Geschenk an terre des hommes Tragbarer Wasser-Filter für den Katastropheneinsatz

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Wasserreinigung mit Paul-Rucksäcken: Alexander Bonde (links, Generalsekretär der DBU) und Albert Recknagel (terre des hommes). Foto: Philipp HülsmannWasserreinigung mit Paul-Rucksäcken: Alexander Bonde (links, Generalsekretär der DBU) und Albert Recknagel (terre des hommes). Foto: Philipp Hülsmann

Osnabrück. Paul steht für: Portable Aqua Unit For Livesaving. Die Universität Kassel hat vor Jahren die mobile Wasseraufbereitungsanlage entwickelt mit Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Acht Exemplare gingen nun als Geschenk an die Hilfsorganisation terre des hommes (tdh).

„Fast alle Katastrophenszenarien gehen einher mit Problemen bei der Trinkwasserversorgung“, so Alexander Bonde, Generalsekretär der DBU. Aber auch im Alltag komme längst nicht überall sauberes Wasser aus dem Hahn. „Wasser, wie wir es gewohnt sind, ist nicht Realität für die meisten Menschen auf der Welt.“ 

Der Paul ist ein System zur Wasserfilterung, das als Rucksack getragen werden kann. Er besteht im Wesentlichen aus einer Plastiktonne, die an eine blaue Mülltonne erinnert, und dem darin sich befindenden Filter. Dessen Membran hat eine Porenweite von 40 nm (= Nanometer, ein milliardstel Meter). 2500 Liter Wasser am Tag reinigt Paul damit von 99,9 Prozent aller Viren und Bakterien. Das reicht über den Daumen gepeilt für 400 Personen. Die Reinigung ist einfach, der Filter soll etwa 10 Jahre halten. 

tdh bekam vor zwei Jahren 25 Exemplare zum 25. Jubiläum geschenkt. Die Organisation hat die Wasserrucksäcke schon in mehreren Projekten erfolgreich eingesetzt, zum ersten Mal beim verheerenden Ausbruch des Vulkans Merapi auf der indonesischen Insel Java im Jahr 2010. Die Rückmeldungen der Helfer vor Ort dort und anderswo seien sehr gut, so tdh-Vorstandssprecher Albert Recknagel, auch wenn es gewisse Einschränkungen gebe. 

„Es hat sich gezeigt, dass das Gewicht von etwa 20 Kilogramm für körperlich schwache Personen ein Problem sein kann. Menschen in Katastrophengebieten sind nicht unbedingt in der physischen Verfassung, um den Rucksack über Strecken zu tragen. Aber auch als stationäre Lösung ist der Rucksack geeignet“, so Recknagel. Zusätzlich lernten Kinder anhand von Paul den überlebenswichtigen Unterschied zwischen sauberem und verunreinigtem Wasser. Näheres zum Paul ist zu finden auf www.waterbackpack.org


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