Vom Deo bis zur Handtasche Diese zehn Produkte kommen aus der Region Osnabrück

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Die Vielfalt ist riesig: Von Kosmetik über Bekleidung bis zu Lebensmitteln werden viele Produkte in der Region Osnabrück hergestellt. Foto: Jörn MartensDie Vielfalt ist riesig: Von Kosmetik über Bekleidung bis zu Lebensmitteln werden viele Produkte in der Region Osnabrück hergestellt. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Kleidung, Kosmetik, Lebensmittel: Viele Produkte des täglichen Bedarfs kann man umweltbewusst und lokalpatriotisch beim Hersteller aus der Region kaufen. Wir stellen zehn Dinge vor, die in einem Umkreis von nur 30 Kilometern um Osnabrück produziert werden – von der jungen Manufaktur, dem etablierten Unternehmer oder dem Traditionsbetrieb.

Morgens wäscht sie sich mit Seife und Shampoo aus Melle, zum Frühstück isst sie Joghurt von einem Bauernhof in Pye. Sie trägt Schmuck von einer Kunsthandwerkerin aus Bad Essen, sie trinkt Wasser aus Belm und abends stößt sie mit einem Gin aus Georgsmarienhütte an. Christine Rother nutzt im Alltag viele Produkte aus der Region – und das aus Überzeugung.

Regionale Produkte seien umweltschonend, weil lange Transportwege vom Hersteller zum Kunden wegfalle. Außerdem bleibe das Geld in der Region. "Ich möchte mein Einkommen ungern bei börsennotierten Aktienunternehmen lassen", sagt Rother, die sich auch beruflich mit regionalen Produkten beschäftigt. Sie leitet das Projekt "Wirtschaftsförderung 4.0" der Stadt Osnabrück, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Sie versucht, kleine Unternehmen in der Region zu beraten und miteinander zu vernetzen. 

Ihre Produktpalette ist durchaus vielfältig. Diese Auswahl zeigt, welche Produkte Christine Rother durch den Tag begleiten: 

1. Morgens im Bad: Deo und Badeschaum aus Osnabrück

Foto: Jörn Martens

Creamy Care Company

Wiederverwertbare Cremetiegel aus Glas mit einem nachhaltigen Deckel aus Holz und umweltfreundlichen Etiketten auf Ökodruckbasis – bei der Verpackung ihrer Naturkosmetik machen die Geschäftsführerinnen von Creamy Care keine Kompromisse. Seit 2017 stellen sie in ihrer Manufaktur auf dem ehemaligen Kasernengelände am Limberg vor allem eins her: vegane, aluminiumfreie Deocremes. Die Inhaltsstoffe stammen soweit möglich aus kontrolliert biologischem Anbau, verzichtet wird dagegen auf synthetische Duftstoffe, Konservierungsstoffe, Alkohol, Parabene, Talkum, Palmöl, Mineralöl und Nanopartikel. Mit dem wachsenden Erfolg wuchs auch die Produktpalette. Inzwischen gibt es auch Badeschaumkugeln und Bademilch von Creamy Care.

2. Vor dem Spiegel: Schmuck aus Bad Essen

Foto: Jörn Martens

Styps – Studio für Gestaltung

Seit 2015 fertigt die Industrial Designerin Anja Styppa in ihrer Werkstatt in Bad Essen-Rabber nach eigenen Angaben "Wohnaccessoires, schöne Dinge für den Alltag und Illustrationen". Neben bedruckten Geschirrtüchern, Tassen mit Tiermotiven oder Babyrasseln hat sie auch einige Broschen und eben Ohrringe im Angebot. Verkauft werden sie auf Kunsthandwerkermärkten oder Designmessen in der Umgebung und über den Online-Shop Etsy. 

3. Zum Frühstück: Milch und Joghurt aus Osnabrück (Pye)

Foto: Jörn Martens

Hof Gösling

Mit Ferienwohnungen, einer Eismanufaktur und dem Café versucht sich der traditionsreiche Milchviehbetrieb Gösling in Pye seit einigen Jahren neu aufzustellen. Zu der Strategie gehört auch der Aufbau einer Hofmolkerei, in der die Milch von den eigenen Kühen pasteurisiert wird. Diese kann direkt auf dem Hof am Süberweg in einer sogenannten Milchtankstelle erworben werden. Außerdem gibt es Abfüllstationen beim Marktkauf in Nahne (Iburger Straße) sowie im Combi am Westerberg (Natruper Straße). Seit kurzem wird auf dem Hof Gösling auch Joghurt hergestellt. 

