Linksabbiegen? Nur für Busse Diskussion um die Bramscher Straße in Osnabrück

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Im Windschatten der Busse versucht so mancher Autofahrer ebenfalls, nach links in die Innenstadt abzubiegen. Nun erwägt Stadtbaurat Frank Otte „technische Lösungen“ dagegen. Foto: Michael GründelIm Windschatten der Busse versucht so mancher Autofahrer ebenfalls, nach links in die Innenstadt abzubiegen. Nun erwägt Stadtbaurat Frank Otte „technische Lösungen“ dagegen. Foto: Michael Gründel

Osnabrück Wie viele Busse verträgt die Bramscher Straße? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Bürgerforum für die Stadtteile Dodesheide, Haste und Sonnenhügel ebenso wie mit dem Verkehrsknoten Hasetor und Straßenzügen in Haste.

„Regionalbusse raus aus der Bramscher Straße!“ 470 Anwohner hatten diese Forderung unterschrieben. Sie wollen, dass Linien, die über die Stadtgrenzen hinausführen, auf die Hansastraße verlegt werden. Ende Oktober hat der Rat aber anders entschieden, die Initiative aus der Bramscher Straße sah sich übergangen – und wollte nun im Bürgerforum darüber diskutieren. Wolfgang Hermle von den Stadtwerken berichtete über den Stand der Dinge: „Im Ergebnis sollen im neuen Busliniennetz 2019 alle Fahrten in beiden Richtungen über die Bramscher Straße geführt werden“ – einschließlich der Regionalbusse, die 18 Prozent der Fahrten ausmachen sollen.

„Ein Schildbürgerstreich, wenn die Busse dort nicht fahren“

Sobald die Bauarbeiten auf der Bramscher Straße beendet sind, sollen sie die Strecke mit den neu gestalteten Verkehrsknoten am Hasetor und an der Haster Mühle nutzen: Die beiden Enden der südlichen Bramscher Straße hat die Stadt in diesem Jahr für die „Busbeschleunigung“ vorbereiten lassen. Auf der Strecke dazwischen befindet sich noch eine wandernde Baustelle. Inzwischen sind die Kanalbauarbeiten unter der Kreuzung an der Wachsbleiche abgeschlossen und werden in Richtung Hasetor fortgesetzt. Vor dem Hintergrund des fortgeschrittenen Plans mit den neuen Verkehrsknoten meinte Bürgermeister Burkhard Jasper, der das Bürgerforum leitete: „Es wäre doch ein Schildbürgerstreich, wenn die Busse dort nicht fahren sollten.“

Abwägung zwischen den Interessen

Dass die Initiative mit all ihren Unterschriften keinen Erfolg gehabt hat, frustriert die Akteure, und einer von ihnen äußerte seinen Ärger so: „Wenn Sie Politikverdrossenheit provozieren wollen, dann ist das genau der richtige Weg.“ Diesen Vorwurf hielt Burkard Jasper für unangemessen: Die Verwaltung und die Politik hätten zwischen vielen Interessen abwägen müssen – und „es dann nicht so gemacht, wie eine Gruppe es haben will“. Stadtbaurat Frank Otte pflichtete ihm so bei: „Das ist ein ganz normaler demokratischer Prozess. Ein Teil kann umgesetzt werden, ein anderer Teil nicht. Das wird immer so sein.“

Verkehrssünder im neuen Verkehrsknoten

Inzwischen haben die Anwohner ihre ersten Erfahrungen mit der neu gestalteten Verkehrsknoten am Hasetor gemacht – und sind nicht durchgängig begeistert. Nur die Busse dürfen von der Bramscher Straße aus nach links in die Innenstadt fahren. Aber: „Autos fahren den Bussen einfach hinterher“, stellen Anwohner nun fest. Das ist Stadtbaurat Otte bekannt: „Wir beobachten das.“ Notfalls werde die Stadt „technische Lösungen“ einsetzen, damit Autos nicht mehr falsch abbiegen – welche, ließ er offen.

Radweg mit mehr Sicherheit

Otte und Jasper sind übereinstimmend überzeugt davon, dass die neuen Wege für Radfahrer in Richtung Innenstadt „sehr viel sicherer“ geworden sind. Doch ganz reibungslos scheint es vor der neuen Ampel nicht immer zu sein, denn Radfahrer stellen fest, dass manche Gelenkbusse kurz vor der Einmündung auf ihrem Weg halten.

Die Frage, ob Busse und Autos sich auf der Bramscher Straße in die Quere kommen, bewegt die Anwohner. Einer von ihnen meint: „Manche Autos müssen auf den Bürgersteig ausweichen, wenn ihnen ein Bus entgegenkommt.“ Das aber kann sich der Stadtbaurat kaum vorstellen: Jedenfalls sei das nicht der Fall, wenn die Verkehrsregeln beachtet würden.

Gedränge vor der Hochschule und der Berufsschule in Haste

Stadtauswärts führt die Bramscher Straße durch Haste, wo sich Anwohner der Straßen Am Krümpel, Im Hofort und an der Clemensstraße morgens ab 5 Uhr über Autofahrer ärgern, die ihr Quartier als Abkürzung nutzen und um die Ampel an der Ecke Bramstraße/ Bramscher Straße zu umfahren – und dabei offenbar in vielen Fällen zu schnell unterwegs sind. Anwohner fürchten um die Sicherheit der Kinder auf dem Weg zur Schule. Anschließend fahren viele junge Leute mit Autos durch diese Straßen, um die Berufsschule und die Hochschule zu besuchen: Schüler und Studenten suchen Parkplätze – und viele parken offenbar falsch. Dann könne zwar nicht mehr zu schnell gefahren werden, wie die Anwohnerin Anne Mandler feststellt, aber auch die Straßenreinigung sei dort nicht möglich. Sie und ihre Nachbarn wollen, dass es besser wird. Sie wünschen sich die Straßenreinigung vor 7.30 Uhr und Geschwindigkeitsmessungen vor 8 Uhr. Und sie wollen ein Einbahnstraßensystem mit Parkbuchten.

Ein Mittel gegen Verkehrsprobleme

Ob es möglich, die Straßen so früh zu reinigen, ist noch nicht geklärt. „Das ist schwer zu organisieren“, stellte Stadtbaurat Otte fest. Aber: „Wir nehmen das mit.“ Er kündigte an, dass die Verwaltung die Geschwindigkeiten messen wird. Sein Fachbereich prüfe derzeit die Möglichkeit für ein Einbahnstraßensystem. Dabei gehe es auch um die Leistungsfähigkeit der Straßen. Viele Anwohner müssten dann Umwege einplanen. Von Nachteil sei, dass auf Einbahnstraßen meist schneller gefahren werde. Bürgermeister Jasper sagte den Hastern: „Ich gehe davon aus, dass im nächsten Bürgerforum die Ergebnisse vorgestellt werden können.“ Außerdem empfahl er noch ein anderes Mittel gegen Verkehrsprobleme: „mehr Rücksichtnahme“.


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