Neue Probleme der Unterbringung Flüchtlingsunterkünfte in Osnabrück: Vom Provisorium zur Dauerlösung

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Ab Januar werden die 70 Geflüchteten, die noch an der Landwehrstraße leben, auf die übrigen städtischen Unterkünfte verteilt. Foto: Archiv/Gert WestdörpAb Januar werden die 70 Geflüchteten, die noch an der Landwehrstraße leben, auf die übrigen städtischen Unterkünfte verteilt. Foto: Archiv/Gert Westdörp

Osnabrück. Die Raumnot in den städtischen Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge in Osnabrück hat sich gelegt, und die noch im Sommer angedachte Containerlösung ist vom Tisch. Die Stadt stellt sich stattdessen jetzt auf andere Probleme ein.

Nicht mehr die akute Notunterbringung von ankommenden Flüchtlingen bereitet den Zuständigen in der Stadtverwaltung Schwierigkeiten. Das Hauptproblem ist nun, dass anerkannte Asylbewerber, die schon lange hier leben, keine Wohnungen finden – übrigens nicht nur, weil es generell zu wenige günstige Wohnungen in Osnabrück gibt: „Wir stellen fest, dass die sehr positive Grundstimmung von vor drei Jahren heute teilweise verschwunden ist“, sagt Wolfgang Beckermann, Vorstand für Soziales bei der Stadt. Eine Wohnungsgesellschaft habe der Stadt sogar direkt mitgeteilt, dass sie nicht an Geflüchtete vermiete. Für viele ist daher die provisorische Notunterkunft zur Dauerlösung geworden.

Fachdienstleiter Klaus Rußwinkel, zuständig für die Unterbringung von Flüchtlingen wie Wohnungslosen gleichermaßen, fährt daher nun eine andere Taktik: Er hat das Ziel, die bestehenden Gemeinschaftsunterkünfte sukzessive zu dauerhaften Unterkünften umzubauen, in denen die Flüchtlinge langfristig leben können, erläuterte er unserer Redaktion. Gemeinschaftsduschen und -küchen sowie Mehrbettzimmer sollen nach Möglichkeit verschwinden und kleineren Appartements weichen.

Neun Gemeinschaftsunterkünfte

Neun Gemeinschaftsunterkünfte mit rund 550 Plätzen gibt es in Osnabrück, und alle waren Anfang 2018 voller als das, was die Stadt selbst als sozialverträglich erachtet – darunter zwei Gebäude an der Landwehrstraße, die die Stadt ursprünglich bis Ende des Jahres räumen sollte. 100 Geflüchtete lebten dort noch Anfang 2018. Die Häuser gehören der Stadtwerke-Tochter Esos, die sie im Zuge der Entwicklung des Neubaugebiets Landwehrviertel anderweitig nutzen will. Die Frist wurde verlängert – bis Mitte 2019. Im November informierte die Stadt die Bewohner schriftlich darüber, dass sie bald umziehen müssen. Bis Ende Dezember durften sie eine alternative Wunschunterkunft nennen. Ab Januar sollen die Umzüge starten, so Rußwinkel.

Während es für Asylbewerber fast aussichtslos ist, auf privatem Weg auf dem angespannten Markt eine Mietwohnung zu finden, hat die Stadt etwas bessere Chancen. „Wir haben einen Pool an Vermietern, die gute Erfahrungen mit uns gemacht haben, weil wir die Bewohner auch betreuen“, so Rußwinkel. „Und sie können sich darauf verlassen, dass sie vernünftige Mieter bekommen, weil wir diejenigen aussuchen, deren Wohnverhalten passend ist.“ So schafft es die Stadt, einzelne Plätze in den Gemeinschaftsunterkünften frei zu bekommen.

Containerlösung vom Tisch

Im Sommer 2018 sah es noch so aus, dass alle Bemühungen nicht ausreichen würden. Hinter verschlossener Tür diskutierten Rat und Verwaltung bereits darüber, mobile Wohncontainer anzuschaffen, die in der Wüste am Moskaubad und in Voxtrup am Wellmannsweg aufgestellt werden könnten. Diese Containerlösung sei „erstmal vom Tisch“, sagt Beckermann.

Aktuell gebe es wieder 40 bis 50 freie Plätze in den Unterkünften, sagt Fachdienstleiter Klaus Rußwinkel. Die Situation hat sich auch deshalb entspannt, weil Osnabrück bis Ende 2019 nur noch rund 100 neue Geflüchtete aufnehmen muss, wenn es bei dem Verteilkontingent bleibt, das das Land Niedersachsen Ende Oktober mitgeteilt hatte. Und noch ein weiteres Raumproblem hat die Stadt gelöst: Für die baufällige Obdachlosenunterkunft an der Buerschen Straße hat die Verwaltung Ersatz gefunden. Die Bewohner sind größtenteils bereits in ein Wohnhaus im Stadtteil Hafen umgezogen, sagt Rußwinkel. 30 Plätze stehen dort zur Verfügung, an der Buerschen Straße waren es 45. Der Fachdienstleiter betont, dass Flüchtlinge und Wohnungslose gleichberechtigt sind bei der Wohnungsvermittlung. 


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