Schloßwall beim NO2 fast am Ziel Luftqualität am Osnabrücker Neumarkt bleibt zu schlecht

Am Neumarkt ist die NO2-Konzentration im Mittel weiterhin deutlich zu hoch. Foto: Michael GründelAm Neumarkt ist die NO2-Konzentration im Mittel weiterhin deutlich zu hoch. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Osnabrück wird die EU-Vorgabe zur Luftqualität auch 2018 verfehlen. Während am Schloßwall womöglich der beste Jahreswert beim Stickstoffdioxid (NO2) erzielt werden könnte, zeichnet sich ab Neumarkt eine Verschlechterung ab.

Schloßwall: 39 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft maß die Station am Schoßwall im Mittel im November – nach 45 Mikrogramm im Oktober und 48 im September ein guter Wert, wie aus vorläufigen Zahlen des Lufthygienischen Überwachungssystems Niedersachsen hervorgeht. Die EU begrenzt das Jahresmittel auf 40 Mikrogramm. Den Wert hielt Osnabrück bislang nie ein.

Neumarkt: Am Neumarkt wird der Grenzwert am Ende des Jahres wohl wieder deutlich überschritten sein. Aus den neuesten Zahlen geht hervor: In der ersten Oktoberwoche maß der Passivsammler am Neuen Graben eine Konzentration von 64,7 Mikrogramm im Mittel, in der zweiten Monatshälfte 44,3. 

Der Mittelwert für die Monate Januar bis Oktober liegt dort nun bei 48,8 Mikrogramm. Am Jahresende könnte der EU-Grenzwert noch deutlicher überschritten werden als in den beiden vergangenen Jahren, als er jeweils 48 Mikrogramm betragen hatte. Positiv hingegen ist der Ausblick am Schloßwall: Nach elf Monaten liegt der Mittelwert mit rund 41 Mikrogramm nur knapp über dem erlaubten Grenzwert.

Maßnahmen zur Luftreinhaltung

Die Stadt will den Grenzwert überall bis 2020 mit dem überarbeiteten Luftreinhalteplan einhalten. Die Nachrüstung der Dieselbusse und die Elektrifizierung der Busflotte, eine Reduzierung des Verkehrs um vier Prozent sowie ein neues Ampelsystem sollen es richten. Weiterhin droht der Stadt einer Klage der Deutschen Umwelthilfe wegen der Nichteinhaltung des Grenzwerts.

Am heutigen Dienstagabend stimmt der Rat über den Luftreinhalteplan ab (wir berichten live). Darin heißt es, der Grenzwert würde auch am Neumarkt eingehalten werden, wenn dieser ab Mitte 2019 für zwei Jahre baustellenbedingt gesperrt wäre. 

Fahrradhändler fordern Ausbau der Radwege

Mehrere Osnabrücker Fahrradhändler – namentlich Liebig, Dependahl, Bluschke, Bücker, Röwer und 2radprofis – fordern derweil den Ausbau der Radwege. Sie sollen sicherer und komfortabler werden. Oliver Bücker hebt in der aktuellen Debatte die Bedeutung des Klimaschutzes hervor. Das Fahrrad sei auf Strecken bis zu zehn Kilometern oft das schnellste Verkehrsmittel und sorge für Luftreinreinhaltung. „Ein wichtiger Baustein gegen Fahrverbote also, von denen aktuell auch in Osnabrück immer wieder die Rede ist“, wird er in der Mitteilung zitiert. Die Händler heben den neuen Radweg am Heger-Tor-Wall als „positives Beispiel und guten Anfang auf dem Weg zu einem Radwegenetz, das seinen Namen verdient“ hervor, heißt es in einer Mitteilung.

Frisch lackiert und freigegeben: der geschützte Radweg am Heger-Tor Wall. An den Einfahrten enthält der Belag Glasteilchen, die im Dunkeln das Licht reflektieren. Archivfoto: Swaantje Hehmann

Der Rat kam der Forderung der Händler allerdings zuvor: Er hatte angekündigt, 2019 deutlich mehr Geld in den Radverkehr stecken zu wollen.


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