"Hull of Fame" in der OsnabrückHalle "Emotionen pur" bei der Gala der Tanzschule Hull

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Ambitioniert: Bei der Probe zu "Hull of Fame" geben die Tänzerinnen einen Einblick in ihr Können. Fotos: Thomas OsterfeldAmbitioniert: Bei der Probe zu "Hull of Fame" geben die Tänzerinnen einen Einblick in ihr Können. Fotos: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Am Samstag präsentieren sich die Gruppen der Tanzschule Hull bei einer großen Gala in der OsnabrückHalle. Von Alt bis Jung, von Fußgänger bis Rollstuhltänzer sind alle dabei.

Unfassbar, was an diesem Samstagmorgen in der Tanzschule Hull los ist. Hunderte quetschen sich im großen Saal im Erdgeschoss zusammen. Die Kleinen, die gerade erst dem Kindergarten entwachsen scheinen gibbeln in den Ecken und müssen immer wieder zur Ruhe ermahnt werden; die Jugendlichen warten scheinbar cool auf ihren Auftritt; die Erwachsene stehen noch im Foyer und üben die letzten Salsa-Bewegungen. Menschen mit und ohne Behinderung, mit und ohne tanzgerechtem Outfit, mit und ohne Plan. Und mittendrin steht Patsy Krogull-Hull mit ihrem Headset und versucht, Ordnung in den Trubel zu bringen. „Musik Nr. 18, ist da? Nach links von der Bühne runter! Kämpft euch da durch, das muss schneller gehen! Shuffle-Gruppe, wo seid ihr?“ Kaum zu glauben, dass in genau einer Woche Premiere ist.

„Erst kommt das Chaos, dann der Auftritt“, sagt Michael Hull. Fein gewandet im Frack lehnt er gelassen an der Wand und schaut dem Treiben zu. Ab und zu hat er selbst einen Auftritt – in kurzen Theaterszenen, die die einzelnen Tanzdarbietungen verbinden. „13 Gruppen treten bei der diesjährigen Hull of Fame auf“, sagt er. Mehr als 250 Tänzerinnen und Tänzer sind beteiligt. „Tanzen kann jeder“, sagt Hull. „Groß oder klein, alt oder jung, dick oder dünn, mit Behinderung oder ohne. Das wollen wir bei der Gala zeigen.“

Mit Spaß bei der Sache sind die Tänzer bei den Proben.


„Am Ende zusammen mit allen auf der Bühne zu tanzen, das ist das Beste“, meint Emily Korbanak (16). Sie ist zum ersten Mal bei einem großen Auftritt dabei. „Ich tanze schon lange und bin oft bei den Abschlussbällen“, erzählt sie. „Da tanzen ja auch Formationen, und im letzten Jahr hat es mich irgendwie gepackt: Da wollte ich auch mitmachen.“ Inzwischen tanzt sie in drei Formationen mit, wird bei der Gala am Samstag vier Auftritte absolvieren. „Das ist ein besonderes Gefühl, nicht nur mit der Gruppe in der Tanzschule zu trainieren, sondern vor großen Publikum den Leuten was mitzugeben“, sagt sie. Ihre Eltern und ihre Schwester werden im Publikum sein, „vielleicht auch ein paar Freunde“. Ist sie nervös? „Ein bisschen schon, sagt sie. „Aber die Vorfreude überwiegt. Das wird einfach toll.“

Letzte Vorbereitungen für die große Gala



Davon ist auch Michael Hull überzeugt. „Diese Gala bindet viele Kräfte“, sagt er und meint damit vor allem seine Schwester Patsy, die in der Halle weiter versucht, das Chaos zu dirigieren. „Aber es lohnt sich“. Besonders groß ist die Erwartung, „weil wir im vergangenen Jahr absagen mussten“, sagt Hull. Gaststar Vanessa Mai konnte kurzfristig nicht kommen. Diesmal besinnt sich die Tanzschule auf eigene Kräfte. Dabei geht es nicht um eine Leistungsschau, die die Großartigkeit des Unterrichts vorzeigen soll. „Wir wollen Emotionen pur rüberbringen“, sagt Hull, „die Begeisterung für das Tanzen.“ Auch Menschen mit Behinderung ganz nach vorne auf die Bühne zu bringen, sei ein Ziel. „Diese Tänzerinnen und Tänzer leisten unglaublich viel“, sagt Hull. „Das ist hier ja nicht Ringelpietz mit anfassen, was wir hier machen, das ist Training.“

Alles bereit? Große und kleine Tänzer bereiten sich auf die Gala vor.


Und so sieht es im Tanzsaal auch aus, selbst wenn noch nicht jede Bewegung und jeder Übergang zu hundert Prozent sitzt. Die Begeisterung ist da, die Kleinen schauen auf die Großen, die Gehenden klatschen sich mit Rollstuhltänzern ab. Inklusion der besten Art, wenn sie am kommenden Samstag alle zusammen auf der großen Bühne in der OsnabrückHalle stehen. „Ich freu mich drauf“, sagt Emily Korbanek und eilt zum nächsten Auftritt ihrer Gruppe. Ein bisschen Üben muss noch sein.

Hull of Fame. Am Samstag, 8. Dezember 2018 von 18.30 bis 20.30 Uhr in der Osnabrück-Halle.

Karten: Erwachsene 18-25 Euro. Ermäßigt: 13-20 Euro.


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