Philatelisten in der Osnabrückhalle Briefmarkenhändler aus ganz Deutschland bei der OS-Börse

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Osnabrück. Traditionell treffen sich Briefmarkensammler und Händler aus ganz Deutschland zwischen den Jahren zur sogenannten OS-Börse in der Osnabrückhalle. Und obwohl das Sammeln der Marken immer weniger Menschen begeistert, ist der Andrang groß gewesen.

Ruhig geht es normalerweise auf Briefmarken-Tauschbörsen zu, eher selten hört man ein Lachen, fast nie erhebt jemand die Stimme. Der Mann, der aussieht wie Karl Marx und passenderweise einen Block mit Sondermarken des Urvaters der Umverteilung in der Hand hält, bildet da eine Ausnahme. „Die Philatelie ist oft viel zu langweilig, da muss was passieren“, sagt der Mann mit dem exzentrischen Aussehen, der auch noch den außergewöhnlichen Namen Bodo A. von Kutzleben trägt.

Thurn und Taxis

Der 68-Jährige ist aus Frankfurt angereist. Er ist zum ersten Mal in Osnabrück und froh, wie er sagt, nach den Weihnachtstagen mal wieder rauszukommen. Seinen Händlertisch hat von Kutzleben mit einer deutschen und einer südkoreanischen Fahne dekoriert und damit seine philatelistischen Interessen abgesteckt. „Eigentlich sammle ich Thurn und Taxis.“ Doch weil die Marken des Vorläufers der Deutschen Post so teuer sind, sammelt Bodo von Kutzleben nun auch Marken aus Asien, von denen er einige in Osnabrück zum Tausch und Verkauf anbietet.

Faszination aus Fernost

Was ihn an den Marken aus Fernost fasziniert? „Die sind so bunt und wahnsinnig kreativ!“ In Deutschland, da ist sich von Kutzleben sicher, gäbe es viel mehr Begeisterung für die Philatelie, wenn man sich ein wenig an den Asiaten orientieren und nicht immer die ewig gleichen langweiligen Marken drucken würde. Ein paar Stände weiter gibt es eine echte Rarität: Eine weibliche Briefmarkensammlerin. Brigitte Rühlander ist aus Bersenbrück angereist, um sich auf der OS-Börse umzuschauen. Sie selbst sammelt nicht mehr. Aber Rühlander hat einige ihrer Enkel für das Briefmarkensammeln begeistern können. Sie hat deswegen ihre Alben innerhalb der Familie weiterreichen können. Einer ihrer Enkel, der 31-jährige André Hellermann, begleitet sie zur 59. Börse für Philatelie und Numismatik.

Sammler für Postkarten

Anders als viele denken geht es in der Philatelie nicht nur um das Briefmarkensammeln. Der Münsteraner Wolfgang Zander etwa interessiert sich überhaupt nicht für Marken – sein Augenmerk gilt Postkarten. Spezialisiert hat er sich dabei auf Karten des Fotografen Hans Hartz, bei dem es sich übrigens nicht um den gleichnamigen Sänger mit der Reibeisenstimme und dem Hit „Die weißen Tauben sind müde“ handelt.

Landschaft und Städte

Der Hartz, für den Wolfgang Zander schwärmt, hatte sich auf Abbildungen von Stadtansichten und Landschaftspanoramen spezialisiert. Während Zander einige Karten zeigt, die er gerade erstanden hat, erzählt er, dass er sich die Fotos normalerweise mit der Lupe anschaut und darauf immer wieder neue Details erkennt. „Diese Bilder haben außerdem eine unglaubliche Atmosphäre.“

Sonderstempel für jedes Jahr

Wie in jedem Jahr bot die OS-Börse den Philatelisten schließlich auch 2018 zwei eigene Sonderstempel, die sie an einem Sonderverkaufsstand der Post bekommen konnten. In diesem Jahr waren die Stempel dem Osnabrücker Priesterseminar gewidmet.


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