Münster bekommt neues Schild Osnabrück nicht beim Pilotversuch für Grünpfeil für Radfahrer dabei

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Den Grünpfeil für alle Verkehrsteilnehmer gibt es schon lange. Nun soll er ausschließlich für Radfahrer getestet werden, aber nicht in Osnabrück. Foto: ZDKDen Grünpfeil für alle Verkehrsteilnehmer gibt es schon lange. Nun soll er ausschließlich für Radfahrer getestet werden, aber nicht in Osnabrück. Foto: ZDK

Osnabrück. Rechts abbiegen als Radfahrer trotz roter Ampel: Osnabrück ist nicht bei einem Pilotversuch zur Grünfpfeilregelung dabei. Münster hingegen schon – und acht weitere Städte.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) initiiert den Versuch im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums. Der Test soll zeigen, ob es sinnvoll und sicher ist, ausschließlich Radfahrer das Rechtsabbiegen an ausgewählten Kreuzungen trotz roter Ampel zu ermöglichen. 

Osnabrück hatte Interesse, an dem Versuch teilzunehmen, ist aber nicht dabei. Stattdessen: Bamberg, Darmstadt, Düsseldorf, Köln, Leipzig, München, Münster, Reutlingen und Stuttgart. Dort sollen an ausgewählten Knotenpunkten entsprechende Grünpfeile für Radfahrer für die Dauer des Pilotversuchs angebracht werden, teilte das BASt am Montag mit.

Der Grünpfeil

Der Grünpfeil ist in der Straßenverkehrsordnung (§ 37) geregelt. Das direkt an Ampeln angebrachte Schild erlaubt allen Fahrzeugen das Rechtsabbiegen, auch wenn die Ampel Rot zeigt. Andere Verkehrsteilnehmer dürfen dabei nicht behindert oder gefährdet werden. Vor dem Abbiegen müssen die Verkehrsteilnehmer an der Haltelinie anhalten. Andernfalls droht eine Geldbuße von 70 bis 150 Euro. Eine Unfallforschung der Versicherer aus dem Jahr 2013 hatte ergeben, dass 77 Prozent der Autofahrer nicht an der Haltelinie stoppen. 
Der Grünpfeil erlaubt das Rechtsabbiegen, es besteht aber kein Zwang wie bei einer grünen Ampel. Das Warten vor einem Grünpfeil stellt keine Verkehrsbehinderung dar – selbst auf einer Rechtsabbiegespur nicht.
Die DDR hatte den Grünpfeil bereits 1978 eingeführt. 1994 wurde er in die bundesdeutsche Straßenverkehrsordnung übernommen. yjs

Sonderregelung für Radler

Das neue Schild ermöglicht Radfahrern, auch bei Rot abzubiegen, sofern sie dadurch niemanden behindern oder gefährden – und zwar ausschließlich ihnen, das ist neu. Vor dem Abbiegen müssen sie dennoch zwingend anhalten. Der Rat Osnabrücks fordert diese Regelung schon seit Jahren, kann ihn aber nicht eigenmächtig einführen. Das bedarf einer Änderung der Straßenverkehrsordnung, die den Grünpfeil ausschließlich für Radfahrer nicht beinhaltet.

Das neue Verkerszeichen beschränkt die Grünpfeil-Regelung auf Radfahrer. Grafik: BASt

Im Jahr 2020 soll anhand der gesammelten Erfahrungen entschieden werden, ob der Grünpfeil für Radfahrer in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen wird. 

Andere Regelungen bei den Nachbarn

Die Niederlande, Belgien und Frankreich trafen bereits Regelungen, die Radfahrern das Rechtsabbiegen bei Rot erlauben. Die Schweiz testete ein Schild ähnlich dem Grünpfeil in einem Pilotversuch in Basel.  
Den ersten Grünpfeil für Radfahrer in Deutschland hatte die Stadt München im Jahr 2006 eingeführt – allerdings an einer Ampel nur für Fahrradfahrer. Die Stadt Köln führte den Grünpfeil für Radler 2017 ein – aber auch dort bislang nur an Fahrradampeln.

Den Grünpfeil (Zeichen 720) gibt es schon seit 1994 in der Straßenverkehrsordnung, in der DDR wurde er 1978 eingeführt. Er gilt für für die rechte Spur, sämtliche Verkehrsteilnehmer dürfen – nach dem Anhalten – an roten Ampeln rechts abbiegen, an denen der grüne Pfeil auf schwarzem Hintergrund zu sehen ist. 

Ähnliches Schild vorhanden

Ein Schild ähnlich dem Grünpfeil für Radfahrer gibt es übrigens schon in Osnabrück – allerdings nicht für Abbieger. An der Hannoverschen Straße hängt unter einer Ampel ein Schild, das Radfahrern das gefahrlose Überfahren der roten Ampel ermöglicht.

An der Hannoverschen Straße gibt es bereits ein ähnliches Schild wie den Grünpfeil. Das Schild erlaubt Radfahrern das Überfahren der roten Ampel. Archivfoto: Daniel Doerk


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