Komfort, Stabilität, Haltbarkeit Osnabrücker Stadtbibliothek kauft neue Sessel für 25.000 Euro

Neue Sessel für die Osnabrücker Stadtbibliothek: Für 25.000 Euro haben Leiterin Martina Dannert und ihr Team 16 neue Sitzmöbel angeschafft. Foto: David EbenerNeue Sessel für die Osnabrücker Stadtbibliothek: Für 25.000 Euro haben Leiterin Martina Dannert und ihr Team 16 neue Sitzmöbel angeschafft. Foto: David Ebener

Osnabrück. 16 neue Sessel hat sich die Osnabrücker Stadtbibliothek geleistet, um mehr Komfort für ihre Besucher zu bieten. Die Investition von 25.000 Euro soll eine langfristige sein, sagt Bibliotheksleiterin Martina Dannert.

Eine Sitzschale mit hoher Rückenlehne, dazu eine einzige breite Armlehne an der rechten Seite. Der dänische Designer Erik Magnussen habe sich für das Design der neuen Sessel in der Stadtbibliothek an der Innenfläche seiner linken Hand orientiert, sagt Martina Dannert. Mit etwas Fantasie kommt das durchaus hin. Seit dem 21. Dezember sind die neuen Sessel da. Die Bibliotheksleiterin erzählt, dass die Lieferanten sie über den Weihnachtsmarkt zur Stadtbibliothek haben tragen müssen. 16 Stück sind es insgesamt. Kostenpunkt: 25.000 Euro.

Die Summe für die neuen Sitzmöbel kommt nicht von ungefähr, denn sie mussten einige Kriterien erfüllen. Wichtig war unter anderem, dass sie stabil, komfortabel und lang haltbar sind - sie mussten aber auch ökologischen Gesichtspunkten entsprechen. Keine giftigen Stoffe sollten in den Sesseln verarbeitet worden sein. Zehn Modelle kamen dafür in Frage, fünf in die engere Auswahl. Das Team der Bibliothek hat die verschiedenen Sessel ausprobiert und sich schließlich auf den von Erik Magnussen geeinigt. 

Komfort für die Besucher

"Bis zu 800 Leute kommen am Tag in die Stadtbibliothek", sagt Martina Dannert. Die Gäste kämen nicht bloß zum Lesen, sondern auch, um einfach abzuschalten und zu entspannen oder auch, um zu arbeiten. Viele Nachhilfestunden werden dort abgehalten, Leute treffen sich, um Projekte zu planen. "Da muss natürlich ein gewisser Komfort gegeben sein", so Dannert weiter. Vor der Anschaffung habe es in der Bücherei gar keine Sessel gegeben. Außerdem sollten die Möbel optisch in die Bücherei passen - aber auch hervorstechen. "Sie sollten schon anders aussehen als Sessel, die daheim im Wohnzimmer stehen." Und bisher ist das Feedback der Besucher ein weitgehend positives: Fast allen gefallen die neuen Sitzmöglichkeiten. Viele finden sie bequem. Lediglich vereinzelt wurden Stimmen laut, die Sessel seien zu tief und man könne sich zum einen nicht gut hineinsetzen und zum anderen nicht gut daraus aufstehen. "Aber dafür gibt es hier immer noch normale Holzstühle und Sofas", sagt Dannert und bietet Alternativen an. 

Gute Aussicht: Von den neuen Sesseln haben die Besucher in der Bibliothek einen Blick auf die Marienkirche und das Rathaus. Foto: David Ebener


25.000 Euro für 16 Sessel scheinen viel Geld zu sein. Doch laut Martina Dannert lagen auch die anderen Modelle, die zur Auswahl standen, etwa in dieser Preiskategorie. Lange Haltbarkeit und dergleichen haben ihren Preis. Dass sich eine langfristige Investition rentieren kann, zeigt ein Blick ins Osnabrücker Rathaus: Die Sessel aus Chrom und Leder, die Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip 1992 für 150.000 Mark kaufte, werden auch heute noch im Ratssitzungssaal verwendet und befinden sich in gutem Zustand. Die Investition stieß seinerzeit auf harsche Kritik. 

Bibliothek präsentiert sich neu

Das Geld für die neuen Sessel in der Bibliothek kommt aus dem städtischen Haushalt. Die Bibliothek hatte bei der Stadt Gelder beantragt, um sich neu präsentieren zu können. Diese "neue Medienpräsentation", wie sie Martina Dannert nennt, ist derzeit in vollem Gange. Neben den neuen Sitzmöbeln gibt es ein neues Leitsystem, an dem Handwerker derzeit arbeiten. Die Bibliothek hat ihre Räume thematisch neu sortiert. So gibt es jetzt extra Bereiche für Romane, Sprachen oder Naturwissenschaften. Außerdem wird das Lesecafé im unteren Stock modernisiert. Hier sind einige der neuen Sitzmöbel zu finden. Die anderen stehen bei den Romanen: Deren Abteilung sollte mit entsprechenden Ruhe- und Entspannungszonen versehen werden. Mit Blick auf das Rathaus und die Marienkirche können die Bibliotheksbesucher nun in den neuen Sesseln sitzen und in den Romanen stöbern. Aber das sei alles bloß ein Vorschlag, sagt Dannert: "Die Sessel und Stühle können auf Wunsch auch jederzeit an andere Plätze gestellt werden. Wir helfen gerne dabei."


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