Humoristische Notfälle Comedy-Abend „Osnabrück lacht!“ in der Lagerhalle

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Lustige Kulturvermittlung: Der Ochtruper Comedian Amjad nahm in der Lagerhalle dem Publikum mit Donald Duck die Angst vor Arabern.  Foto: Swaantje HehmannLustige Kulturvermittlung: Der Ochtruper Comedian Amjad nahm in der Lagerhalle dem Publikum mit Donald Duck die Angst vor Arabern. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Nur mäßig lustig: Drei Nachwuchs-Comedians aus Ochtrup, Hamm und Münster bespaßten mit „Mundwerkkunst“ unter dem Motto „Osnabrück lacht!“ das Publikum im restlos ausverkauften Spitzboden der Lagerhalle.

Als „Supertalente“ der Comedy-Szene hatte Poetry Slammer und Moderator Freddy Allerdisse die drei Gäste angekündigt, die Osnabrück zum Lachen bringen sollten. Wenn es denn so ist, gelang es den drei Comedians mehr oder weniger gut, ihr Talent zu verbergen. Und abgesehen davon, dass natürlich auch nicht ganz Osnabrück anwesend war, bestand die fast beste Pointe des Abends darin, dass nicht nur der Gastgeber ausgerechnet aus Münster stammt. Sondern auch Lüder Warnken, der im echten Leben als Notarzt Dienst schiebt und ganz ohne Atemnot so langatmig und wenig kurzweilig über seinen Berufsalltag berichtete, dass er selbst wohl Erste Hilfe in Sachen Humor gebrauchen könnte. Immerhin bei Teilen des Publikums sorgten aber seine Ausführungen über besorgte Angehörige, Übertreiber, zweideutige Nagelerfahrungen und überaufgeklärte Patienten, die angelesene Fachbegriffe falsch verwenden, aber trotzdem gleich selbst das Therapiekonzept vorschlagen, für einige Lacher. 

Frauen und Vaterlandsretter

Eine Spur weniger farblos operierte Mario Siegesmund, dem es als bekennender Hypochonder, der über einen „begehbaren Medizinschrank“ verfügt, immerhin mit lediglich gemäß seiner Herkunft „Hammer“ Humor gelang, „bis über beide Ohren verheiratet“ das Verhältnis zu seiner Frau zu sezieren. So sprach er über „Frauen-ADHS“, das in „Deko-Tourette“ ausarten kann, oder über Kalorienzählerei, die zwar nicht die Gewichtsabnahme fördert, aber die Fähigkeit zum Kopfrechnen. Sich selbst an der Gitarre begleitend, trug Siegesmund ein „sexy“ Liebeslied vor, welches er als Beziehungsratgeber verstanden wissen wollte, aber auch eines im eher gesellschaftskritischen Liedermacherstil über fremdenhassende, selbsterklärte Vaterlandsretter, denen es im Grunde nur „um ihren Arsch“ gehe, was sie zu eben einem solchen mache. 

Zum Lachen unters Dach

Und dann war da noch der Ochtruper Palästinenser Amjad Abu-Hamid, der für „Bombenstimmung“ sorgen wollte. Ausgestattet mit einem Rucksack ohne Sprengstoff, aber voller Klischees versuchte er die Unterschiede zwischen deutscher und arabischer Kultur auf den Punkt zu bringen. Dabei wurde er nicht müde zu betonen, wie „schwarz“ doch sein Humor sei. Seine Zeitdiagnose erschöpfte sich in der Feststellung, dass Marokkaner eine höhere Stimmlage haben als Libanesen und nicht alle Deutschen Nazis sind und nicht alle Araber Terroristen. Früher hätte man sie gemocht, heute Angst vor ihnen. Es sei denn, sie können so gut die Stimme von Donald Duck imitieren wie Amjad selbst. Am Ende trugen alle Beteiligten noch ohne Probleme mit sexistischen oder rassistischen Inhalten Witze vor, die das Publikum in der Pause zu Papier gebracht hatte. Wer jemals behauptet hat, dass Osnabrücker zum Lachen in den Keller gehen, wurde im Spitzboden eines Besseren belehrt. Manchmal gehen sie dafür eben auch unters Dach.


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