symbolischen Schecks über 7500 Euro an die Osnabrücker Kindertafel erfolgte nun auf dem Ikea-Parkplatz, wo im vergangenen Jahr an sechs Sonntagen die Flohmärkte stattgefunden hatten. Birgitta Marquardt- Meer und Hermann Große-Marke hatten mit so einem hohen Betrag nicht gerechnet. „Wir waren völlig aus dem Häuschen – das ist Wahnsinn. So eine Summe kommt nicht alle vier Wochen zustande“, sagten die Koordinatorin und der Geschäftsführer der Tafel. „Aufgrund zunehmender Armut sind wir auf Spenden angewiesen. Das Geld verwenden wir hauptsächlich, um frische Lebensmittel zu liefern. Täglich fährt das Tafel-Auto in aller Frühe los um 470 bedürftige Kinder in 21 Einrichtungen in Osnabrück und Umland mit Pausenbroten, Obst, Joghurt und Getränken zu versorgen“, erklärte Marquard-Meer und betonte, wie wichtig es sei, dass im Hinblick auf die Konzentrationsfähigkeit Kinder und Jugendliche nicht mit knurrenden Mägen dasitzen.

„Wir freuen uns über dieses positive Ergebnis. Es lässt die Unsicherheit und die Hürden, die zu überwinden waren, vergessen“, blickt Nahrwold ein wenig stolz auf das letzte Jahr zurück. Die gespendete Summe kommt aus den Überschüssen der Secondhand-Trödelmärkte in der Halle Gartlage, der Hauptteil stammt jedoch aus den Ikea- Flohmärkten. Da das schwedische Unternehmen ein langjähriger lokaler Spendenpartner der Osnabrücker Kindertafel ist, fiel Nahrwold die Entscheidung zugunsten der Tafel leicht.

Seit insgesamt 20 Jahren organisiert der Unternehmer Flohmärkte in Nordrhein- Westfalen und Niedersachsen. Für 2019 plant der 67-Jährige erneut sechs bis sieben Märkte auf dem Gelände des Möbelhauses. Allerdings wird er seine gemeinnützige Gesellschaft schließen, denn der Niedersächsische Landtag hat das Flohmarktverbot an Sonn- und Feiertagen Ende Juni 2018 durch eine Gesetzesänderung gekippt.


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