Beatboxer und Weihnachtsmann Bunte Mischung bei der fünften Glory Comedy Night im Rosenhof

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Fröhlich zwischen Bens- und Weihnachtsmann: Ticketgewinnerin Kristin „durfte“ bei der Glory Comedy Night 5.0 im Rosenhof ein zeitkritisches Weihnachtsgedicht vortragen. Foto: David EbenerFröhlich zwischen Bens- und Weihnachtsmann: Ticketgewinnerin Kristin „durfte“ bei der Glory Comedy Night 5.0 im Rosenhof ein zeitkritisches Weihnachtsgedicht vortragen. Foto: David Ebener

Osnabrück. Der fünfte Jahrgang war ausgewogen: Am Nikolautag überzeugte die Glory Comedy Night 5.0 mit einer gelungenen Mischung aus Stand-Up und Musik-Comedy.

Vier Comedians, die wie er selbst wohl nicht zufällig in naher Zukunft auch allesamt Solo-Auftritte in Osnabrück haben, präsentierte der gastgebende Moderator und Lokalmatador Sven Bensmann im gut besuchten Rosenhof. Der schickte aber zunächst einmal sein vor allem erstaunlich stimmähnliches Double Julian Kampe auf die Bühne, der den Einheizer ironisierte, als hätte er gerade einen Clown verschluckt. Daran knüpfte der wahre Bensmann nahtlos an, der als Special Guest auch den echten Weihnachtsmann präsentieren konnte, der allerlei, mitunter auch recht zeitkritische Witzchen aus seinem Sack zauberte.

Preisträger und Mitbewerber

Mit echter Comedy beschenkte dann als erster regulärer Gast Serkan Ates aus Köln das Publikum. Der Newcomer erwies sich dabei nicht nur als so schwungvoller wie schlagfertiger Stand-Upper, sondern auch als begnadeter Beatboxer, der auch den parallel gesungenen Chorus beherrscht. Musik machte auch sein Kollege Tim Whelan ("Verfügbar") aus England, der mit phrasenhaftem „Kneipendeutsch“ amüsierte, aber auch mit der genreuntypischen korrekten Verwendung des Genitivs und mit der Kenntnis der drängendsten lokalen Probleme („Der Wall ist dicht, macht den Neumarkt auf“) überraschte. Am Keyboard besang er zudem eine „Cat On A Train“ und im einlullenden Reggae-Modus den buchstäblich ausweglosen Besuch eines schwedischen Möbelhauses. Der ehemalige Radiomoderator, der als Der Storb jüngst den RTL-Comedy Grand Prix gewonnen hat, machte dann dieser Auszeichnung alle Ehre, indem er auf so schnoddrige wie lustvoll aggressive Art schamlos und mitunter ungebremst bösartig austeilte gegen „Work and Travel“-Opfer, Influencer, Gender-Familien und wohl nicht zuletzt aus eigener Erfahrung „asoziales“, Menschen vorführendes Trash-Fernsehen. Sein dort weniger erfolgreicher Mitbewerber Thomas Schmidt hatte es danach nicht leicht, zumal er auch im Tempo nicht mithalten konnte. Deshalb ging er auf Nummer Sicher, indem er das leidige, aber wohl unvermeidliche Comedy-Dauersujet Mann-Frau-Beziehung am eigenen Beispiel so intensiv beackerte, als wolle er Mario Barth Konkurrenz machen. 

Brennende Themen statt Feuerwerk

Da tat es dann doch gut, dass sich auch der Gastgeber zwischendurch immer wieder einbrachte und dabei alles andere als den Pausenclown spielte. Bensmann gab im Stand-Up-Stil Anekdoten aus seiner prägenden Augenklappen- und Bärengruppenkindheit zum Besten, parodierte und entlarvte mit der Akustikgitarre aktuellen Deutschpop-Unsinn ("Leben wie ein Feuerwerk") und thematisierte dagegen begleitet von Pianist Jan Niermann und Schlagzeuger Janis Petersmann die wirklich "brennenden" Themen unserer Zeit wie Dieselverbot, Rechtspopulismus, Erderwärmung und Freundschaft. Als er nach fast drei Stunden gemeinsam mit allen Beteiligten Robbie Williams´ Angels aus dem Bühnennebel emporsteigen ließ, endete ein bunter, kurzweiliger Comedy-Abend, der weitestgehend auch ohne billige Witze unter der Gürtellinie auskam.   


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