Böllerverkauf ab Freitag Tipps von der Osnabrücker Feuerwehr: So klappt die Silvesterknallerei

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Sicherheit geht vor: Silvester sollten nur Knallkörper und Feuerwerksraketen verwendet werden, die ein anerkanntes Prüfsiegel haben. Foto: dpa/Karl-Josef HildenbrandSicherheit geht vor: Silvester sollten nur Knallkörper und Feuerwerksraketen verwendet werden, die ein anerkanntes Prüfsiegel haben. Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand 

Osnabrück. 34 Euro soll jeder Deutsche im Schnitt für Böller ausgeben. Diese Zahl hat der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) in Ratingen errechnet. Insgesamt sollen es 124 Millionen sein. Ab Freitag, 28. Dezember, darf das Feuerwerk in Deutschland verkauft werden. Nicht jeder freut sich auf die Knallerei.

Was wird geböllert?

Hersteller von Feuerwerkskörpern scheinen über eine reichhaltige Fantasie zu verfügen. Wohl angesichts der oben genannten Summen, die die Deutschen ausgeben, ist ein Hersteller auf die Idee gekommen, seinen Kanonenschlag „Deto-Nation“ zu nennen. Immer beliebter werden die so genannten Batterien. Darin sind mehrere Böller in einer „Schachtel“ gebündelt, die nur einmal angezündet werden muss, aber zahlreiche Schüsse bereithält.

Auch Packungen mit Raketen sind nach wie vor beliebt. Foto: dpa/Lino Mirgeler


Diese sind bei der Kundschaft am beliebtesten, sagt Dorothea Krawczyk von Edeka Dütmann in Wallenhorst. Aber auch Raketen sind immer noch begehrt. In den Dütmann-Märkten in Georgsmarienhütte, Bad Iburg, Hasbergen, Hagen und Osnabrück sowie in ihrem Markt in Wallenhorst würden nur Feuerwerkskörper verkauft, die von der Edeka-Zentrale auf eine CE-Kennzeichnung geprüft werden. Das bedeutet, dass es den EU-Richtlinien für Pyrotechnik entspricht und ein hohes Niveau an Schutz garantiert.


Worauf ist zu achten?

Heiko Schnitker, bei der Osnabrücker Feuerwehr für die Organisation des Einsatzdienstes zuständig, rät zudem, beim Kauf von Feuerwerkskörpern unbedingt auf das BAM-Zeichen achten und auf Käufe aus dem Internet oder dem Ausland zu verzichten. BAM steht für „Bundesanstalt für Materialforschung -und prüfung“ und stellt sicher, dass das Material den Vorgaben entspricht.

Jenni Haberland von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) demonstriert den sicheren Umgang mit einer Silvesterrakete. Foto: dpa/Jörg Carstensen


Für den Abschuss der Raketen empfiehlt Schnitker, sie in eine Glasflasche und diese in eine Getränkekiste zu stellen. Zum Anzünden sollte ein Stabfeuerzeug verwendet werden. Anschließend sollte man ein paar Meter auf Distanz gehen. Falls eine Rakete oder ein Böller nicht explodiert, sollte fünf Minuten gewartet werden, so Schnitker. Anschließend sind die Feuerwerkskörper in einem Eimer Wasser am besten aufgehoben. Schnitker weist auch darauf hin, dass stark alkoholisierte Personen kein Feuerwerk abbrennen sollten.

Wer sich nicht am Böllern beteiligt, sollte trotzdem ein paar Vorkehrungen vornehmen. Fenster – insbesondere Dachfenster – sollten geschlossen sein, damit keine Raketen in Häuser hineinfliegen können. Auf Balkonen können an Silvester Brände entstehen, wenn dort brennbare Materialien wie Polster oder Müll gelagert werden. Sie sollten vor dem Feuerwerk entfernt werden.

Wann darf geböllert werden?

Ab dem 31. Dezember um 0 Uhr bis zum 1. Januar um 24 Uhr darf Feuerwerk gezündet werden. Polizeisprecher Frank Oevermann weist daraufhin, dass diejenigen, die außerhalb dieser Zeiten böllern, mit einer Anzeige zu rechnen haben. Die Polizei ist traditionell mit einem verstärkten Personaleinsatz in der Silvesternacht am Start. Es werden in der letzten Nacht des Jahres – bedingt durch zu starken Alkoholkonsum – hauptsächlich Körperverletzungen und Sachbeschädigungen registriert. Es rufen auch Bürgerinnen und Bürger an, die sich durch den Lärm gestört fühlen. Spezielle Gegenden, die gemieden werden sollten, gibt es aber laut Oevermann in der Hasestadt aber nicht. „In Osnabrück kann man friedlich feiern.“

Aufs Böllern verzichten?

Der CDU-Landtagsabgeordnete Martin Bäumer fordert in einer Pressemitteilung dazu auf, auf das Böllern in der Silvesternacht zu verzichten. Er begründet es mit der hohen Belastung der Umwelt. „Laut Umweltbundesamt jagen die Deutschen an Silvester 4500 Tonnen Feinstaub (PM10) in die Luft. Das entspricht etwa 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge. Das schadet Mensch, Tier und der Umwelt“, schreibt Bäumer in seiner Mitteilung. 

(Weiterlesen: Widerstand gegen Silvesterfeuerwerk)

In vielen deutschen Städten ist das Feuerwerk an Silvester verboten. In Niedersachsen sind Teile der Städte Hannover, Göttingen, Hildesheim, Lüneburg, Celle, Hameln und Wolfenbüttel betroffen. In Osnabrück gibt es keine speziell ausgewiesene Verbotszone.

Silvesterfeuerwerk in Osnabrück. Die Stadt ist nach Einschätzung der Ordnungsbehörden ein sicheres Pflaster zum Feiern. Foto: Gert Westdörp


Laut Jürgen Wiethäuper, Fachdienstleiter Bürger und Ordnung der Stadt Osnabrück, ist allerdings bundesweit das „Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen verboten“. Das gilt natürlich auch für Osnabrück und Umgebung.


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