Heiligabend 500 Besucher zur Bescherung in der Osnabrücker Wärmestube

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Wohlbehütet von Andreas Koch (links) und unter den Augen von Generalvikar Theo Paul wurde jetzt die Figur des Christuskindes während der Weihnachtsfeier der Wärmestube an der Bramscher Straße in die Krippe gebracht. Foto: Peter SelterWohlbehütet von Andreas Koch (links) und unter den Augen von Generalvikar Theo Paul wurde jetzt die Figur des Christuskindes während der Weihnachtsfeier der Wärmestube an der Bramscher Straße in die Krippe gebracht. Foto: Peter Selter

Osnabrück. Rund 500 Besucher sind an Heiligabend zur Weihnachtsfeier der Wärmestube an der Bramscher Straße in Osnabrück gekommen. 600 Geschenkpakete wurden verteilt.

"Das ganze Jahr über ist Weihnachten präsent in der Wärmestube", betonte Generalvikar Theo Paul, der die rund 500 Gäste vor der Krippe auf dem Parkplatz vor der Wärmestube begrüßte. Die Weihnachtsgeschichte sei quasi ein Ur-Impuls für ganz viele, die hier täglich ein und aus gehen würden, so der Vertreter des Osnabrücker Bischofs.  

Seit 37 Jahren ist die Wärmestube des Bischöflichen Stuhls zu Osnabrück für Obdachlose und bedürftige Menschen da. Die Hilfsstelle öffnet täglich morgens um sieben Uhr und ist bis zum Nachmittag für die Gäste da, von denen viele keine eigenen Wohnung haben. (Weiterlesen: Unsichtbar in Osnabrück – Einblicke eines Obdachlosen)

Hier können die Besucher frühstücken, am gemeinsamen Mittagessen teilnehmen und die Sanitär-, Ruhe- und Aufenthaltsräume nutzen. Seit 1999 sind die Schwestern des Thuiner Franziskanerordens in der Wärmestube tätig. In der Kleiderkammer der Wärmestube kümmert sich Schwester Mirja darum, dass die Gäste der Jahreszeit entsprechend ausgestattet sind. Um die Mahlzeiten kümmert sich jeden Tag Schwester Soteris, die dabei von den Schwestern Maria-Therasia und Bonita unterstützt wird. 

Suche nach einer Herberge

Die Weihnachtsbotschaft gerade an diesem Ort sei Provokation und Herausforderung zugleich, dass sich alle mit Gewalt und Kriegsszenarien nicht abfinden dürften, sagte Theo Paul:

"Der alte Stall hier erinnert uns jeden Tag daran, dass uns Humanität, Menschlichkeit und Gewaltlosigkeit verbindet."Theo Paul, Generalvikar


 Viele Menschen, die hierherkommen, würden eine Herberge suchen, weil sie keine eigene Herberge hätten, so der Generalvikar. 

Nach dem gemeinsamen Lied "Heilige Nacht" konnten es vor allem die jüngsten Besucher kaum erwarten, dass die Bescherung endlich startete. Erneut war eine der Garagen der Wärmestube quasi komplett gefüllt mit Geschenken für Erwachsene und Kinder. Mit einem herzlichen "Frohe Weihnachten" gaben die ehrenamtlichen Helfer über 600 Geschenke an die Gäste des Abends heraus. Zahlreiche Schulen und Kindergärten hatten zusammen mit Privatleuten die große Zahl der Geschenke gesammelt und gespendet.  

Foto: Peter Selter


"Ein ganz herzliches Dankeschön für Ihre Zeit und Ihre Hilfe" sagte der Leiter der Wärmestube, Diakon Joachim Meyer, den 40 Helfern, die sich bereit gefunden hatten, am Heiligabend gute vier Stunden ihrer Zeit in den Dienst der Hilfseinrichtung zu stellen. Frisch zubereiteten Kartoffelsalat und Schnitzel galt es auszugeben an die 350 Gäste, die nach dem Gottesdienst und der Bescherung die Stunden des Heiligen Abends im großen Saal des Franziskanerklosters über der Wärmestube verbrachten.

Foto: Peter Selter


Wunderbar sei es, dass die Besucher jetzt dort ein paar Stunden zufrieden in Ruhe verbringen könnten, betonte Schwester Soteris. Allerdings sei es für Menschen, die nicht mobil seien, schwierig, am Heiligabend zur Bramscher Straße zu kommen. Es sei vielleicht ein Wunsch für das kommende Weihnachtsfest, dass sich die Verkehrsunternehmen oder private Betriebe finden würden, die die Menschen mit eingeschränkten Mobilität an dem Abend unterstützen würden, so Schwester Soteris. Das stehe dann auf dem Wunschzettel des kommenden Jahres. Nun gelte es aber erstmal, allen Unterstützern dieses Jahres herzlich zu danken. 


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