Konjunkturelle Verlangsamung erwartet Volksbanken im Osnabrücker Land blicken verhalten optimistisch ins neue Jahr

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Trotz anhaltender Niedrigzinsphase sind die Kreditinstitute im Osnabrücker Land mit dem abgeschlossenen Geschäftsjahr zufrieden. Symbolfoto: dpaTrotz anhaltender Niedrigzinsphase sind die Kreditinstitute im Osnabrücker Land mit dem abgeschlossenen Geschäftsjahr zufrieden. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Im Januar ziehen die Volksbanken im Osnabrücker Land traditionell eine erste Bilanz des vergangenen Jahres und wagen einen Ausblick auf die kommenden Monate. Trotz anhaltender Niedrigzinsphase sind die Kreditinstitute mit dem abgeschlossenen Geschäftsjahr zufrieden.

Nach langer Vorbereitung stand 2018 im Nordkreis im Zeichen der Fusion der VR-Bank im Altkreis Bersenbrück und der Volksbank Osnabrücker Nordland zur neuen VR-Bank eG im Osnabrücker Nordland. Die nunmehr aus den Volksbanken Bad Laer-Borgloh-Hilter-Melle, Bramgau-Wittlage, Georgsmarienhütte-Hagen-Bissendorf, der Volksbank Osnabrück und der VR-Bank im Osnabrücker Nordland bestehende Arbeitsgemeinschaft legte insbesondere im Kundengeschäft zu. „Mit 4,3 Prozent sind die Einlagen im Gegensatz zum Vorjahr gestiegen“, freuten sich die Vorstände Thomas Ruff aus Hilter und Ralf Stolte aus Bersenbrück. Vor allem kurzfristige, täglich fällige Geldanlagen seien gefragt. „Das zeigt uns natürlich, dass die Kunden und Mitglieder ein hohes Vertrauen in unsere Banken haben. Das ist uns besonders wichtig.“ Dennoch führe die andauernde Niedrigzinsphase auch bei den Finanzunternehmen im Osnabrücker Land zu einem weiteren Rückgang des Zinsüberschusses. Wegen des guten Wachstums im Kundengeschäft sei die Ertragslage jedoch weiterhin zufriedenstellend und mit einem Betriebsergebnis von vorläufig 0,9 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme liege man weiterhin über dem Bundesdurchschnitt, erklärt Stolte.

Wachstum bei Kundenkrediten

Im Bereich der Kundenkredite war insgesamt ein Wachstum von 2,25 Prozent zu beobachten. Die Bilanzsumme erhöhte sich in der Folge um 3,35 Prozent auf knapp 3 Milliarden Euro. Nach wie vor seien zinsgünstige Immobilienfinanzierungen mit längeren Zinsfestschreibungen besonders beliebt. „Der Immobilienmarkt bewegt sich im Osnabrücker Land auf einem hohen Niveau. Die günstigen Hypothekenzinsen werden auch in den nächsten Jahren zu weiteren Preissteigerungen bei Wohnimmobilien führen. Der deutliche Anstieg der Baupreise hat allerdings geringere Renditen zur Folge“, so Ruff.

Die Sprecher der Volksbanken im Osnabrücker Land Thomas Ruff (links) und Ralf Stolte freuen sich über das Vertrauen der Kunden und sehen die Genossenschaftsbanken für die Zukunft gut aufgestellt. Foto: Marius Paul

Vertretbaren Kredite bewilligt

Darüber hinaus sei man stolz, dass man seine Position als starker Partner der heimischen Wirtschaft weiter ausbauen konnte. Erforderliche Investitionen seien getätigt und alle vertretbaren Kredite bewilligt worden. Die bisher erfassten Zahlen zeigten zudem für 2018 leicht steigende Marktanteile in Firmen- und Landwirtschaftsbereichen.

Digitale Entwicklung forcieren

Ganz oben auf der Agenda stehen im neuen Jahr die Verbesserung der Beratungsqualität und die digitale Entwicklung. Laut Vorstandssprecher Stolte sei eine nachhaltige Prozessoptimierung eine der Hauptaufgaben. „Die Digitalisierung bringt natürlich auch im Bankenwesen Veränderungen mit sich. Deshalb zielt unsere geplante Digitalisierungsoffensive darauf ab, dem Kundenwunsch nach bequemer, einfacher und schneller Erledigung von Bankgeschäften entgegen zu kommen.“ Die persönliche Betreuung dürfe aber nicht auf der Strecke bleiben. „Wir haben ganz unterschiedliche Kundengruppen und deshalb werden wir nicht nur in die Digitalisierung, sondern auch in den Mitarbeiterservice investieren.“

Unruhige Zeiten

Dem Jahr 2019 schaut man indes mit gemischten Gefühlen entgegen. Obwohl eine positive Binnenkonjunktur mit einem florierenden Baugewerbe, hohe Beschäftigungszahlen und eine geringe Inflation zu erwarten sind, können die international politisch und wirtschaftlich unruhigen Zeiten zu einer konjunkturellen Verlangsamung führen. „Bei einer stabilen Entwicklung wird vermutlich erst im Jahr 2020 mit ersten Zinskorrekturen zu rechnen sein. Moderate Zinsanpassungen durch die Europäische Zentralbank sind längst überfällig. Grundsätzlich sind wir aber optimistisch gestimmt“, verdeutlicht Ruff.


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