Vorfall in Osnabrück Belästigungen in der Silvesternacht: Polizei nennt weitere Details

Einem 19-jährigen Afghanen wird vorgeworfen, in der Silvesternacht zwei minderjährige Mädchen sexuell belästigt zu haben. Symbolfoto: Daniel Reinhardt/dpaEinem 19-jährigen Afghanen wird vorgeworfen, in der Silvesternacht zwei minderjährige Mädchen sexuell belästigt zu haben. Symbolfoto: Daniel Reinhardt/dpa

Osnabrück. Einem jungen Mann aus Bramsche wird vorgeworfen, in der Silvesternacht aus einer Gruppe heraus zwei junge Mädchen in Osnabrück belästigt zu haben. Wie jetzt bekannt wurde, handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 19-jährigen Afghanen.

Er soll in der Silvesternacht stark angetrunken gewesen sein und anschließend zwei minderjährige Frauen in der Großen Straße in Osnabrück unsittlich berührt haben. Der 19-Jährige hat den Jahreswechsel in der Zelle verbracht. Er wurde festgenommen, nachdem die mutmaßlichen Opfer Polizisten in einem Streifenwagen um Hilfe gebeten haben.

Begegnung zufällig

Nach Angaben der Polizei habe sich die Tat wie folgt abgespielt: Die zwei Frauen waren mit zwei Begleitern unterwegs und seien einer etwa zehnköpfigen Gruppe um den mutmaßlichen Haupttäter gegen 1.30 Uhr zufällig in Höhe der Buchhandlung Thalia begegnet. Zunächst sei die Stimmung ausgelassen gewesen. Später jedoch kam es laut Zeugenaussagen aus der Gruppe heraus zu körperlichen Übergriffen.

Frauen geküsst und angefasst

Die beiden Frauen seien dabei gegen ihren Willen geküsst und angefasst worden, berichtet die Polizei. Dies erfüllt den Straftatbestand einer sexuellen Belästigung. Im Falle einer Verurteilung droht dem Täter eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.

Die Polizei hat mittlerweile zwei weitere Personen ausfindig gemacht, die zu der Gruppe um den mutmaßlichen Haupttäter gehören sollen. Demnach handelt sich um einen 16-jährigen Deutschen und einen 18-jährigen Syrer. Beide wohnen in Osnabrück. Allerdings haben sie sich nach derzeitigem Erkenntnisstand der Polizei bei den Handlungen passiv verhalten. 

Warnung vor Verallgemeinerung

Im Internet und den sozialen Netzwerken wird der Fall gegenwärtig vielfach diskutiert. Die Osnabrücker Polizei warnt in diesem Zuge vor Verallgemeinerungen: "Es war eine Gruppe, die nicht nur aus Ausländern bestand", erklärte Pressesprecher Frank Oevermann. Der mutmaßliche Täter sei zudem kein Flüchtling aus dem Bramscher Aufnahmelager, sondern wohne im Bramscher Innenstadtgebiet. Damit entkräftete Oevermann kursierende Gerüchte. 

Übergriffe in Köln

Der Fall des 19-jährigen Afghanen ist vor dem Hintergrund der sexuellen Übergriffe in der Kölner Silvesternacht 15/16 brisant. Seinerzeit ist es zu zahlreichen Belästigungen durch Gruppen junger Männer – vornehmlich aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum – gekommen. 

Die Polizei Osnabrück bittet mögliche weitere Opfer oder Augenzeugen der Vorkommnisse, sich unter 0541 327-2215 oder 0541 327 3103 melden. 


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