Widersprüchliche Angaben Mann in weißem Bulli: Eltern widersprechen Polizei Osnabrück

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Hat ein Mann in Osnabrück versucht, ein Kind mit Süßigkeiten in einen Bulli zu locken? Symbolfoto: imago/bruno kicknerHat ein Mann in Osnabrück versucht, ein Kind mit Süßigkeiten in einen Bulli zu locken? Symbolfoto: imago/bruno kickner

Osnabrück. Nachdem am Montag ein Mann ein Kind in Osnabrück aus einem Bulli heraus angesprochen haben soll, widersprechen die Eltern des Kindes der Polizei: Sie hätten diese nicht erst nach rund 30 Stunden über den Vorfall informiert – sondern nach einer. Und bei der Farbe des Wagens gebe es keine widersprüchliche Angabe.

Am Montagmittag gegen 13 Uhr soll ein etwa 50-jähriger Mann am Funkturm an der Berningshöhe an der Ecke zum Brückerweg versucht haben, ein Kind mit Süßigkeiten in seinen weißen Bulli zu locken. So steht es in einem Elternbrief, der unserer Redaktion vorliegt. Erst am Dienstag um 18.30 Uhr – 29,5 Stunden später – sei die Polizei darüber informiert worden, hatte eine Polizeisprecherin unserer Redaktion gesagt. Zu spät, um noch aktiv werden zu können.

Vater: Vorfall zeitnah gemeldet

Dem widerspricht der Vater der Sechsjährigen im Gespräch mit unserer Redaktion. Etwa eine Stunde nach dem Vorfall habe seine Frau die Polizei telefonisch informiert. Am besagten Dienstagabend habe er mit seiner Tochter bei der Polizei eine Aussage gemacht, nachdem ein Beamter ihn darum gebeten hatte.

Die Polizei erklärt auf Nachfrage: Es sei richtig, dass die Eltern die Polizei schon am Montagmittag informiert hätten. Es habe einen Übermittlungsfehler gegeben, daher habe die Polizei unserer Redaktion nicht vom Anruf am Montagmittag berichten können, sagt die Sprecherin. Ein Kommunikationsfehler, „der uns sehr leid tut“.

Blau-weißer Bulli oder weiß-blauer Bulli?

Der Vater ärgert sich ferner über vermeintliche Widersprüche zur Farbangabe des Bullis. „Während in dem Elternbrief von einem weißen Bulli die Rede ist, nahm die Polizei einen ‚überwiegend blauen‘ Lieferwagen mit teilweise weißer Schrift auf“, hatte unsere Redaktion die Auskunft der Polizei wiedergegeben. Das stimme so nicht, sagt der Vater. „Es war ein weißer Bulli mit blauer Schrift“, sagt er. So habe seine Tochter es dem Beamten in seinem Beisein erzählt.

Auch hier kam es bei der Polizei zu einem Missverständnis. „Ein weißer Bulli ist korrekt“, sagt die Sprecherin. Es sei lediglich falsch notiert worden, entsprechend wurde unserer Redaktion ein blauer Bulli angegeben.

Polizei kontrolliert Bullifahrer

Offenbar warnen derzeit viele Schulen und auch Kindertagesstätten in Elternbriefen vor Unbekannten in Transportern. Die Polizeisprecherin versichert, derartige Hinweise wie den an der Berningshöhe und den beiden in Holzhausen sehr ernst zu nehmen. Die Polizei habe in den vergangenen Tagen viele Fahrer weißer Transporter kontrolliert und sonstige Spuren verfolgt. Doch sie warnt zugleich vor Hysterie.


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