"Möchtest du mein Patenonkel sein?" Warum diese süße Plakatbotschaft in Osnabrück illegal ist

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"Ganz viel Blödsinn": Ein angehender Vater fragt mit diesem Plakat in Osnabrück, ob sein Freund Patenonkel werden möchte. Doch die Werbefläche hat er nicht gemietet. Foto: Meike Baars"Ganz viel Blödsinn": Ein angehender Vater fragt mit diesem Plakat in Osnabrück, ob sein Freund Patenonkel werden möchte. Doch die Werbefläche hat er nicht gemietet. Foto: Meike Baars

Osnabrück. Eine herzerwärmende Plakatwerbung macht derzeit in Osnabrück von sich reden: Ein angehender Vater bittet einen Kumpel, Patenonkel seiner Tochter zu werden. Doch die Aktion im Namen der kleinen Leonie ist illegal. Denn ihr Vater hat die Werbefläche nicht gemietet, sondern "wildplakatiert".

"Papa hat gesagt, wenn du mein Patenonkel wirst, dann bringst du mir ganz viel Blödsinn bei." So steht es auf einer großen Werbefläche im Osnabrücker Stadtteil Schinkel. Und tatsächlich zeigt hier der Vater der ungeborenen Leonie schon einmal, was er sich möglicherweise unter Blödsinn vorstellen kann.

Unbefugt beklebt

Denn die Plakatfläche an der Schützenstraße, die er für seinen öffentlichkeitswirksamen Patenonkelantrag auswählte, hat er nicht offiziell gemietet, sondern unbefugt beklebt. Das teilt das Unternehmen Schwarz-Außenwerbung unserer Redaktion mit, das die Plakatwand vermarkten lässt. "Es handelt sich um eine widerrechtliche Nutzung fremden Eigentums und Sachbeschädigung, da das vorhandene Plakat eines regulär zahlenden Werbekunden einfach überdeckt wurde", schreibt die Firma mit Sitz in Konstanz.

Kreativer VfL-Fan: Leonies Papa, der mit dieser Plakatbotschaft für gerührte Reaktionen sorgt. Foto: Meike Baars

Auf Facebook, wo ein Foto des Plakats in einer Fangruppe des VfL Osnabrück geteilt wurde, zeigen sich viele Nutzer gerührt von der Aktion. Allerdings scheinen sie vom illegalen Ursprung der Plakatierung nichts zu ahnen. "Da hat wohl der werdende Patenonkel Pippi in den Augen, sobald er das liest...  Mega geile Aktion...", schreibt einer. "Das ist ja süß", "Hammer geil!", kommentieren andere.

Keine Strafanzeige

203 Euro hätte der angehende Vater als Miete für die Werbefläche zahlen müssen, ist bei Schwarz-Außenwerbung zu erfahren. 14,50 Euro am Tag bei einer Laufzeit von mindestens 14 Tagen, zuzüglich Mehrwertsteuer. Nun muss der junge Mann damit rechnen, dass seine Botschaft bald wieder verschwindet. Um eine Strafanzeige kommt er aber wohl herum. "Da der Verursacher nicht bekannt ist und der Aufwand für uns für eine Strafverfolgung in keinem wirtschaftlichen Verhältnis steht, haben wir keine Strafanzeige gestellt, sondern werden die unverzügliche Abdeckung veranlassen", teilt das Konstanzer Unternehmen mit. 


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