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Osnabrücker Friedensgespräche Was bringt Donald Trumps Amtszeit seinem Land und der Welt?

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Wie verändert Donald Trump die USA und den Rest der Welt? Das haben drei Experten bei den Osnabrücker Friedensgesprächen diskutiert.. Foto: Tannen Maury/dpaWie verändert Donald Trump die USA und den Rest der Welt? Das haben drei Experten bei den Osnabrücker Friedensgesprächen diskutiert.. Foto: Tannen Maury/dpa

Osnabrück. Welche Auswirkungen hat Donald Trump auf die USA und den Rest der Welt? Zur Halbzeit seiner Amtszeit haben diese Frage am Donnerstagabend drei USA-Experten in der Reihe der Osnabrücker Friedensgespräche diskutiert. Das Thema erhitzte die Gemüter.

Zu Beginn des Diskussionsabends in der Aula des Schlosses der Universität Osnabrück richtete die Osnabrücker Bürgermeisterin Birgit Strangmann einige einleitende Worte an die Zuhörer im fast voll besetzten Saal. "2016 gewann ein Milliardär die Wahl, trotz eines Wahlkampfes voller Sexismus und Rassismus", gab die Grünen-Politikern den Zuhörern zu bedenken. Was vorher keiner für denkbar gehalten hatte sei schließlich doch eingetreten. Aktuell sei er bei seinen Anhängern sogar beliebter denn je, weil er seine Wahlversprechen einhalte, so die Bürgermeisterin. "Aber sein aggressiver Ton verändert den Umgang in der Politik. Ähnliches kennen wir in Deutschland von der AfD", sagte Strangmann. So spalte er langfristig die Gesellschaft.

In der anschließenden Diskussion stellten sich der Politikwissenschaftler Josef Braml, die promovierte Philosophin und gebürtige Amerikanerin Susan Neiman sowie der Professor für American Studies Welf Werner den Fragen von Peter Schneck vom Institut für Anglistik und Amerikanistik der Universität Osnabrück.

Die drei Experten beleuchteten aus ihrer jeweiligen fachspezifischen Sicht einerseits die Gründe für Trumps Wahlerfolg, analysierten aber auch die aktuelle Situation Amerikas unter Trump und gaben einen Ausblick auf die Frage: Wird Trump wiedergewählt?

Streit eskaliert

Gerade der Politikwissenschaftler Braml und Philosophin Neiman waren sich in einigen Punkten nicht einig. Laut Braml habe Trump die Wahl gewonnen, weil er einerseits viele der einkommensschwachen Nichtwähler, vor allem auch Schwarze und Latinos mobilisieren konnte und andererseits die konservativen Christen für sich gewann. Dass er nach den Midterms die Senatsmehrheit behielt, spiele ihm in die Karten. Nun könne er weiter Richter bestimmen und Minister austauschen wie er wolle. „Ich gehe davon aus, dass Trump wiedergewählt wird“, resümierte Braml.

Neiman widersprach dem Politikwissenschaftler deutlich. „Ich sehe das nicht so pessimistisch.“ Mehr als die Hälfte der Trump-Wähler hatte ein überdurchschnittlich hohes Einkommen“, betonte die Philosophin. Viele der Schwarzen und Latinos seien zudem nicht wählen gegangen, weil sie sich noch erinnert hatten, wie Hillary Clinton gegen Barack Obama Wahlkampf betrieben hatte. Die Midterms hätten jedoch gezeigt, dass diese Bevölkerungsgruppen nun wählen gehen. In Texas und Mississippi, zwei Saaten mit hohem Anteil an schwarzer und hispanischer Bevölkerung, sei beispielsweise jeweils fast ein Schwarzer gewählt worden.

Braml widersprach Neiman abermals. Nur er argumentiere auf Faktenbasis. „Das nennt man Falsifizierung“, warf er seiner Kollegin vor. Nicht nur das Publikum, sondern auch Neiman waren empört von der Aussage, mit der er offensichtlich ihre Kompetenz als Wissenschaftlerin infrage stellte. „Ich habe Lust die Bühne zu verlassen“, entrüste sich die Professorin. In solch einer Situation kommt in der Regel dem Moderator die Aufgabe des Vermittlers zu. Doch Peter Schneck von der Universität Osnabrück war sichtlich überfordert. Lauten Rufen des Publikums war es zu verdanken, dass Neiman auf dem Podium blieb. Nur mühsam schaffte es Schneck anschließend, wieder eine halbwegs harmonische Diskussion anzustoßen. 

Josef Braml, Politikwissenschaftler und Autor. Foto: Dirk Enters


Prof. Dr. Susan Neiman. Foto: A. Savin


Welf Werner, Professer für American Studies. Foto: Angelika Loeffler



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