Mann nun vorbestraft Getöteter Fußgänger in Osnabrück: Autofahrer muss weniger zahlen

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Der Autofahrer ist nun vorbestraft. Symbolfoto: dpa/Friso GentschDer Autofahrer ist nun vorbestraft. Symbolfoto: dpa/Friso Gentsch

Osnabrück. Der Autofahrer, der im Juli einen Fußgänger in Osnabrück mit seinem Auto erfasst und getötet hatte, muss weniger zahlen als anfangs von der Staatsanwaltschaft gefordert. Vorbestraft ist er nun dennoch.

130 Tagessätze á 50 Euro – 6500 Euro in der Summe – hatte die Staatsanwaltschaft in einem Strafbefehl gefordert. Der Autofahrer akzeptierte die Tagessatzhöhe nicht und legte Einspruch ein. Mit Erfolg: Die Höhe wurde auf 37 Euro reduziert, 4810 Euro in der Summe, sagt Ansgar Buß, Sprecher des Osnabrücker Amtsgerichts, auf Anfrage. Der Tagessatz errechnet sich aus dem Nettoeinkommen geteilt durch 30.

Beim Abbiegen Fußgänger erfasst

Am 13. Juli 2018 hatte der damals 57-jährige Autofahrer einen 84-jährigen Mann aus Hagen beim Rechtsabbiegen vom Klinikumgelände auf die Straße Am Finkenhügel mit seinem Auto erfasst und lebensgefährlich verletzt. Am Abend starb der Senior. 

Der Strafbefehl

Bei einem hinreichenden Tatverdacht kann die Staatsanwaltschaft einen schriftlichen Strafbefehl beantragen. Er stellt eine rechtskräftige Verurteilung ohne gerichtliche Hauptverhandlung dar und soll Gerichte und Staatsanwaltschaften entlasten. Er kann aber auch von Vorteil für den Beschuldigten sein, der damit einen teuren Gerichtsprozess umgehen kann.
Einen Strafbefehlsantrag stellt die Staatsanwaltschaft beim zuständigen Strafrichter des Amtsgerichts, wenn der Tatverdacht so dringend ist, dass eine Hauptverhandlung ihrer Ansicht nach nicht erforderlich ist. Oftmals beinhaltet ein Strafbefehl eine Geldstrafe, aber auch eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr kann die Staatsanwaltschaft festsetzen, sofern die zur Bewährung ausgesetzt wird.
Der Strafrichter kann den Strafbefehl erlassen. Hält er den Tatverdacht für nicht ausreichend, kann er ihn per Beschluss ablehnen. Die Staatsanwaltschaft kann dagegen Beschwerde einlegen.
Hat der Richter Bedenken über den Inhalt des Strafbefehls, kann er eine Hauptverhandlung anordnen.
Wenn der Beschuldigte den Strafbefehl erhält, kann er innerhalb von zwei Wochen Einspruch einlegen. Bei Zweifeln an der Zulässigkeit des Einspruchs kommt es zur Hauptverhandlung. Dann entscheidet der Strafrichter über den Fall per Gerichtsurteil. yjs

Autofahrer nun vorbestraft

Der Strafbefehl ist rechtskräftig, der Autofahrer damit vorbestraft. Das ist bei einer Verurteilung von mehr als 90 Tagessätzen der Fall. Die Staatsanwaltschaft hatte die Anzahl der Tagessätze für gerechtfertigt gehalten. Der 84-Jährige war aus Sicht des Fahrers von vorne über die Straße gegangen und war nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft im direkten Sichtfeld des Autofahrers gewesen. Er sei unaufmerksam gewesen, daher sei ein Mensch gestorben. 

Hätten sich Autofahrer, Staatsanwaltschaft und Amtsgericht nicht auf eine Tagessatzhöhe einigen können, hätte das Gericht den Fall in einer Hauptverhandlung verhandeln müssen.


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