Erster Gottesdienst nach langer Krankheit Missbrauchsfälle: Osnabrücker Bischof Bode entschuldigt sich öffentlich

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Beim Weihnachtsgottesdienst im Dom ging Bischof Franz-Josef Bode auch auf die jüngst bekannt gewordenen Missbrauchsfälle im Bistum Osnabrück ein. Foto: Gert WestdörpBeim Weihnachtsgottesdienst im Dom ging Bischof Franz-Josef Bode auch auf die jüngst bekannt gewordenen Missbrauchsfälle im Bistum Osnabrück ein. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Nach den jüngst bekannt gewordenen, schweren Missbrauchsfällen im Bistum Osnabrück hat sich Bischof Franz-Josef Bode öffentlich für die Verfehlungen der Kirchenleitung entschuldigt. Er habe sich seine Rückkehr nach langer Krankheit anders vorgestellt, sagte Bode zu Beginn des Pontifikalamtes am ersten Weihnachtstag.

Nach einer komplizierten Bandscheibenoperation war der Bischof mehr als zehn Monate nicht im Dienst. Während des feierlichen Gottesdienstes im Dom trat er erstmals wieder an die Öffentlichkeit und ging dabei tief bewegt auf die Vorfälle ein, die Mitte Dezember ans Licht gekommen waren. Ein inzwischen 85-jähriger Priester hatte während seiner Amtszeit in Merzen und offenbar zuvor auch schon in Dalum, Rhede und Twist mehrere Kinder missbraucht.

Weiterlesen: Hier finden Sie weitere Informationen zu den Missbrauchsfällen

"In diesem Jahr erleben wir die tiefe Finsternis in besonderer Weise. Ein Priester unseres Bistums hat sich schwerer sexueller Vergehen schuldig gemacht, die eine breite Spur des Unheils nach sich gezogen haben und es noch tun", sagte Bode im Weihnachtsgottesdienst vor mehreren hundert Gläubigen. 

Versäumnisse und Fehler des Bistums

In diesem über Jahrzehnte währenden Geschehen habe es auch ernste Versäumnisse und Fehler auf Seiten des Bistums gegeben, räumte der Bischof ein. "Nach seiner Pensionierung ist der Priester sogar zum zeitweiligen Leiter der Pfarrei und zum unterstützenden Priester ernannt worden – von mir unterschrieben. Dessen bin ich mir schmerzhaft bewusst und ich bitte dafür um Vergebung und Entschuldigung." Zugleich versicherte Bode allen, "dass wir den Dingen an der Seite der Opfer weiter nachgehen, dass wir Hilfen suchen und Konsequenzen ziehen werden".

Bischof Franz-Josef Bode inmitten der Bistumsleitung während des Pontifikalamtes. Foto: Gert Westdörp

Im voll besetzten Dom ging der 67-jährige Bischof auch auf seine lange Krankheit ein. In den vergangenen zehn Monaten habe es auch lebensbedrohliche Momente gegeben und er sei froh, sich nun wieder regen und auch aufregen zu können. Bode dankte der bistumsweiten Solidarität, die ihm neue Kraft gegeben habe.

Gottesdienst am ersten Weihnachtstag im Osnabrücker Dom. Foto: Gert Westdörp

Lesen Sie hier ein Interview mit Bischof Franz-Josef Bode.


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