Eröffnung an der Lerchenstraße Grundschüler testen neuen Großspielplatz

Von Stefanie Hiekmann


Osnabrück. Am Sonntagvormittag um 11 Uhr wird in der Dodesheide der erste von drei städtischen Großspielplätzen eröffnet. Auf über 10000 Quadratmeter Grundfläche gibt es dann weitaus mehr als Rutsche und Schaukel. Neben klassischen Spielgeräten hält das Gelände auch verschiedene Angebote für Jugendliche und Erwachsene bereit. Wir haben das neue Spielareal von drei Grundschülern testen lassen.

„Ich war hier schon zweimal“, erzählt Rebekka (7). „Ich auch“, rufen Lukas (7) und Silas (9) im Chor. Als Schüler der Grundschule „In der Dodesheide“ sitzen sie nah an der Quelle und konnten den Spielplatz an der Ecke Lerchenstraße/Haster Weg schon vor der eigentlichen Eröffnung testen. Heute geht es jedoch darum, nicht einfach nur herumzutoben, sondern TÜV zu spielen. Kinder-TÜV. Rebekka, Lukas und Silas testen die Geräte und sagen, was ihnen gefällt.

Der Rundgang startet beim „Handle-Boat“, man könnte auch einfach Ruder-Gerät dazu sagen. Man setzt sich auf einen Sitz, legt die Hände an jeweils einen Griff und fängt an zu rudern – wie im Fitness-Studio. Während das bei Silas, der schon in der vierten Klasse ist, ganz gut klappt, hat sein kleiner Bruder Lukas ein Problem. „Das wäre besser, wenn man da größer ist“, sagt er. Stimmt auch: Der Zweitklässler kommt zwar gut mit den Händen an die Griffe, nur kommen die Füße dabei nicht wirklich dahin, wo sie sein sollten. Da fehlen noch ein, zwei Jahre – und Zentimeter. Das mit dem Rudergerät hat sich dann auch recht schnell erledigt. Alles ganz nett, aber nicht befriedigend, wenn es aufgrund der Größe noch nicht klappt. „Das ist was für Große“, findet auch Rebekka.

Lukas ist derweil schon weiter gelaufen. Von Weitem könnte man denken, er hüpft in ein großes Loch mitten im Rasen. Doch das Loch ist ein im Boden eingelassenes Trampolin. Die drei testen, was das Hüpfgerät aushält. Von ihrer Größenordnung hält es gut drei Kinder aus. Mehr aber wohl besser nicht, sonst wird die Fläche zu schmal. Fazit: „Ganz gut“, meint Rebekka. „Das aber ist schon sehr klein“, findet Silas. „Könnte größer sein.“

Weitaus begeisterter scheinen die Tester bei Station drei: der Drehscheibe. Mühelos passen sechs oder sieben Kinder darauf, die sich gegenseitig Anschubs geben können. Heute haben Silas, Lukas und Rebekka Glück: Ihr Schulleiter Thorsten Steinbrinker begleitet sie beim Spielplatz-Check und gibt ihnen kräftig Schwung. „Das ist toll“, sagt Rebekka. „Da kann man schön den Wind genießen.“ Auch die Jungs finden die Drehscheibe super.

Nebenan steht die vierte Attraktion: ein Kletterturm mit Rutsche. Mithilfe eines Seils an der Rampe hochklettern und dann herunterrutschen. Rebekka hat eine Kritik an der Turmkonstruktion: „Man könnte oben mehr Fenster reinbauen, dann könnte man den Ausblick besser genießen.“ Grundsätzlich schneidet der Rutschturm bei unseren Testern im mittleren Bereich ab. „Ich glaube, der ist für Kleinere sehr gut“, meint der siebenjährige Lukas.

Er ist mit seinen Augen schon beim nächsten „Gerät“: der Kletterwand. Zwei durchaus recht hohe Felsen stehen dort zum freien Klettern. Silas und Lukas sind schnell oben, Rebekka folgt ihnen am Nachbarstein schnell hinterher. Oben schauen sie sich den Spielplatz von oben an. „Das ist eine gute Aussicht hier“, meint Silas. Sie klettern zwei-, dreimal rauf und runter, der Felsen scheint ihnen zu gefallen. „Aber was ist, wenn hier kleinere Kinder hochwollen? Die brauchen doch eine Sicherung“, wirft Silas ein. Lukas und Rebekka geben dem Viertklässler recht. Ihr Fazit: Der Kletterturm ist klasse. Weil aber die Sicherung fehlt, nichts für kleine Kinder.

