800000 Euro für Logistikstandort Osnabrück Coppenrath & Wiese: Gutes Geschäft mit Torten und Brötchen

Rund 403 Millionen Euro Umsatz: Die Coppenrath & Wiese-Geschäftsführer Andreas Wallmeier (l.) und Peter Schmidt blicken positiv auf das Jahr.Foto: Mohssen Assanimoghad/dpaRund 403 Millionen Euro Umsatz: Die Coppenrath & Wiese-Geschäftsführer Andreas Wallmeier (l.) und Peter Schmidt blicken positiv auf das Jahr.Foto: Mohssen Assanimoghad/dpa

Mettingen/Osnabrück Das Geschäft mit tiefgekühlten Torten und Brötchen läuft gut. Entsprechend positiv gestimmt waren die Coppenrath & Wiese-Geschäftsführer Andreas Wallmeier und Peter Schmidt bei der Vorstellung der Jahreszahlen: „Es war für uns ein außergewöhnlich gutes Jahr“, sagte Wallmeier im Rahmen der Jahrespressekonferenz. Auch schon vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft.

Den Grund für die positive Umsatzentwicklung – am Ende des Jahres wird mit einer Steigerung von neun Prozent auf 403 Millionen Euro gerechnet – sehen die Geschäftsführer von Deutschlands größtem Hersteller tiefgekühlter Backwaren vor allem in zwei Entwicklungen: neue Produkte und eine erweiterte Kapazität am Produktionsstandort Mettingen.

Zwei der insgesamt sechs geplanten neuen Produktionslinien, in die rund 80 Millionen Euro investiert wurden, sind in diesem Jahr in Betrieb gegangen – jeweils eine für den Bereich Kuchen und Brötchen. Und man will weiter wachsen: Im Frühjahr 2019 soll die dritte Produktionslinie in Betrieb gehen. Dann wird es mit dem Weltmeisterbrötchen zudem etwas Neues im Sortiment geben.

Volle Ausbaukapazität 2021

Auch die vierte neue Produktionslinie ist bereits geplant und genehmigt, sagt Andreas Wallmeier. Sie soll das Kuchensegment weiter stärken. Mit der Genehmigung der fünften und sechsten Linie rechnet der Geschäftsführer im März kommenden Jahres. Die volle Ausbaukapazität soll dann 2021 erreicht sein. „Wir sprechen bereits darüber, wie es über dieses Datum hinaus weitergeht“, so Peter Schmidt. Die Flächen für einen weiteren Kapazitätsausbau seien vorhanden.

Neben der zusätzlichen Kapazität profitiert Coppenrath & Wiese aber auch von einer steigenden Nachfrage im Kuchensegment. „Internationale Rezepturen wie der amerikanische Cheesecake werden immer stärker nachgefragt und erschließen uns eine neue, jüngere Zielgruppe“, so Schmidt. Zusätzlich beobachte man, dass nach Jahren der Stagnation auch der Markt für klassische Kuchen wieder belebt werde. Insgesamt halte der Trend zu kleineren Kuchen und Platten mit mehreren Sorten an.

Osnabrück bleibt wichtiger Standort

Doch nicht nur am künftigen Hauptsitz des Unternehmens in Mettingen wird investiert. Auch die Bedeutung des Logistikstandorts Osnabrück betonte Andreas Wallmeier. „Von einem Rückzug aus Osnabrück kann nicht die Rede sein, ganz im Gegenteil.“ 800000 Euro fließen unter anderem in eine neue Palettenhalle, die noch in diesem Jahr fertiggestellt wird. Man sei froh, mit der Spedition Overnight die Logistik in der eigenen Hand zu haben, so Wallmeier. Der Nahverkehr im Umkreis von etwa 350 Kilometern werde mit eigenem Personal gefahren, das Ausland mit Partnerspeditionen abgedeckt. Auch der Wirtschaftsraum bleibt für den Tortenhersteller interessant. So ist Coppenrath & Wiese auch am Osnabrücker Start-up-Zentrum Seedhouse beteiligt.

Insgesamt beschäftigt das Unternehmen aktuell 2900 Mitarbeiter, inklusive des „rollenden Personals“ rund 350 von ihnen am Logistikstandort Osnabrück. Damit ist Coppenrath & Wiese im vergangenen Jahr nicht nur im Umsatz, sondern auch personell gewachsen: Mehr als 200 Stellen sind hinzugekommen. „Das zeigt auch die Bedeutung des Unternehmens in der Region“, ist Wallmeier überzeugt.

Unsicherheit vor Brexit

Etwas Sorge bereitet dem Geschäftsführer wie vielen anderen Wirtschaftsbossen die beginnende Debatte im britischen Unterhaus zum Brexit. Immerhin 17 Prozent des Umsatzes werden in Großbritannien erwirtschaftet. „Das Land ist eine strategische Säule in unserem Geschäft“, betonte Peter Schmidt. Vorbereitet habe man sich unter anderen, indem Lagerbestände in Großbritannien erhöht wurden, so Wallmeier. Das könne den Bedarf jedoch nur kurzfristig decken. Insgesamt beträgt der Exportanteil bei Coppenrath & Wiese rund 25 Prozent.


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