Vonovia in der Dodesheide erneut in der Kritik Müllablage oder Spielplatz? Osnabrücker Eltern ärgern sich über Bauarbeiter

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Räumst du noch oder spielst du schon? Eltern beschweren sich darüber, wie Vonovia-Arbeiter die Baustelle am Dodeshausweg vor den Ferien zurückließen. Foto: Jörn MartensRäumst du noch oder spielst du schon? Eltern beschweren sich darüber, wie Vonovia-Arbeiter die Baustelle am Dodeshausweg vor den Ferien zurückließen. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Erneuter Ärger um die Sanierung von Vonovia-Wohnhäusern in der Dodesheide: Zwar pausieren die Arbeiten in den Weihnachtsferien, doch es entzündet sich Kritik daran, wie die Handwerker ihr Baumaterial zurückließen: unachtsam am Rande eines Spielplatzes.

Müllsäcke liegen auf dem schmalen Rasenstück zwischen Spielplatz und Wohnhäusern am Dodeshausweg. Plastikeimer wurden unachtsam auf einen Haufen geworfen. Daneben: Metallstangen, Dämmmaterial und Verpackungsmüll.

Auf diesem Stück Wiese finden Kinder kaum Platz, um mal einen Ball zu kicken. Foto: Jörn Martens

„Hier sollen Kinder spielen. Als ich gesehen habe, wie die Arbeiter den Platz zurückgelassen haben, war ich richtig verärgert“, sagt Jasmin Stille. Die zweifache Mutter wohnt mit ihrer Familie zwar nicht unmittelbar in einem der Vonovia-Häuser, aber in der Nähe des Spielplatzes. „Meine dreijährige Tochter rutscht und schaukelt dort gerne, wenn wir an dem Platz entlang spazieren. Für Familien, die dort wohnen, ist der aktuelle Zustand eine Zumutung“, findet die Osnabrückerin. „Auch im Winter wollen Kinder doch mal raus und auf dem Spielplatz toben.“  (Weiterlesen: Hamburger Mietpreise im Osnabrücker Stadtteil Schinkel)

Ihrem Ärger machte Stille in der Facebook-Gruppe „Was los in Osnabrück“ Luft, wo eine lebhafte Diskussion entstand: zwischen Nutzern, die die zugemüllte Wiese als weitere Unverfrorenheit des Eigentümerkonzern interpretierten und Kommentatoren, die die Handwerker verteidigten.

Schaukel neben Plastikeimern: Gefährlich mag der Zustand des Spielplatzes nicht sein, ein Ärgernis ist er schon, findet Mutter Jasmin Stille. Foto: Jörn Martens

Stille meldete den Zustand des Spielplatzes zudem über das Online-Meldesystem Emsos der Stadt Osnabrück. Stadtsprecher Sven Jürgensen bestätigt den Eingang der Beschwerde, sieht die Stadt aber nicht zuständig. „Da es sich nicht um eine öffentliche Fläche handelt, sondern um Privatgelände, ist es Sache des Eigentümers, etwas zu unternehmen“, sagte er unserer Redaktion. Tätig würde die Stadt nur, wenn „Gefahr im Verzug“ herrsche. Dann könnte der Spielplatz theoretisch stillgelegt werden. Es lasse sich aber nicht erkennen, dass beim Betreten des Spielplatzes eine unmittelbare Gefährdung für Kinder bestehe. 

Eltern haben Aufsicht

Auch Stille weiß, dass Eltern auf Spielplätzen die Aufsichtspflicht für ihre Kinder haben. Wenn sich etwa Kleinkinder an den Dämmstoffen oder den Metallstangen zu schaffen machten, seien in erster Linie die Eltern verantwortlich, wenn etwas passiere. „An einem Spielplatz hat so ein Müll trotzdem nichts zu suchen“, findet sie.

"Benutzung auf eigene Gefahr", heißt es auf dem Schild. Eltern haben eine Aufsichtspflicht für ihre Kinder. Foto: Jörn Martens

Das scheint der verantwortliche Eigentümer ähnlich zu sehen: „Wir hatten bereits vor Weihnachten entsprechende Aufräumarbeiten beauftragt, die leider nicht so durchgeführt worden sind, wie wir uns das gewünscht hätten“, teilte Vonovia-Sprecher Max Niklas Gille auf Nachfrage mit. Weiter hieß es in dem Schreiben: „Das ist auch für uns sehr ärgerlich. Bei unseren Mietern wollen wir uns gerne in aller Form entschuldigen.“ Die Lagerung des Materials so nah am Spielplatz sei „nicht ideal“, so Gille. „Wir werden schnellstmöglich versuchen, das Material wegzuräumen und zeitnah einen Zaun aufstellen.“ 

Mieter klagen gegen Mieterhöhungen

Die Häuser am Dodeshausweg werden aktuell von Osnabrücks größtem Wohnungsvermieter, dem Konzern Vonovia, saniert. Die Maßnahmen stehen in der Kritik, weil den Anwohnern saftige Miterhöhungen ins Haus stehen. Seit Weihnachten herrscht Stillstand auf der Baustelle, nach den Ferien sollen sie fortgesetzt werden.

Auch der Spielplatz an der Ecke Dodeshausweg und Mecklenburger Straße sorgt nicht zum ersten Mal für Unmut bei Eltern: Im Oktober 2017 berichtete unsere Redaktion über abstehende Rostnägel und morsche Spielgeräte, die eine Gefahr für Kinder darstellten. „Die Sicherheit unserer Mieter und ihrer Kinder hat für uns oberste Priorität“, sagte damals Unternehmenssprecherin Bettina Benner. Der Konzern sperrte den Spielplatz, entfernte die kaputten Spielgerüste und setzte Monate später eine neue Rutsche auf den Platz. Die neue Rutsche: Vor einem Jahr hatten kaputte Spielgeräte für Unmut bei Eltern gesorgt. Foto: Jörn Martens



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