Station sechs ist im Prinzip eine Wippe. Aber eine zum Springen und Umherdrehen, also eine Sprung-Wippe. Rebekka gefällt das Gerät. Sie und Lukas sind etwa eine Gewichtsklasse und können prima um die Runde wippen.

Noch viel begeisterter ist die Siebenjährige aber bei der nächsten Attraktion: einem Balancier-Parcours mit vier verschieden schmalen Seilen und Bänden. „Das ist wie Seiltanzen, das kann ich schon“, erzählt sie. Als der Zirkus in der Schule gewesen sei, sei sie bei den Seiltänzern gewesen. Das kommt ihr nun beim Balancieren zugute. Die Jungs kommen hinzu, und alle balancieren um die Wette. „Aber es darf immer nur einer drauf“, sagt Silas. Sonst kippt der andere runter, und die Runde beginnt neu. Rebekka nennt den Balancier-Balken jetzt schon ihre liebste Station. Daran habe sie auch geübt, als sie schon mit ihrem Papa auf dem Spielplatz war.

Lukas und Silas haben offensichtlich andere Favoriten, sie haben ihre Balancier-Aufgabe für beendet erklärt und sind zum großen Basketballturm am anderen Ende des Spielplatzes gelaufen. Zwei Körbe und zwei kleine Ball-Tore sind in diesem Turm integriert. Wenn es klappt, kann das Spiel so aussehen: Der Ball fliegt an der einen Seite durch den Turm, an der anderen Seite wird er aufgefangen und über das Netz zurückgeschickt. Eine Variante. Wichtiger Hinweis an dieser Stelle von Silas und Lukas: „Man muss selbst einen Ball mitbringen!“ Nicht nur für den Basketball-Turm, auch sonst lässt es sich auf dem Gelände toll mit einem Ball spielen – nur man muss ihn mitnehmen. Silas hatte zum Glück für den Spielplatzcheck an einen Ball gedacht und ihn aus der Schule mitgebracht. Den Turm finden die Jungs klasse, Rebekka zieht die Reck- und Turnstange direkt nebenan vor. So gerade kommt die Siebenjährige da hoch. „Eine normale Turnstange wäre aber auch schön“, sagt sie. Grundschüler können die Stange wirklich nur als Kletterstange benutzen. Rebekka vermisst daher eine ganz klassische Turnstange. Einen zweiten Versuch macht sie an der benachbarten Schaukel. Auch die ist nicht so leicht für ihre Altersgruppe. Sie ruft Thorsten Steinbrinker und fragt ihn, ob er ihr Anschubs geben kann. Klar kann er das. Und gemeinsam prüfen sie, warum die Zweitklässlerin an der Schaukel alleine nicht in den Schwung kommt. „Die Schaukel ist zu schwer“, sagt Steinbrinker. Die Ketten seien so lang, dass kleinere Kinder die Schaukel schwer in Gang bekämen. Anders ist das bei der Steh-Schaukel. In sie stellt Rebekka sich rein und kommt mühelos in Schwung. „Die ist super“, sagt sie und hat eine weitere Lieblingsstation gefunden.

Inzwischen wird es Zeit für ein Fazit. Am Ende des Spielplatz-Checks müssen die jungen Tester ihr Urteil verkünden. Was sind ihre Lieblingsgeräte? Was ist der Gesamteindruck?

Silas macht den Anfang. Seine Lieblingsgeräte sind der Basketballturm und die Kletterwand. Die Drehscheibe ist ebenfalls vorn mit dabei. Sein Gesamturteil in Schulnoten ist eine Zwei. „Für mich ist das hier super. Aber ich glaube, für kleinere Kinder ist es zu wenig.“

Sein Bruder Lukas fand die Kletterwand am besten „weil ich den Wind und die Aussicht so toll genießen konnte“. Die Drehplatte und die Stehschaukel stehen bei ihm ebenfalls in den Favoriten. Gesamturteil: eine Zwei.

Rebekka bleibt bei ihrem Favoriten: dem Balancier-Pfad, zudem hat ihr auch die Stehschaukel sehr gut gefallen. „Nur das Rudergerät fand ich etwas langweilig, das ist für Ältere.“ Ihr Gesamturteil: eine Eins.