Ein Kenner der Päpste Vatikan-Reporter Andreas Englisch in der Osnabrück-Halle

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Aus dem Vatikan und Rom berichtet Andreas Englisch regelmäßig für verschiedene Medien. Am Donnerstag erzählt er darüber in Osnabrück. Foto: Riccardo MusacchioAus dem Vatikan und Rom berichtet Andreas Englisch regelmäßig für verschiedene Medien. Am Donnerstag erzählt er darüber in Osnabrück. Foto: Riccardo Musacchio

Osnabrück. Andreas Englisch arbeitet seit 1987 als Vatikan-Korrespondent. Er stand in engem Kontakt zu Papst Johannes Paul II. und hat Benedikt XVI. auf vielen Reisen begleitet. Am Donnerstag, 13. Dezember, berichtet der Journalist und Schriftsteller in der Osnabrück-Halle von seiner Tätigkeit und davon, dass er beim Tippen eine glückliche Hand hatte.

Als Jorge Mario Bergoglio am 13. März 2013 zum Papst gewählt wurde, löste er kurze Zeit später einen Boom aus. Der Argentinier hat bewusst den Namen Franziskus angenommen, weil er sich – wie Franz von Assisi – um die Armen kümmern wolle. Sein bescheidenes und demütiges, aber auch mutiges und entschlossenes Auftreten brachte dem neuen Oberhaupt der katholischen Kirche auch außerhalb seiner Glaubensgemeinschaft viel Respekt und Sympathie ein. Sein Wille, alte Strukturen der Kirche zu reformieren, trägt außerdem zu seinem guten Ansehen bei. Dennoch steht er bisweilen in der Kritik, als er zum Beispiel jüngst sagte, dass Homosexualität eine Modeerscheinung sei.

Von dem Boom um den ersten südamerikanischen Papst profitiert in gewisser Weise auch Andreas Englisch. „Seit Franziskus zum Papst gewählt wurde, sind alle Veranstaltungen ausverkauft“, sagte der 55-Jährige laut Bonner General-Anzeiger bei einer Lesung in Alfter bei Bonn. Zu Amtszeiten seines Vorgänger Benedikt XVI. seien 90 Prozent weniger gekommen, heißt es weiter. Übrigens soll Englisch der Einzige gewesen sein, der 2005 auf die Wahl Joseph Ratzingers zum Papst getippt hat.

Nicht nur sein richtiger Tipp macht Andreas Englisch zum Kenner der Kurie. Benedikt habe den Fehler gemacht, den Vatikan in jedem Jahr von Juni bis Oktober verlassen zu haben, sagt er in Alfter. Dann habe er sich in seine Sommerresidenz nach Castel Gandolfo zurückgezogen und sich seinen theologischen und kirchenpolitischen Fragen gewidmet. „Und Sie wissen ja, wie es ist, wenn der Chef nicht im Haus ist“, sagte Englisch laut General-Anzeiger.

Franziskus sei dagegen ein Praktiker, ein „Kämpfer im Vatikan“, wie er den Papst im Titel seines aktuellen Buchs nennt. Er lehre mit seiner eigenen Bescheidenheit den Kardinälen Roms das Fürchten. Franziskus soll sie „einen Haufen gottloser Bürokraten“ genannt haben, die nur auf Machterhalt aus seien. Zudem werfe er ihnen vor, Christus vergessen zu haben und in einer spirituellen Leere zu leben. Der Bonner General-Anzeiger resümierte, dass Englisch ein Bild eines Papstes gezeichnet habe, der sich für eine gerechtere Welt einsetze. „Der Vatikan-Kenner tut das mit vielen kleinen und erheiternden Geschichten, die seine Zuhörer amüsieren, bisweilen laut auflachen lassen.“

Die NOZ-Leserreisen bieten eine Erkundungstour mit Andreas Englisch durch Rom und den Vatikan an. Mehr Infos dazu unter https://reisen.noz.de/noz-rom-vatikan-mit-andreas-englisch.

Andreas Englisch, Osnabrück-Halle, Osnabrück, Do., 13. 12., 20 Uhr, Eintritt: 31,70 Euro, Karten erhältlich unter www.deinticket.de.


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