4. Auf dem Weg zur Arbeit: Taschen und Portmonees aus Osnabrück

Foto: Jörn Martens

Stilmix und Co.

Auch wenn das Ladengeschäft mit dem Namen Stilmix Ende Februar nach mehr als sechs Jahren aus der Redlinger Straße in verschwinden wird, müssen die Osnabrücker nicht auf handgefertigte Ledertaschen aus der Region verzichten. Inhaberin Evelina Wilke fertigt sie nach eigenen Angaben zum Großteil aus Restposten aus der Industrie und setzt beim Verkauf zukünftig verstärkt auf den Online-Handel. Außerdem werden ihre Nähwerke nur ein paar Häuser weiter im Geschäft von Stephanie Möllering verkauft. Taschen, Beutel und Portmonees aus Osnabrück gibt es darüber hinaus auch von den Marken RosenrotFlauto Dolce und Dümmerkind

5. Für den lieben Vierbeiner: Hundefutter aus Osnabrück

Foto: Jörn Martens

Santaniello

Hinter dem Firmennamen Santaniello steht ein Vater-Sohn-Gespann: Der gebürtige Italiener Nicola Santaniello und sein Sohn Gordon stellen im Osnabrücker Hafen "Feinkost für Tiere" her, insbesondere für Hunde und Katzen. Dazu arbeiten sie mit gelernten Bäckern und Konditoren zusammen und verwenden ausschließlich Zutaten, die aus dem Humanbereich stammen. Außerdem werde konsequent auf Zucker, Salze, chemische Vitamine und Lockstoffe verzichtet, so das Versprechen. Zur Produktpalette gehören Trocken- und Nassfutter, Feingebäck oder Edelschinkenknochen. 

6. Zwischendurch: Getränke aus Belm, Bad Essen und Osnabrück

Foto: Jörn Martens

Avanus, Lammersiek und Beura

Einfach einen Brunnen bohren und das Wasser vermarkten – genau das macht die Familie Klenke in Belm seit den 80er Jahren. Avanus heißt die Marke, unter der im Umkreis von wenigen Kilometern Mineralwasser, Schorlen und Limonaden vertrieben werden. Besonders speziell ist die Sorte "Belm Fire", ein Energy-Drink, der der bekannten österreichischen Brause mit den Flügeln offenbar täuschend ähnlich ist. 
Ähnlich regional aufgestellt ist die Fruchtsaftkelterei Lammersiek aus Bad Essen, die ausschließlich regionales Obst zu Säften, Weinen oder Likören verarbeitet. Die Produkte werden im Getränkefachhandel im Osnabrücker Land und im Emsland verkauft, außerdem bietet Lammersiek einen Versand in 12er-Kartons an. 
Das Bier von Michael Freymuth, gebraut in einem Osnabrücker Keller an der Möserstraße, können Fans dagegen auch in Münster, Recklinghausen oder Bochum kaufen. Der Trend zum Craft Bier, dem nicht industriell gebrauten Bier, sorgt für Interessenten weit über die Region hinaus. Am häufigsten wird Beura aber nach wie vor in Osnabrück ausgeschenkt, etwa in der Lagerhalle, im Fritz Daily oder in der Ollen Use. 

7. Zum Abendessen: Nudeln aus Belm

Foto: Jörn Martens

Meyerhof

Auf dem Meyerhof in Belm werden Weizen und Dinkel nicht nur angebaut, sondern auch direkt verarbeitet: nämlich zu den eigenen, handwerklich gefertigten Nudeln. Immer freitags werden in der kleinen Nudelwerkstatt die Knetmaschinen angestellt und es entstehen Pasta-Kreationen in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Geschmacksrichtungen. Es gibt Varianten ohne und mit Ei – aber wenn, dann natürlich von den hofeigenen Hühnern. Alle gibt es im Hofladen an der Belmer Straße zu kaufen. 

