Gute Startrampe Bandcontest „Rock in der Region“ vor dem Finale

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In der Musikszene zuhause: Der Organisator des Bandcontests „Rock in der Region“ – Marco Gausmann. Foto: David EbenerIn der Musikszene zuhause: Der Organisator des Bandcontests „Rock in der Region“ – Marco Gausmann. Foto: David Ebener

Osnabrück. Am Freitag, 7. Dezember, wird im Haus der Jugend die „Band des Jahres“ gekürt. Anlässlich des Finales des Bandwettbewerbs „Rock in der Region“ sprachen wir mit dem Veranstalter Marco Gausmann vom Musikbüro über den Stand der Osnabrücker Musikszene.

Herr Gausmann, Sie organisieren den Bandwettbewerb „Rock in der Region“. Am kommenden Wochenende geht das Finale des Contests im Haus der Jugend über die Bühne. Ist die Veranstaltung für Sie Routine oder spüren Sie nach neun Jahren, in denen Sie verantwortlich zeichnen, auch noch Nervosität?

Dieses Jahr ist das schon das 10. „Rock in der Region“ und so für mich ein Jubiläum. Trotzdem ist es jedes Jahr wieder aufregend und auch anstrengend, weil „Rock in der Region“ für das kleine Musikbüro ein ziemlich großes Event ist. Und man weiß ja auch nie, wer am Ende im Finale steht. Auf der anderen Seite stellt sich irgendwann eine gewisse Professionalität ein. Und die langjährige Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Haus der Jugend oder dem Kulturbüro des Landkreises geben einem gute Rückendeckung.

2010 haben Sie die Leitung des Musikbüros übernommen, das „Rock in der Region“ veranstaltet. Auch vorher waren Sie im Team und haben die Entwicklung des Wettbewerbs beobachten können. Was hat sich in den Jahren verändert?

Die favorisierten Musikstile änderten sich mit der Zeit. Vor zehn Jahren gab es etwa noch jede Menge Punkrock-Bands. Die finden sich heute kaum noch. Die Jugendlichen hören und spielen mehr Hip Hop und Elektro als Rock. Außerdem verlagern ihre Aktivität von den Bühnen zunehmend ins Internet. „Rock in der Region“ trägt zwar noch den Rock im Namen, aber da müssen wir am Ball bleiben.

Was bringt „Rock in der Region“ ihrer Meinung nach der lokalen Musikszene?

Unser oberstes Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen. Musik ist dafür ein super Medium. Der Wettbewerbsgedanke sollte gar nicht so sehr im Vordergrund stehen, sondern eher, gemeinsam eine gute Zeit zu haben. Was gute Musik oder eine gute Band ist, ist ja immer hochgradig subjektiv. Insofern ist das Konzept eines Wettbewerbs von dieser Warte aus eigentlich Quatsch. Wir versuchen auch zu vermitteln, das Ganze nicht so bierernst zu nehmen. Andererseits sorgt so ein Wettbewerb für große Aufmerksamkeit und viel Publikum. Darüber hinaus macht es jede Menge Spaß, eine Band des Jahres zu küren. Wer es dann aufs Podium schafft, kann das sicherlich gut als Startrampe nutzen.

Ist das auch der Grund, warum es Rock in der Region schon seit 31 Jahren gibt?

Sicherlich. In der Zwischenzeit sind ja ganz viele kommerzielle Wettbewerbe entstanden, die den Ruf solcher Veranstaltungen verdorben haben, weil sie den Profit in den Vordergrund stellen. Wir setzen weiterhin auf den Thekenmannschaftscharakter von „Rock in der Region“.

Sie erwähnten das Internet als Motor für Veränderungen im Musikbereich. Wie reagieren Sie auf solche Entwicklungen?

Insbesondere Jugendliche haben eine ganz neue Herangehensweise an die Musik. Da spielt sich sehr viel im Netz ab, zum Beispiel auf Youtube. Das Musikbüro hat vor einigen Jahren einen eigenen Kanal eingerichtet, auf welchem sich mittlerweile fast 200 Live-Videos Osnabrücker Acts versammeln, die wir bei unseren Veranstaltungen aufgenommen haben. Parallel dazu arbeiten wir gerade an einem Projekt namens „Oszillator“, was demnächst online gehen soll. Das wird dann etwa eine große Enzyklopädie der Osnabrücker Musikszene enthalten, so ähnlich wie eine eigene Wikipedia. So wollen wir die Szene im Internet präsenter machen.

Welche Ziele verfolgen junge Musiker über diese Medienpräsenz hinaus, wenn sie sich an das Musikbüro wenden?

In jüngerer Zeit ist natürlich das Proberaum-Thema wieder in den Vordergrund gerückt. Zehn Jahre lang hatten wir mit den Baracken auf dem Limberg und der Petersburg eine komfortable Situation, beides fällt jetzt weg. Ich bin froh, dass es mit dem Speicher am Hafen eine Alternative gibt, auch wenn die Räume dort natürlich recht teuer sind. Junge Bands haben allerdings nach wie vor die Möglichkeit, etwa im Westwerk oder im Ostbunker zu proben. Ende nächsten Jahres sollen auch noch die Räume der Rockmusikstiftung direkt neben dem Speicher fertig sein. Unser Dauerbrenner ist es aber, Auftrittsmöglichkeiten für unbekannte Bands zu besorgen, die es wahrlich nicht leicht haben, eine Bühne zu finden. Dazu bieten wir zahlreiche Konzertreihen an. Gerade arbeiten wir auch an neuen Open Air-Formaten.

Haben Sie Wünsche für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass Rock- und Popmusik im weitesten Sinne mehr als wertvoller, kultureller Beitrag zum Stadtleben gewürdigt wird, wie es ja zum Beispiel beim Theater oder etwa beim Sport auch der Fall ist.


„Rock in der Region“: Finale des Bandwettbewerbs mit 2Kant, Called To Mind, Ecrú, The Travelling Stone und Crip Election. Haus der Jugend, ab 18 Uhr.

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