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Expansionspläne am Campus Haste Warum die Hochschule Osnabrück das Coca-Cola-Gelände kauft

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Verwuchert: das Coca-Cola-Werk in Osnabrück-Haste im Dezember 2018, drei Jahre nach der Schließung. Foto: Selina DeyVerwuchert: das Coca-Cola-Werk in Osnabrück-Haste im Dezember 2018, drei Jahre nach der Schließung. Foto: Selina Dey 

Osnabrück. Drei Jahre nach Schließung der Coca-Cola-Fabrik Osnabrück wechselt das Werksgelände in Haste den Besitzer: Die Hochschule Osnabrück hat es gekauft, um sich dort weiter ausbreiten zu können. Die Möglichkeiten sind groß.

Seit wenigen Tagen ist es offiziell: Die Hochschule Osnabrück erwirbt ein Erweiterungsgelände an der Oldenburger Landstraße in unmittelbarer Nähe des Campus Haste. Auf dem 16.500 Quadratmeter großen Grundstück befand sich früher das Coca-Cola-Werk Heydt

Was die Hochschule mit der Fläche vorhat, steht noch nicht fest. Das Präsidium werde dazu im kommenden Jahr einen Plan entwerfen, teilte Sprecher Ralf Garten mit.



Kaufpreis zwei Millionen Euro

Über die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten sowie über die Hintergründe zum Grundstückskauf informierte die Hochschule am Freitag bei einem Ortstermin. Der Deal mit Coca-Cola sei vor anderthalb Jahren eingefädelt worden, berichtete Stiftungsratsvorsitzender Manfred Hülsmann. Nach intensiven Verhandlungen hätten sich beide Seiten dann Ende November auf einen Verkauf geeinigt. Preis: zwei Millionen Euro.

"Es bestand die einmalige Gelegenheit, die Hochschule Osnabrück am Campus Haste im großen Stil weiterzuentwickeln", sagte Hülsmann. Auf der benachbarten Industriebrache solle etwas "richtig Gutes und Vernünftiges" entstehen. Denkbar seien Forschungslabore, Büros, Seminar- und Werkstatträume, aber auch Studentenwohnungen sowie Appartements für Professoren.


Die ehemalige Coca-Cola-Abfüllung in Osnabrück und der benachbarte Hochschulcampus Haste im Mai 2016. Foto: David Ebener


Einrichtungen auf den Campus zurückholen

Hochschulpräsident Andreas Bertram erklärte, dass von der Erweiterung nicht nur die ansässige Grüne Fakultät (Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur) profitieren solle, sondern die gesamte Hochschule. Bedarf bestehe in allen Bereichen. "Wir haben jede Menge Themen und wussten bislang nicht, wohin damit." Mit dem Grundstückserwerb biete sich zudem die Chance, in der Stadt verstreute Einrichtungen "auf den Campus zurückzuholen". Laut Bertram mietet die Hochschule zurzeit dezentral Flächen im Umfang von 10.000 Quadratmeter an.


Im ehemaligen Verwaltungstrakt von Coca-Cola in Osnabrück gaben (von links) Hochschulpräsident Andreas Bertram, Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und Stiftungsratsvorsitzender Manfred Hülsmann Auskunft über den Grundstückskauf. Foto: Selina Dey


Hochschule braucht schöneres Gesicht

Zugleich verwies der Präsident auf den 2014 vorgestellten Masterplan "Lerngut Haste Osnabrück". Darin wird beschrieben, wie der weitläufige Campus, der im Norden bis zum zwei Kilometer entfernten Versuchsbetrieb Wabe-Zentrum in Wallenhorst reicht, besser strukturiert werden kann. Und wie sich die Hochschule besonders im Bereich der ehemaligen Brausefabrik ein schöneres Gesicht geben kann. Bislang liegt sie dort versteckt hinter einer Kurve, und Besucher werden zuerst von alten Gewächshäusern begrüßt.


Das ehemalige Osnabrücker Coca-Cola-Gelände an der Oldenburger Landstraße im Grundriss. Foto: Selina Dey


Prominente Lage am Tor zur Stadt

Für Oberbürgermeister Wolfgang Griesert – seinerzeit Stadtbaurat und von Haus aus Architekt – ein Unding angesichts der "immensen Bedeutung" der Hochschule für Osnabrück und ganz Niedersachsen. "Die Hochschule muss sich hier in Zukunft richtig zeigen", forderte er beim gemeinsamen Rundgang durch die Werkshallen und Verwaltungsgebäude. Die Lage am Autobahnzubringer sei so prominent, dass sie bereits Begriffe geprägt habe – Stichwort Coca-Cola-Kreuzung.


Ich wünsche mir, dass die Leute in ein paar Jahren nicht mehr von Coca-Cola-Kreuzung, sondern von Hochschul-Kreuzung sprechen.


Investor aus Brasilien springt ab

Als es nach dem Aus für die Getränkeabfüllung Ende 2015 um die baurechtliche Überplanung des Grundstücks ging, sei die Hochschule als direkter und größter Nachbar von Anfang der Wunschpartner der Stadt Osnabrück gewesen, so Griesert weiter. Doch nach Angaben von Stiftungsrat Hülsmann war ein Ankauf zum damaligen Zeitpunkt "preislich nicht machbar". Und auch ein langfristiges Mietverhältnis, wie es einem zwischenzeitlich am Heydt-Gelände interessierten brasilianischen Investor vorgeschwebt sei, kam laut Präsident Bertram für die Hochschule nicht infrage.

So vergingen am Ende knapp drei Jahre, bis Coca-Cola doch noch einen Abnehmer für sein stillgelegtes Osnabrücker Werk fand. 


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