Musikalische Comedy bei Kabarett-Bundesliga Ziemlich ulkige Lieder im Rosenhof

Die erste der jeweils 45-minütigen Runden bestritt Sven Bensmann aus Hagen. Foto: Thomas OsterfeldDie erste der jeweils 45-minütigen Runden bestritt Sven Bensmann aus Hagen. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Mit einem Mix aus Musik, Comedy und Witzen traten am Donnerstag Sven Bensmann und das Duo „byebye“ bei der Kabarett-Bundeliga im Rosenhof gegeneinander an. 

„Drei Männer, drei Gitarren und alle super nett.“ So bringt es Moderator Theo Vagedes auf den Punkt. Denn bei der dritten Ausgabe der aktuellen Kabarett-Bundesliga ging es am Donnerstag im gut besuchten Foyer des Rosenhofes ausgesprochen musikalisch zur Sache.

Die erste der jeweils 45-minütigen Runden bestritt dabei Sven Bensmann aus Hagen – für ihn also fast so was wie ein Heimspiel. Und obwohl der 26-Jährige immer wieder betomte, wie „jung und hip“ er sei, verschob sich sein thematischer Schwerpunkt von seiner Bären-Statur hin zu seiner ländlich geprägten Herkunft.

So reagierte er mit einem fröhlichen „Wir sind alle verwandt!“ auf die Leute aus Hagen im Publikum. Bensmanns Gespräch mit einer Zuschauerin aus der ersten Reohe entwickelte sich wiederum zum Running Gag des Abends, der zwar irgendwann etwas zäh wirkte, dem Spaß im Foyer aber keinen Abbruch tat. Mit dem Charme eines Teddybären klampfte Bensmann auf der Gitarre, erzählte von seinem früheren Dasein als „Pflasterkind“ und konnte noch immer sämtliche Saurierarten herunter rattern.

In seinen Liedern besang er die Romanze zu Karosserie und anderen Objekten, animierte das Publikum zum Singen bekannter Schlager oder gab einem populären Echt-Song mit einem aufs zeitgemäße Dampfen umgemünzten Text einen aktuellen Anstrich („Du trägst keinen Teer in dir“). Musikalisch war auch Bensmanns Art, Witze zu erzählen: vorgetragen in der Melodie einer Joe-Cocker-Ballade. 

Mit hintergründigem Humor präsentierte sich in der zweiten Runde das Leipziger Duo „byebye“, das aus den Sängern und Gitarristen Tim Ludwig und Oliver Haas besteht. Und obwohl die beiden für das Musikvideo zu ihrem Song „Cabrio im Regen“ schon mal einen Golf zersägt haben, verbreiteten sie mit ihrem charakteristischen „Akustikpop“ wohlige Easy-Listening-Atmosphäre.

Wobei der dunkelblonde Oliver Haas in kurzen Einlagen seine Entertainer-Qualitäten zeigte, wenn er mit gegrätschten Beinen in „Rocker-Pose“ ging oder neben „Luftgitarre“ auch „Imaginären Kontrabass“ im Repertoire hatte. Mit Songs wie dem Augen schonenden „5,5 Dioptrien“ oder dem entspannten „Leinen los“ verknüpften die Jungs von „byebye“ ihren Gesang zum Gitarrensound mit dem Plädoyer für genaueres Hinschauen und übten zudem Kapitalismuskritik.

Am Ende des Abends votierte das Publikum mit 58 Prozent für Sven Bensmann und 42 Prozent für „byebye“.


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