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28.12.2018, 12:48 Uhr KONKURRENZ AUF DEM WOHNUNGSMARKT

Das Klima wird für Flüchtlinge rauer - sogar in Osnabrück

Von Sandra Dorn


Für viele Flüchtlinge sind provisorische Gemeinschaftsunterkünfte zur Dauerlösung geworden. Symbolfoto: Archiv/Michael GründelFür viele Flüchtlinge sind provisorische Gemeinschaftsunterkünfte zur Dauerlösung geworden. Symbolfoto: Archiv/Michael Gründel

Osnabrück. Seit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Sommer 2015 die Worte „Wir schaffen das“ sprach, hat allein Osnabrück an die 5000 Menschen aufgenommen. Von der damals riesigen Welle der Hilfsbereitschaft ist nicht mehr viel zu sehen.

Dabei gibt es immer noch Unterstützung durch die Ehrenamtlichen, die seit 2015 dran geblieben sind. Sie geben Sprachkurse, helfen bei Behördengängen und ebnen Wege in Vereine – tun eben alles, was zur Integration beiträgt. Einige Geflüchteten von damals sind mittlerweile selbst Helfer. Die wertvolle Arbeit all dieser Ehrenamtlichen ist jedoch zur Routine geworden und bekommt nicht mehr dieselbe Aufmerksamkeit wie einst.

Stattdessen wird das Klima rauer. Die Stadt tut daher gut daran, nicht nur bei ihren Integrationsbemühungen nicht nachzulassen. Das vordringlichste Problem ist der leergefegte Wohnungsmarkt. Wenn Geflüchtete von Alleinerziehenden, Hartz-IV-Empfängern oder auch einfach nur Familien mit geringem Einkommen als Konkurrenten um die wenigen günstigen Mietwohnungen betrachtet werden, schürt das nur weitere Ressentiments.


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