„Frieden braucht ein Update!“ Erster Osnabrücker Friedenssong wurde uraufgeführt

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Mehr als 160 Kinder und Erwachsene haben an der Entstehung des Friedenslieds mitgewirkt, das sie am Wochenende zum ersten Mal live sangen. André HavergoMehr als 160 Kinder und Erwachsene haben an der Entstehung des Friedenslieds mitgewirkt, das sie am Wochenende zum ersten Mal live sangen. André Havergo

Osnabrück. Sieben Chöre und eine Liveband präsentierten am Wochenende im Schlossinnenhof ein Friedenslied für die Friedensstadt. Insgesamt 160 Mitwirkende waren in den vergangenen Monaten damit beschäftigt, den Song zu schreiben und einzustudieren.

Beherzt halten die Sprachlernkinder der Hauptschule Innenstadt die Mikrophone an den Mund und singen lautstark: „Kennst Du das Gefühl, wenn alles stimmt und dich nichts quält? Frieden, das heißt „baris“, „pace“ und „salam“. In der Kälte stehen die Kinder zusammen mit mehr als 100 anderen Mitwirkenden unter einem Zeltdach im Innenhof des Osnabrücker Schlosses, denn der „Friedenssong für Osnabrück“ wird hier zum ersten Mal öffentlich gesungen.

Die Idee zu dem Lied hatte im vergangenen Jahr eine Schülerin, die den Kooperativen VPAK-Hort Rosenkinder besucht. „Osnabrück ist doch die Friedensstadt. Warum hat sie eigentlich keinen eigenen Friedenssong?“, hat sie gefragt, so erinnert sich Hortleiterin Petra Nieweg. Damit brachte das Kind einen Prozess in Gang, der eine enorme Eigendynamik entwickelte und schließlich in der Premiere des Liedes „Frieden braucht ein Update!“ im Schlossinnenhof gipfelte.

„Insgesamt sind mehr als 160 Bürger Osnabrücks an der Entstehung des Liedes beteiligt gewesen“, erklärt Dorothee Barth. Die Professorin für Musikpädagogik an der Universität hatte sich die Idee zu Eigen gemacht und baute sie in ein Projektunterricht-Seminar ein. „Frau Barth stellte uns frei, ob wir ein eigenes Projekt planen und an der Schule durchführen, oder ob wir zusammen den Friedenssong entwickeln wollten“, erzählt Studentin Feelia Küster. Sofort entschieden sich alle Seminarteilnehmer für das Lied. Weil er nicht nur von Kindern, sondern von Angehörigen aller Generationen gesungen werden sollte, besuchten die Studierenden fortan nicht nur Schulen, sondern involvierten beispielsweise auch den KEHS Gospel-Chor und die Bajazzos, das ist der Männerchor in der Stiftung Bahnsozialwerk.

„Nhan Gia Vo, der den Song zusammen mit Feelia und Michel Lorenz komponiert hat, ist unser neuer Chorleiter. Als er fragte, ob wir an dem Friedensprojekt teilnehmen wollten, war der ganze Chor begeistert dabei“, sagt Claus Landwehr, der Vorsitzende der Bajazzos. Schon jetzt steht fest, dass der Chor den Song in sein Repertoire aufnehmen wird.

„Die Studierenden sind in unsere Klasse gekommen und haben gefragt, was unserer Meinung nach textlich in dem Lied unterkommen müsste“, erinnert sich derweil Finn Pachmann. Der 12-Jährige besucht die siebte Klasse des Graf Stauffenberg-Gymnasiums. Aus den gesammelten Themen bastelten die Studierenden die entsprechende Textpassage: „Terror auf den Straßen, Gewalt in deinem Zuhause, Mobbing oder Lästereien in der großen Pause“ rappten die Schüler bei der Aufführung. „Ich finde es toll, dass so viele unterschiedliche Leute beteiligt sind“, betont Finn, der darüber hinaus die Botschaft des Songs für wichtig hält. Denn während die Schüler aus ihrer eigenen Perspektive Frieden propagieren, thematisieren die Bajazzos Erinnerungen an den Krieg und fremde Soldaten in ihrer Heimat.

„Das Projekt passt sehr gut zu unserem Wunsch, die Osnabrücker aktiv an der Friedensstadt zu beteiligen und wir freuen uns, dass die Friedel und Gisela Bohnenkamp-Stiftung mit ihrer Förderung maßgeblich zu der Realisierung beigetragen hat“, erklärt Patricia Mersinger, Leiterin des städtischen Fachbereichs Kultur.

So dürfte die die Uraufführung des Liedes im Schlossinnenhof sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass „Frieden braucht ein Update!“ live gesungen wird. „Das Projekt ist ausbaubar, vielleicht sogar mit weiteren Chören, die sich beteiligen wollen“, erklärt Dorothee Barth. Auf jeden Fall soll das Lied in absehbarer Zeit aufgenommen werden, damit es sich alle anhören können.


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