Osnabrücker Bandszene überzeugt mit Vielseitigkeit Called to Mind gewinnen Rock in der Region

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Glückliche Gewinner: Mit knappen 2 Prozent Vorsprung gewinnen Called to Mind das Finale von Rock in der Region 2018. Foto: Katharina LeuckGlückliche Gewinner: Mit knappen 2 Prozent Vorsprung gewinnen Called to Mind das Finale von Rock in der Region 2018. Foto: Katharina Leuck

Osnabrück. Wer holt sich die diesjährige Krone der Osnabrücker Bandszene? Darum ging es am Freitagabend beim Finale des regionalen Bandwettwerbs „Rock in der Region“ im Haus der Jugend.

Die Protagonisten: Écru, Crip Election, Called to Mind, The Travelling Stone und 2Kant. Mit einer starken Mischung aus Metalcore, Alternative Rock und Trash-Pop boten die fünf Bands ihren etwa 300 Zuschauern ein so vielseitiges und qualitativ hochwertiges Programm wie schon lange nicht mehr. Keine leichte Wahl für Jury und Publikum.

Der Abend startet laut mit der Metalcore-Truppe Écru. Die fünf Jungs spielen, als ginge es um ihr Leben, und bringen mit fetten Post-Hardcore-Klangwänden den Saal zum Beben. Frontmann Andreas Blessmann fegt wie ein wütender Wirbelwind über die Bühne, flirtet zwischen den Songs mit dem Publikum. Bei der einnehmenden Bühnenpräsenz vermutet man kaum, dass es die Band erst seit eineinhalb Jahren gibt. Da sieht das Publikum offenbar auch mal darüber hinweg, dass ein paar Töne nicht ganz da sitzen, wo sie sollten. Écru werden später der Publikumsfavorit sein.  

Nach so viel geballter Power haben es Crip Election mit ihrem Modern Rock nicht leicht, die Menge von sich zu überzeugen. Während die vier Herren ihre Parts musikalisch noch recht solide abliefern, wirkt ihr Auftritt selbst uninspiriert und fast schon gelangweilt. Ob es daran liegt, dass Frontmann Michi nach eigener Aussage etwas angeschlagen ist? Die Zuschauer können nur rätseln.

Zum Glück holen Called to Mind das Haus der Jugend ganz schnell wieder auf ein anderes Stimmungslevel. Mit eingängigen Melodien und kreativen Arrangements bohrt sich ihr poppiger und gleichzeitig anspruchsvoller Alternative Rock sofort ins Ohr. Die starken Stimmen der Sänger Pat und Henne ergänzen sich gut, reißen mit. „Wir haben noch nie auf so einer großen Bühne und vor so vielen Leuten gespielt“, ruft Sänger Pat kurz vor Ende des Sets dem Publikum sichtlich glücklich entgegen.

Im Gegensatz dazu sind The Travelling Stone schon geradezu alte Hasen auf der Bühne und können sich einige Achtungserfolge auf die Fahnen schreiben. Unter anderem durften sie im vergangenen Jahr in der TV-Sendung „Neo Magazin Royale“ auftreten, ihre Single „Old White Scruffy Bones“ wurde auf Spotify rund 260.000 mal gestreamt. So verwundert es nicht, dass sich vor der Bühne eine enthusiastische Fantraube sammelt, die die stadiontauglichen Rocksongs lautstark abfeiert. Keine Frage, was die fünf Jungs hier machen, funktioniert einwandfrei. Manchmal wirkt ihre Bühnenshow manchmal etwas zu gewollt.

„Entweder findest du die nächste Band einfach geil oder völlig bescheuert.“ - So stimmt ein Zuschauer seine Begleitung am späten Abend auf das Bramscher Trashpop-Duo 2Kant ein. Ihre Beats kommen aus einem imposanten Boxenturm inklusive Kassendeck aus dem vorigen Jahrhundert. In der Tat, 2Kant polarisieren, unterhalten aber mindestens genauso gut. Trotz oder wegen schräger bis sinnloser Diskurs-Texte über Tischtennis und Waldarbeiter tanzt das Publikum. Teilweise zumindest.

Jetzt heißt es abstimmen. Jury- und Publikumsstimmen bilden jeweils separate Platzierungen, aus denen das Gesamtergebnis ermittelt wird. 



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