Wie sich der Nahverkehr entwickeln soll Lübbersmann skizziert die Herausforderungen der Zukunft

Nur gemeinsam können die großen Herausforderungen der nächsten Jahre bewältigt werden“, appellierte Landrat Michael Lübbersmann (Mitte) beim Neujahrsempfang des Landkreises.

            
Foto: Uwe Lewandowski/Landkreis OsnabrückNur gemeinsam können die großen Herausforderungen der nächsten Jahre bewältigt werden“, appellierte Landrat Michael Lübbersmann (Mitte) beim Neujahrsempfang des Landkreises. Foto: Uwe Lewandowski/Landkreis Osnabrück

Osnabrück Landrat Michael Lübbersmann (CDU) hat die Bürger im Landkreis Osnabrück in seiner Rede zum Neujahrsempfang des Landkreises auf die Herausforderungen der kommenden Jahre eingeschworen. Wie der Landrat sich die Mobilität der Zukunft vorstellt.

Der Landrat will den Verkehr deutlich „individueller“ gestalten und setzt dabei auf digitale Technik. In den ländlichen Gegenden werde „bedarfsgerechte Mobilität, die bis in die letzten Winkel des großen Kreisgebietes reicht“, benötigt. Kleine Busse, Taxen, Transport auf Abruf würden in Zukunft den ländlichen Raum in stärkerem Maße beherrschen. Die Planung des öffentlichen Nahverkehrs müsse neu gedacht werden. „Das ist auch eine Chance insbesondere für unsere Mittelzentren“, zeigte sich Lübbersmann überzeugt. In den nächsten Monaten würden offene Fragen im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zur Zukunft der Mobilität mit den Gemeinden, den Verkehrsunternehmen und der Öffentlichkeit diskutiert, kündigte Lübbersmann an. Gleichzeitig versicherte er, dass die individuellere Gestaltung des Nahverkehrs „nicht bedeutet, dass die großen Linien- oder Schülerverkehre entfallen“.

Breitbandausbau

Der Landkreis werde weiter auf den Ausbau der digitalen Infrastruktur setzen. „Bis Mitte 2019 wird der Kreis mit Geldern aus den Städten, Gemeinden und Samtgemeinden sowie Land und Bund rund 70 Millionen Euro in den Breitbandausbau investieren“, kündigte der Landrat an. In der ersten Ausbaustufe entstehe ein Netz mit 575 Kilometern Länge. Dabei würden rund 120 „Kabelverzweiger“ oder auch „Multifunktionsgehäuse“ genannte graue Kästen am Straßenrand ausgebaut. Je näher der Nutzer am Kabelverzweiger wohnt, desto höher ist die Übertragungsgeschwindigkeit. Bislang ging der Landkreis davon aus, dass etwa zehn Prozent der Haushalte im Kreis nur durch kostspielige Glasfaserdirektanschlüsse mit schnellem Internet versorgt werden können. In der ersten Ausbaustufe sind laut Lübbersmann 2600 Glasfaserdirektanschlüsse verlegt worden. Die Kreisverwaltung plant bislang, bis zum Jahr 2023 alle Haushalte im Landkreis mit schnellem Internet zu versorgen.

Einen weiteren Schwerpunkt seiner Rede legte Lübbersmann auf die Wirtschaft. Dabei ging er auf die historisch niedrige Arbeitslosenquote von aktuell 2,8 Prozent im Landkreis Osnabrück ein. „Die Arbeitslosenquote von unter 3,0 Prozent bedeutet nahezu Vollbeschäftigung“, zeigte der Landrat sich stolz. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis ist in den vergangenen acht Jahren seinen Angaben zufolge um gut 20 Prozent gestiegen. Damit besetze der Landkreis eine Spitzenposition in Niedersachsen. „Das konnte nur gelingen, weil wir im Landkreis Osnabrück engagierte, innovative mittelständische Betriebe haben, die mit ihren Produkten zur technologischen Spitzengruppe zählen“, analysierte Lübbersmann, der sich als CDU-Kandidat bei der Landratswahl am 26. Mai um eine weitere Amtsperiode bewirbt. Lübbersmann bezeichnete als Erfolgsgeheimnis, dass sich neue Firmen im Landkreis ansiedelten und erfolgreiche Betriebe wie Homann in der Region gehalten wurden. Er konstatierte: „Nach einem zweijährigen Verhandlungsmarathon, der zeitweise schon gescheitert schien, bleibt das Unternehmen nun doch bei uns.“

Die Wirtschaft

Das Feinkostunternehmen investiere rund 200 Millionen Euro an den Standorten Bad Essen und Dissen. Zudem wies er auf andere erfolgreiche Firmen wie Adidas oder Grimme in der Samtgemeinde Bersenbrück, Claas in Dissen, Runge in Bissendorf, Apetito in Hilter oder B. Braun in Glandorf hin. Darüber hinaus lobte der Landrat, dass das Unternehmen Häcker Küchen im September den ersten Spatenstich im Osnabrücker Land setzte und auf rund 20 Hektar ein Produktionswerk in Ostercappeln-Venne errichtete. In der Gemeinde Ostercappeln werden so rund 450 Arbeitsplätze geschaffen.

Die Osnabrücker Landentwicklungsgesellschaft (Oleg) habe die Flächen dafür geschaffen. Die Oleg kaufe in größerem Umfang gezielt Flächen im ganzen Landkreis auf, um durch Tausch und Zusammenlegung ansiedlungswilligen Betrieben Gewerbeflächen anbieten zu können. „Nur so konnte Häcker Küchen aus Nordrhein-Westfalen ein Standort mit 24 Hektar Gewerbefläche in Ostercappeln angeboten werden“, erläuterte Lübbersmann. Die Oleg entwickle zudem Flächen, wie etwa die ehemalige Krankenhausfläche in Dissen. Verfügbare Flächen sind Lübbersmann zufolge für die Standortentwicklung wichtig. Ebenso wichtig sei ein guter Service für die Unternehmen. Bei größeren Neuansiedlungen und Erweiterungen werde jedes Unternehmen von der Interessenbekundung über die Bauleitplanung bis hin zur Baugenehmigung durch die Wirtschaftsförderung des Landkreises begleitet und der gesamte Prozess koordiniert. Dieser Service habe letztlich auch Homann im Landkreis gehalten.


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