8. Auf dem Tisch: Geschirr aus Hasbergen

Foto: Jörn Martens

Töpferei Niehenke

Seit neun Generationen brennen die Niehenkes die rote Erde aus dem Osnabrücker Land zu Schalen, Tellern und Tassen, aber auch zu Kuchenformen, Figuren und Blümenkübeln. Besondere Werke und auch die Werkzeuge aus den letzten 200 Jahren der Familiengeschichte sind in einer Ausstellung am Hüggel in Hasbergen zu sehen. Und natürlich kann man die Stücke dort auch kaufen. Inzwischen vermietet Bernd Niehenke seine Werkstatt auch für Festlichkeiten aller Art, und regelmäßig finden dort Konzerte und Veranstaltungen statt. 

9. Im Glas: Gin aus Georgsmarienhütte und Bad Laer

Foto: Jörn Martens

Flow Gin und Gin 049

Gin ist derzeit ein echtes Trendgetränk. Kein Wunder also, dass gleich zwei Produzenten aus der Region ihren eigenen Wacholderschnaps auf den Markt gebracht haben. Hinter der Marke "Flow Gin" stecken zwei Schulfreunde, die von Bad Laer aus nebenberuflich ihre preigekrönte Ware vertreiben. Ganz neu im Sortiment ist Rosy, ein cremiger Likör auf Gin-Basis. Zu kaufen gibt es das Original und die Edition im eigenen Webshop.  
Mit ihrem Gin 049 haben sich die beiden Geschäftsmänner Rene Strothmann und Michael Sander ebenfalls ein hochprozentiges Hobby gesucht. Gebrannt wird das Getränk zwar in einer Destillerie in Steinfurt, aber am Firmensitz in Georgsmarienhütte wird das Firmenlogo von Hand in die unverwechselbaren Korken gebrannt. Das Ergebnis wird deutschlandweit von fast 100 Händler und Restaurants vertrieben oder ausgeschenkt – unter anderem in der Ollen Use in Osnabrück, dort allerdings unter einem eigenen Label.

10. Vor dem Schlafengehen: Naturkosmetik aus Bad Essen und Melle

Foto: Jörn Martens

Pinius Vital

Ob Zahnpasta, Shampoo, Gesichtscreme oder Lippenpflege – für all diese Produkte verwendet der Hersteller Pinius Vital aus Bad Essen einen Extrakt aus dem Kernholz der Kiefer. Es soll gesundheitsförderne Wirkung haben und insbesondere gegen trockene Haut, Herpes und Parodontitis helfen. Die Inhaberfamilie Wilms beschäftigt 120 Mitarbeiter an den beiden Standorten in Bad Essen und Melle-Buer. In Melle können die Produkte der Firma auch ab Werk erworben werden.

Diese Liste zeigt nur einen Bruchteil der Produkte, die in Osnabrück und Umgebung hergestellt werden, weiß Christine Rother. "Ich selbst stoße immer wieder auf Neue", sagt sie. Ständig sucht sie im Internet und in der Presse danach. Dabei unterscheidet Rother zwischen Produkten, die in der Region produziert werden, und solchen, bei denen auch die Rohstoffe aus der Region kommen. Letztere seien natürlich besonders nachhaltig und umweltfreundlich.

Rother ist sich sicher: Regionale Produzenten könnten profitieren, wenn sie sich stärker als solche vermarkten würden. Denn regionale Produkte sind im Trend. Das bestätigt auch eine Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung. Im Jahr 2018 hat sie mehr als 1000 Menschen in Deutschland befragt, und die große Mehrheit gab an, sich beim Einkauf ab und zu (41 %) oder sogar häufig (47,6 %) für regionale Lebensmittel zu entscheiden. Die Gründe sind vielfältig:

Christine Rother arbeitet daran, dass die Osnabrücker Kunden ihre regionale Produkte auch auf den ersten Blick erkennen können. "Im Gespräch ist derzeit, Regional-Regale im Handel oder in Restaurants aufzustellen", berichtet sie. Außerdem hätten einige Unternehmer den Wunsch geäußert, auf Dauer auch ein gemeinsames Sigel für Produkte aus der Region zu kreieren. 


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