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Nach Holzhausen nun Osnabrück Männer in Bullis, die Kinder ansprechen – Schulen verschicken Elternbriefe

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Immer wieder sollen Männer in weißen Transportern Kinder ansprechen. Symbolfoto: imago/ZUMA PressImmer wieder sollen Männer in weißen Transportern Kinder ansprechen. Symbolfoto: imago/ZUMA Press

Osnabrück/Georgsmarienhütte. Erneut ein Mann in einem weißen Transporter, der Kinder anspricht? Die Rosenplatzschule warnt Eltern aktuell in einem Brief vor einem solchen Vorfall, der sich am Funkturm an der Berningshöhe abgespielt haben soll.

Ein etwa 50-Jähriger habe ein Mädchen angesprochen und versucht, sie mit Süßigkeiten in seinen weißen Bulli zu locken, heißt es in dem Elternbrief vom Dienstag, der unserer Redaktion vorliegt. Die Geschwister hätten das von der gegenüberliegenden Straßenseite aus beobachtet, was den Mann nicht gestört habe. Letztlich sei das Mädchen weggegangen. Die Polizei sei informiert.

Das bestätigte Polizeisprecherin Anke Hamker auf Anfrage. Allerdings sei der Hinweis erst am Dienstag um 18.30 Uhr – nach Verbreitung des Elternbriefs – bei der Polizei eingegangen. Der Vorfall habe sich demnach am Montag gegen 12.55 Uhr an der Ecke zum Bröckerweg zugetragen. Während in dem Elternbrief von einem weißen Bulli die Rede ist, nahm die Polizei einen „überwiegend blauen“ Lieferwagen mit teilweise weißer Schrift auf. Weitere Details lägen noch nicht vor. Die Kinder müssten zunächst detailliert befragt werden. 

Zwei Vorfälle in Holzhausen

Erst Anfang November soll ein Mann einen Elfjährigen in Holzhausen angesprochen haben – aus einem weißen Transporter heraus. Der Junge habe den Mann stehen lassen und sei nach Hause geradelt, hatte es damals geheißen.

Bulli und Transporter

Mit dem Bulli ist nicht zwangsläufig der Bus von VW gemeint, der vielen Menschen als Bulli bekannt ist. Bulli wird heute oftmals als Synonym für Kleinbusse oder Transporter und Kastenwagen verwandt.

Im September soll sich ein etwa 50 bis 55 Jahre alter Mann zwei sechs und sieben Jahre alten Mädchen – ebenfalls in Holzhausen – in Scham verletzender Weise gezeigt haben. Er habe in einem weißen Transporter gesessen. 

Auch die Antoniusschule in Georgsmarienhütte schickte am Tag darauf am 12. September einen Brief an die Eltern der Schulkinder und informierte sie über den Vorfall. Sie sollten den Vorfall ernst nehmen und mit den Kindern besprechen, wie sie in solchen Fällen handeln sollen. Lehrer hätten mit den Kindern darüber gesprochen, heißt es in dem Elternbrief, der unserer Redaktion vorliegt.

Immer wieder Männer in weißen Bullis

Seit Jahren kursieren bundesweit immer wieder Gerüchte von Männern, die Kinder in ihre weißen Bullis locken wollen. Tausende solcher Meldungen sind im Internet zu finden. Im benachbarten Münster etwa sollen sich in den vergangenen Tagen mehrere solcher Vorfälle ereignet haben, berichten die „Westfälischen Nachrichten“. Oftmals lassen sie sich nicht verifizieren – wie auch im Falle von Holzhausen. Die Ermittlungen hätten noch nichts erbracht, hatte ein Polizeisprecher unserer Redaktion versichert. „Wir überprüfen immer noch Hinweise“, sagt Hamker. Sie weiß aber auch, dass noch keine Straftat vorliege.

Besonnener Umgang statt Hysterie

Hamker versichert, die Polizei nehme solche Fälle durchaus ernst. Zugleich warnt sie vor Panik und Hysterie. Wichtig sei es, Kinder für das Thema zu sensibilisieren und ihnen den richtigen Umgang mit solchen Situation beizubringen. Zudem gebe es spezielle Kurse für Kinder, und auch die Polizei besuche auf Nachfrage Schulklassen, um ihnen den richtigen Umgang zu erklären.

Polizei umgehend informieren

Zugleich appelliert Hamker an Kinder und Eltern, derartige Vorfälle umgehend zu melden – „lieber einmal zu viel als einmal zu wenig“, sagt sie. Erfolge der Hinweis erst mehr als einem Tag nach dem Vorfall – wie im aktuellen Fall am Funkturm – könne die Polizei nicht spontan reagieren und nach einer verdächtigen Person oder einem verdächtigen Fahrzeug fahden. „Die Kinder sollen sofort weggehen und es Zuhause erzählen“, rät Hamker. Wichtig: „Nie ins Auto steigen, nie auch nur ans Auto herangehen!“


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