Zwischen Bartholdy und Prokofjew Osnabrücker Symphonieorchester lädt zum Neujahrskonzert

Von Jan Kampmeier

Dirigiert mit viel Einsatz: Andreas Hotz vom Osnabrücker Symphonieorchester freut sich auf das anstehende Neujahrskonzert. Foto: Gert WestdörpDirigiert mit viel Einsatz: Andreas Hotz vom Osnabrücker Symphonieorchester freut sich auf das anstehende Neujahrskonzert. Foto: Gert Westdörp

Das Osnabrücker Symphonieorchester lädt zum Neujahrskonzert in die Osnabrückhalle ein. Andreas Hotz spricht über das bunte Programm des Wunschkonzerts und über Conférencier Klaus Wallendorf.

In Wien ist der Fall klar: Zu Neujahr gibt es im Konzert Sträuße. So will es die Tradition. Anderswo wird dieses Konzept kopiert, in Osnabrück allerdings nicht. „Sonst wären wir ja austauschbar“, sagt Andreas Hotz. „Das, was landauf, landab getan wird, nämlich einfach nur das Neujahrskonzert aus Wien nachzuspielen, ist mir zu wenig.“ Seit er als Generalmusikdirektor im Amt ist, gestaltet er das Neujahrskonzert des Osnabrücker Symphonieorchesters als Wunschkonzert, und das werde auch gut angenommen.

Johann, Josef und Eduard Strauß stünden ja auf den Stimmzetteln auch zur Auswahl, so der Dirigent, aber auf den vorderen Plätzen landen sie nicht. Zur Auswahl stellt Andreas Hotz eine möglichst ausführliche Liste mit Werken aus verschiedenen Epochen und Nationalitäten. „Brillanz spielt eine große Rolle, tiefgründige Lamenti stehen da eher nicht zur Wahl. Aber wohin dann das Gewicht geht und wo sich ein Schwerpunkt ergibt, das entscheidet das Publikum.“

Bunte Mischung von Künstlern

Beim Programm des anstehenden Konzerts fällt die ausgesprochen bunte, internationale Mischung der Stücke auf: Bartholdy, Dukas, Prokofjew, Elgar, Nielsen und viele andere. „Das passt wunderbar zu unserem Orchester, in dem wir 19 verschiedene Nationalitäten haben, und im Moment des gemeinsamen Musizierens verstehen sich alle und sprechen die selbe Sprache. Das ist natürlich schön, wenn es sich in so einem Programm wieder findet. Die Grenzen der Nationalität können in der Kunst so einfach überwunden werden. Daher kann uns die Kunst auch als Vorbild dienen für das, was vielleicht sonst im alltäglichen Leben nicht so gut funktioniert.“

Humorvolle Moderation

Mit von der Partie ist auch diesmal wieder Klaus Wallendorf als Moderator. Ursprünglich war der von Andreas Hotz‘ Vorgänger Hermann Bäumer für die Neujahrskonzerte nach Osnabrück eingeladen worden, sie kannten sich aus ihrer gemeinsamen Zeit als Bläser bei den Berliner Philharmonikern. „Es geht ja nicht darum, nur alles neu zu machen, sondern man soll das Gute übernehmen. Und Klaus Wallendorf ist natürlich ein ganz wichtiger Faktor, der als Moderator seit so vielen Jahren schon dabei ist und auf seine Art, mit seinem ganz besonderen Humor immer wieder unser Publikum in den Bann zieht.“

Was der Conférencier sich zu den Stücken überlegt, weiß auch Andreas Hotz vorher nicht. „Ich möchte das auch gar nicht wissen, denn ich bekomme ja von ihm auch Impulse, und die müssen mich überraschen. Wenn ich einen Witz schon vorher wüßte, wäre die Spannung für mich weg. Es muss diesen etwas spannenden Charakter von Improvisation haben.“ Ein frei geäußerter Wunsch, also kein Vorschlag auf der Liste, war Georg Kreislers „Triangel“, ein Stück, das natürlich Klaus Wallendorf interpretieren wird. „Das passte wie die Faust auf’s Auge.“


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