Pauken und Trompeten Bach-Chor in Osnabrücker Katharinen-Kirche: Alles schwingt

Von Jan Kampmeier

Der Bach-Chor mit Händels „Messias“ in der Katharinenkirche. Foto: Swaantje HehmannDer Bach-Chor mit Händels „Messias“ in der Katharinenkirche. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück Händels „Messias“ erklang am Samstag in St. Katharinen. Kreiskantor Arne Hatje dirigierte die ausgesprochen lebhaft gestaltete Aufführung mit überzeugenden Solisten und Orchester sowie natürlich mit dem Bach-Chor.

Einen ersten Höhepunkt setzt der Tenorsolist gleich zu Beginn: Michael Connaire, gern gehörter Gast in St. Katharinen, gestaltet das erste Rezitativ in Händels Messias in allergrößter Ruhe, dabei aber mit höchster Intensität des Ausdrucks. Ebenso ergreifend gelingt ihm die Arie „Behold and see“ aus dem Passionsteil des Werkes.

Er singt seine Partie auswendig, verziert sie üppig, verändert ständig die Klangfarbe seiner Stimme und liefert so die eindeutig ausgefallenste Vorstellung der vier Solisten. Neben ihm singen Hanna Zumsande, Hilke Andersen und Jörg Hempel, die im Vergleich ihre Partien eher schlicht anlegen und alle den Text gut verständlich artikulieren. Klanglich warm gelingen Hilke Andersen die Alt-Arien, etwa „He was despised“, strahlend und klar leuchtet Hanna Zumsandes Stimme und macht so besonders die Arie „Rejoice greatly“ zu einem weiteren Höhepunkt.

Mit ihrem beweglichen Sopran gelingen ihr darin von allen Solisten auch die Koloraturen am besten. Die beherrscht allerdings auch der Bach-Chor ausgezeichnet, glasklar zu hören etwa in „For unto us a child is born“, auch dies daher ein Höhepunkt der Aufführung: Klar und lebhaft phrasiert, erstaunlich leichtfüßig bei hohem Tempo.

Das Orchester dieser Aufführung spielt auf historischen Instrumenten und nennt sich „Cappella Sophie von der Pfalz“. Es ist klanglich so transparent, fein und dezent, dass nichts überdeckt wird, Chor und Solisten können daher ganz entspannt und ohne Druck singen.

Ziemlich rasch ist Kreiskantor Arne Hatje unterwegs, doch immer so, dass nichts gehetzt wirkt, vielmehr alles ganz locker und beschwingt. Und Arne Hatje lässt die Musik nicht einfach abspulen, sondern entfacht als Dirigent eine enorme Energie, gibt seinen Musikern fast pausenlos neue Impulse und erzielt so eine höchst differenzierte Dynamik und entschlossen gesetzte Akzente.

Immer wieder horcht man auf, weil Hörgewohnheiten durchbrochen werden, sogar noch kurz vor Schluss: Das Amen-Fugato beginnt hier sehr ruhig und im absoluten Pianissimo. Erst beim Einsatz der Pauken und Trompeten geht es triumphal auf die Zielgrade.


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