Bestand soll aufgefrischt und erweitert werden Medienetat wird erhöht: Stadtbibliothek bekommt deutlich mehr Luft

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Auch für Bücher zum Sprachen lernen steht der Stadtbibliothek unter der Leitung von Martina Dannert fortan mehr Geld zur Verfügung. Foto: David EbenerAuch für Bücher zum Sprachen lernen steht der Stadtbibliothek unter der Leitung von Martina Dannert fortan mehr Geld zur Verfügung. Foto: David Ebener

Osnabrück. Die Stadt investiert in Lesekultur: Das Haushaltsbudget für die Anschaffung von Büchern und anderen Medien in der Stadtbibliothek wurde um 119 000 Euro auf insgesamt 360 000 Euro aufgestockt. Was geschieht mit dem Geld?

Seit Martina Dannert vor einem Dutzend Jahren die Bibliotheksleitung übernommen hat, ist der sogenannte Medienetat aufgrund von anhaltenden Konsolidierungszwängen des städtischen Haushalts nicht gewachsen. Umso mehr freut sich die leitende Bibliothekarin über den größeren finanziellen Spielraum, der es ermöglicht, den Bestand zu aktualisieren und zu erweitern. Vor allem die Erneuerung von beschädigten und inhaltlich überholten Titeln sei in den letzten Jahren zu kurz gekommen, sagt sie. Mit dem Geld können derartige Versäumnisse nun nachgeholt werden. Waren es im letzten Jahr nur noch rund 14 000 Titel, die ausgetauscht werden konnten, sind es nun zwischen 18 000 und 20 000, ein Niveau, das auch in den kommenden Jahren gehalten werden soll, um das von den Lesern gewohnte und geschätzte „breite Angebot in allen Sachgruppen und auf allen Niveaustufen“ langfristig sicherzustellen, wünscht sich Dannert – bis hin zu inklusionsfördernden Titeln „ in einfacher Sprache für Menschen mit geistiger Behinderung“ und mit Ausnahme von hochspezialisierter Fachliteratur, die ausreichend von den Hochschulbibliotheken abgedeckt werde. 

Erfüllung von Leserwünschen

Gemeinsam mit neun weiteren Lektoren, die wie sie in Bezug auf Sprachlernbücher für jeweils ein bestimmtes Fachgebiet zuständig sind, hält sie das „Herzstück“ der Stadtbibliothek am Leben. Grundlage ist eine jährliche Bestandskalkulation, durch die ermittelt wird, wie viele und welche Titel abgegeben und in etwa gleicher Anzahl neu hinzugekauft werden. Kriterien für eine solche Auffrischung sind nicht nur das Ausleihverhalten, sondern auch Aktualität, Vielfalt, Verschleiß und Abnutzung und nicht zuletzt Leserwüsche und –vorschläge, die stets gern gehört und, wenn möglich und nicht „zu exotisch“, auch umgesetzt werden. Auch dafür gibt es durch die Etaterhöhung nun mehr Möglichkeiten. Anstelle der Zeitungs- und Zeitschriftenabonnements, die dem Spardruck der letzten Jahre zum Opfer gefallen sind, soll zudem verstärkt in elektronische Verlagsangebote investiert werden, die per hauseigenen Tablets abgerufen werden können. Eine übermäßige Steigerung der Nachfrage nach digitalen Medien wie E-Books sieht Dannert ebenso wenig wie einen überdurchschnittlichen Rücklauf bei klassischen Büchern – mit Ausnahme solcher, deren Informationsgehalt heutzutage schneller und aktueller per Internet abgerufen kann, also Lexika, Gesetzestexte oder auch Wörterbücher. Auf weitere Mischformen im Stil der „Tigerbooks“ vor allem im Jugend- und Kinderbuchbereich zeigt sie sich gespannt.

"Öfter etwas Neues"

Auch der Bücherbus der Stadtbibliothek mit seinen rund 4000 Titeln wird von der Aufstockung profitieren. Ebenso wie dort wird es auch in der virtuellen Bibliothek, für die vor einigen Jahren eine Sonderfinanzierung genehmigt worden war, demnächst „öfter etwas Neues“ geben, verspricht Dannert. Dabei dürfe allerdings nicht vergessen werden, dass nach wie vor etwa 20 Prozent des Medienetats in die Bestandspflege fließen. Das umfasst etwa auch Etiketten oder Schutzfolien, um die Bücher im Schnitt zehn Jahre lang „ausleihfähig“ zu machen. Hörbücher erhalten dafür gar eigene, widerstandsfähigere Hüllen und wichtige und beliebte Taschenbücher sogar neue Nähte, um sie länger benutz- und ausleihbar zu halten. Die Leser danken es und würden „schnell merken“, dass Bereiche, die in den letzten Jahren zu kurz gekommen sind, nun „gern ausgebaut“ werden, freut sich Dannert über die neuen Möglichkeiten, die sich aus der Etaterhöhung ergeben.


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