Nostalgie und jede Menge Nervenkitzel Glanzvolle Gala-Premiere des Roncalli Weihnachtszirkus

Von Christoph Beyer


Osnabrück. Spektakuläre Darbietungen und eine zauberhafte Zirkusatmosphäre sorgten bei der Gala-Premiere des Roncalli-Weihnachtszirkus an der Halle Gartlage in Osnabrück für stehende Ovationen. Unter dem Titel "Rockin´ around the Christmas Tree" gingen Musik, Bewegung und Entertainment eine gelungene Verbindung ein.

Ein Elefant reckte den Rüssel und wirkte dabei so echt, dass einige Zuschauer in der ersten Reihe zurückwichen. Mittels Holografie-Inszenierung holten die Zirkusaktiven den grauen Riesen direkt in die Manege. 

Echte Tiere finden sich beim Roncalli-Weihnachtszirkus nicht mehr, der, auch in dieser Hinsicht, ganz mit der Zeit geht. Das gilt nicht nur für den eindrucksvollen Einsatz der Holografie, sondern auch für das gesamte neue Weihnachtszirkus-Programm, das nostalgisches Flair und moderne Technik vereint.  

Nachdem Sänger Max Buskohl das Publikum im ausverkauften Zirkuszelt auch musikalisch begrüßte, bestritt die Rollschuhformation "Les Paul" ihren rasanten Auftritt. Inmitten einer kleinen Plattform wirbelten und schleuderten sich die vier jungen Akrobaten, darunter auch die drei Kinder von Roncalli-Gründer und Direktor Bernhard Paul, in die Gunst des Publikums. In dieser stand auf Anhieb auch Vioris Zoppis. In "Dschungel-Look" und luftiger Höhe bewies der Italiener Körperbeherrschung und zeigte an herabhängenden Bändern schwindelerregende Kunststücke. Tolle Showwerte zu den Klängen des Roncalli Royal Orchestra lieferten ebenfalls die "Bello Sisters" mit ihrer anmutigen Gleichgewichtskunst, durch die sie ihre Körper zu großen Statuen formten.

Publikumsbeteiligung war gefragt, als Beatbox-Künstler Robert Wicke ins Scheinwerferlicht trat und neben seinem Charme auch sein Mundschlagzeug spielen ließ, das täuschend echt klang. Der smarte Hannoveraner loopte und mixte, forderte zum Mitsingen auf und bat, zur großen Freude des Publikums, einen älteren Herren zu sich in die Manege, der sich nach und nach als wahres Hip-Hop-Talent entpuppte. Entschleunigte Momente bescherte den 1499 Besuchern dagegen Illusionist Mike Chao, der zu ruhigen Klavierklängen gekonnt mit Karten und Bällen hantierte.

Zu Höhepunkten der Show entwickelten sich immer wieder die Akrobatiknummern, vom Roncalli Royal Orchestra musikalisch punktgenau begleitet. Besonders festlich geriet etwa der Auftritt des "Queens of Baroque"-Duos, dass für seine vom Roncalli-Ballett unterstützten Darbietungen einen Kronleuchter als Ausgangspunkt nutzte.  

Auf weniger Glamour, vielmehr auf volles Risiko schienen die "Chilly-Brothers" zu setzen. In fünf Metern Höhe zeigten Maxime Blanckaert und Nathan Briscoe, wie sehr sie einander vertrauen. Nur von der Hand des Anderen abgesichert, wurden, unter dem Raunen des Publikums, Saltos, Schrauben und Purzelbäume in der Luft vollführt, kurzzeitig auch im "Blindflug." Die Mischung aus atemloser Stille der Beobachter und den dynamischen Bewegungen unter der Zirkuszelt-Kuppel machten gerade diese Momente so besonders. Für die passende Portion Humor war unter anderem durch die Clowns Anatoli und Eddy mit ihren schrillen Flausen gesorgt.

Stehend applaudierte das Publikum nach zweieinhalb Stunden den Künstlern und dankte für die vielseitige Show. Diese luden beim Finale zu einem kurzen Tänzchen, bis sie dann, im Konfettiregen, winkend hinter dem Vorhang verschwanden.

Bis zum 6. Januar 2019 hat der Weihnachtszirkus seine Pforten geöffnet.


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