Kabarett meets Elvis Wie ein Wasserfall: Hennes Bender in der Osnabrücker Lagerhalle

Von Jan Kampmeier

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Unbekümmert: Kabarettist Hennes Bender. Foto: Philipp HülsmeierUnbekümmert: Kabarettist Hennes Bender. Foto: Philipp Hülsmeier

Hennes Bender hält in seinem Programm „Alle Jubeljahre“ aus Anlass seines 50. Geburtstags Rückschau.

Elvis, der King, kommt im weißen Overall auf die Bühne, begrüßt das Publikum und nuschelt dabei wie Udo Lindenberg. Ja, Hennes Benders Einstieg in sein Programm ist auf jeden Fall originell. Und das gilt auch für einige Elvis-Songs, zu denen er sich auf der Ukulele begleitet. Ziemlich gut imitiert er Elvis‘ Stimme, ein Talent, das er im Laufe des Abends noch häufiger unter Beweis stellen wird. Hennes Bender nennt sein Programm „Alle Jubeljahre“, denn er sei dieses Jahr 50 geworden.

Das nimmt er zum Anlass für eine Rückschau, das Publikum solle selbst entscheiden, welche seiner Nummern aus den vergangenen Jahren es sehen möchte. „Dr. Best“ wird gewünscht, darüber hinaus aber nicht viel. Hennes Bender stört das nicht weiter, unbekümmert redet er drauf los wie ein Wasserfall, wenn er in seinem Rückblick den Jüngeren erklärt, die Frage „wo bist du?“ sei früher beim Telefonieren nie gestellt worden. „Im Flur, wo das Telefon steht, wo sonst?“ Auch sein Mittagessen habe man mit diesen Apparaten nicht fotografiert.

Politik kommt bei Hennes Bender fast überhaupt nicht vor, lediglich Horst Seehofers Darstellung, die Migration sei die Mutter aller Probleme pflichtet er bei: Das Problem bestehe nämlich darin, dass Seehofer von München nach Berlin migriert sei.

Gerne nimmt er dagegen eine gespreizte, prätentiöse Ausdrucksweise auf die Schippe: „zu Tisch sein“ etwa, „aushäusig sein“ oder „Bettschwere haben“. Ein anderes großes Thema ist für ihn der Film. Der Herr der Ringe, Spongebob oder Indiana Jones (Der Mann mit der Schnur) haben es ihm offenbar angetan, und zu James Bond liefert er einige neue Titelsongs, wobei er zum Beispiel Herbert Grönemeyer oder wiederum Udo Lindenberg imitiert.

Hennes Bender beendet sein Programm ungewöhnlich: Mit William Shakespeares Monolog des Puk aus dem Sommernachtstraum. Als Zugabe erfüllt er dann den schließlich doch noch aus dem Publikum geäußerten Wunsch nach „Freddie“ und singt die „Bohemian Rhapsody“ von Queen – komplett unbegleitet und auf deutsch.


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